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– Die ersten beiden DAX-Vorstandschefinnen kommen aus der Life-Sciences-Industrie
– Frauenquote zeigt Wirkung, bleibt aber ein Tropfen auf den heißen Stein – Deutschland bleibt europaweit im letzten Drittel

Bald bekommt Deutschland die zweite Frau an der Spitze eines DAX-Konzerns. Am 1. Januar 2023 wird Carla Kriwet neue CEO beim Dialyse-Konzern Fresenius Medical Care. Endlich eine weitere Frau an der Spitze eines der wichtigsten Unternehmen Deutschlands. Aber ist das wirklich eine gute Nachricht? Ja, das ist es. Denn mit jeder qualifizierten und engagierten Frau mehr in einem Vorstand oder der Geschäftsführung kommen neue Impulse. Die braucht die deutsche Wirtschaft. Dabei geht es nicht um Quotenfrauen, die eine per Gesetz verordnete Vielfalt in eine männerdominierte Arbeitswelt bringen. Es geht um Frauen, die fähig und willens sind, Deutschland auf die Erfolgsspur zu bringen. Hier tut jeder Vorstand gut, der mutig ist, neue Wege zu gehen. In diesem Punkt haben Frauen vielleicht durch die immer noch währenden Vorbehalte gegen ihre Qualifikation ein großes Unternehmen leiten zu können, Vorteile gegenüber ihren männlichen Kollegen. Denn sie wissen, was es bedeutet, Steine aus dem Weg zu räumen und unbequeme Wege zu gehen.

Interessant ist, dass die beiden ersten weiblichen CEOs aus der Life-Sciences-Industrie kommen. In einer Studie zur Gender Diversität auf C-Level in der Life-Sciences-Industrie (https://odgersberndtson.group/…), die Odgers Berndtson im Februar dieses Jahres veröffentlicht hat, haben wir gefragt, ob die Branche sich selbst für fortschrittlicher hält als andere, was die Chancen von Frauen auf Top-Jobs betrifft. Die ernüchternde Antwort war: „eher nicht“. Dabei spricht vieles dafür. Die Life-Sciences-Industrie hat für Frauen ausgesprochen interessante Berufsbilder und einen überdurchschnittlichen Anteil an Frauen in der Gesamtbelegschaft. Dennoch sind es wie in jeder Branche die Vorurteile und Rollenklischees, die Frauen einen gradlinigen Weg an die Unternehmensspitze erschweren. Die Hälfte der Frauen, die wir befragt haben, berichteten, dass sie es schwer haben, mit ihrem Führungsstil bei Männern akzeptiert zu werden. Wir hörten gar, dass Frauen in männlichen Interview-Panels abgelehnt werden, weil sie zu „weiblich“ sind. Wie ist das möglich? Hat doch gerade die Life-Sciences-Industrie in den vergangenen Jahren gezeigt, wie erfolgreich Frauen in Forschung und Führung sind: Seit einem Jahr führt Belén Garijo als erste alleinige CEO eines DAX-Konzerns den Pharmatechnologie-Riesen Merck erfolgreich in ein neues Zeitalter. Oder nehmen wir Özlem Türeci, Mitgründerin und Vorstand des Mainzer Biotechnologieunternehmens Biontech, und Katalin Karikó, die als Mutter der mRNA-Technologie gilt. Ohne den Mut der beiden Frauen und des Teams bei Biontech wäre ein Impfstoff gegen das SARS-CoV2-Virus vermutlich nicht so schnell auf den Markt gekommen.

Im europaweiten Vergleich liegt Deutschland mit einem Frauenanteil von rund 18 Prozent in Spitzengremien der größten börsennotierten Unternehmen 2021 nur im unteren Drittel. An der Spitze stehen Rumänen (Frauenanteil 32 Prozent), die baltischen Staaten und die skandinavischen Länder Schweden und Finnland. Der Durchschnitt in Europa liegt bei rund 21 Prozent. Das geht aus einer Erhebung des European Institut for Gender Equality (EIGEE) hervor. Was für Deutschland ernüchternd klingt, ist dennoch ein Anfang. Auch die im vergangenen Jahr verabschiedete Quotenregelung für die Vorstände großer Unternehmen in Deutschland trägt erste Früchte. Laut DIW-Managerinnenbarometer aus dem vergangenen Jahr ist der Frauenanteil um drei Prozentpunkte auf nunmehr fast 15 Prozent gestiegen. Dennoch: Ein Tropfen auf den heißen Stein, wenn man bedenkt, dass viele Frauen im Top-Management eine 30- bis 40-prozentige Frauenquote fordern. Denn darunter werde sich nichts verändern, so die Meinung vieler Managerinnen.

Aber kann eine Quote erzwingen, dass sich etwas ändert? Bringt ein hoher Frauenanteil tatsächlich einen Wandel, und was sollen Frauen überhaupt in den Chefetagen verändern? Auch unsere Studienteilnehmer waren sich bei der Wirksamkeit der Frauenquote uneinig. Die Hoffnung auf einen wirklichen Wandel haben sie nicht. Gender Diversity bleibt vielfach ein Lippenbekenntnis. Fakt ist: Es fehlt in den meisten Unternehmen nicht nur an konkreten Maßnahmen, sondern vor allem an einem klaren Verständnis über den Nutzen einer Geschlechterparität in Vorständen. Eine Frauenquote, die ohnehin nur einen kleinen Teil der Unternehmen tangiert, ist längst kein Mittel zum Wandel, solange die Unternehmen auch ohne Frauen gut laufen. Für EU-weite Regulierungen und ESG-Kriterien gilt das gleiche. Doch gerade deshalb brauchen wir mehr Frauen an der Spitze, die neue Impulse geben, und Männer, die gewillt sind, aus alten Gewohnheiten auszubrechen. Und zwar aus einem wichtigen Grund: Weil Deutschland ein offenes, fortschrittsgewandtes Land ist, das alles daransetzt, das Beste für heutige und künftige Generationen zu erreichen. Das geht nur gemeinsam – mit Frauen und Männern, mit Menschen unterschiedlicher Herkunft, Sozialisierung und vielfältigen Lebensläufen. Menschen wie Belen Garijo, Carla Kriwet, Katalin Karikó, Özlem Türeci, Ugur Sahin und andere Vorreiter:innen – nicht nur in der Life-Sciences-Industrie.

Über die ODGERS BERNDTSON Unternehmensberatung GmbH

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