Umsatz und Gewinn erwirtschaften, dabei Gesetze und Vorschriften befolgen, vor allem aber eigene Mitarbeiter gut und sozial behandeln; das nennen Unternehmerinnen und Unternehmer aus der Region Bonn/Rhein-Sieg als oberste Prioritäten. Nachhaltiges Wirtschaften und Engagement fürs Gemeinwohl kommen erst danach. Das hat die „CSR-Regionalstudie 2017“ im Auftrag des CSR-Kompetenzzentrums Rheinland ergeben. Deren Träger, die Industrie- und Handelskammer (IHK) IHK Bonn/Rhein-Sieg und die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, wollen kleine und mittelständische Unternehmen über die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen (CSR – corporate social responsibility) informieren und sensibilisieren.

Jedes zweite mittelständische Unternehmen (56 Prozent) in der Region Bonn/Rhein-Sieg kennt den Begriff CSR. Für fast alle (98 Prozent) stehen aber Umsatz und Gewinn im Vordergrund, gefolgt von Fürsorge und Sozialangeboten für die eigenen Mitarbeiter (97 Prozent). Während Gesetze und Vorschriften von 95 Prozent der Befragten als sehr wichtig oder eher wichtig genannt werden, rangieren Ressourcen schonendes, umweltgerechtes Wirtschaften (84 Prozent) und Engagement für die Gesellschaft (60 Prozent), vor allem in Form von Spenden, deutlich dahinter. Das hat die aktuelle Studie von Professor Dr. Uwe Braehmer an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg ergeben.

Während die begriffliche Bekanntheit von CSR bei den Unternehmen hoch ist, kannten das CSR-Kompetenzzentrum Rheinland nur gut ein Fünftel (22 Prozent) der befragten Unternehmer und Manager. Auch die Nutzung von CSR-Infoveranstaltungen, CSR-Workshops, CSR-Frühstücken, CSR-Freitagswerkstätten und CSR-Sprechstunden ist insgesamt bisher gering. Prof. Dr. Maike Rieve-Nagel (Hochschule) und Michael Pieck (IHK) vom CSR-Kompetenzzentrum Rheinland nehmen die Forschungsergebnisse als Ansporn: „Wir haben damit eine Situations- und Bedarfsanalyse und können unser CSR-Informations- und -Dialogangebot für Betriebe und Gewerbetreibende nun zielgerichteter ausbauen.“   So sagen denn auch 76 Prozent der Befragten, dass CSR bekannter gemacht werden müsse. Und nur noch wenige (knapp sieben Prozent) halten CSR für eine kurzfristige Mode, vielmehr sehen 72 Prozent darin Chancen für aufgeschlossene Unternehmen.


An der Online-Umfrage teilgenommen haben 108 zufällig ausgewählte Unternehmer, Manager und Fachkräfte der ca. 12.000 Firmen, die Mitglieder der IHK Bonn/Rhein-Sieg und im Handelsregister eingetragen sind. Unter der Leitung von Professor Dr. Uwe Braehmer haben Sebastian Alicke, Pascal Breuer, Tim Bunjes, Nadja Krenzien und Freya Wolff im Masterstudiengang „Technik- und Innovationskommunikation“ der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg die CSR-Regionalstudie im Sommer 2017 durchgeführt.

Das CSR-Kompetenzzentrum wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.

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