Seit 1968 wird der Tag der älteren Generation jeweils am ersten Mittwoch im April (1.April 2020) als internationaler Aktionstag begangen, um die Mitmenschen auf die Situation und die Belange der älteren Generation aufmerksam zu machen. „In Zeiten von Corona und der damit ausgelösten Pandemie mit all seinen Einschränkungen, ist das wahrlich kein Tag zum Feiern, denn die Älteren werden in vielen Ländern, auch in Europa, bei der Bekämpfung von Corona diskriminiert und ihnen eine angemessene medizinische Behandlung verweigert.“, so Lutz Hethey, Geschäftsführer der Hilfsorganisation HelpAge-Deutschland.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkranken gemessen am Bevölkerungsanteil fünfmal mehr ältere Menschen an diesem Virus, als jüngere Menschen. Die Universitätsklinik in Wuhan /China, von wo aus sich COVID-19 weltweit verbreitete, hat erstmals untersucht, welche Altersgruppen besonders durch das Corona-Virus betroffen sind. Demnach liegt die Sterblichkeitsrate der über 80-Jährigen bei 14,8 % und ist somit siebenmal höher, als bei anderen Pandemien oder altersbedingten Krankheiten, während zum Beispiel in der Altersgruppe der 40-49-jährigen die Mortalitätsrate bei 0,4 % liegt.

Dennoch wird älteren Menschen häufig das Grundrecht auf eine angemessene medizinische Behandlung verweigert.


Aus Italien liegen Berichte vor, dass Menschen über 80 Jahre nicht mehr in Krankenhäusern aufgenommen werden, im spanischen Granada wurden in einem Pflegeheim bei einer Desinfektion durch das Militär mehrere Tote gefunden, die dort seit Tage in ihren Zimmern lagen. In einer Straßburger Klinik werden Patienten, die älter als 80 Jahre sind, auf Anweisung der Klinikdirektion nicht mehr beatmet. Sie sollen durch den Rettungsdienst eine „schnelle Sterbebegleitung mit Opiaten und Schlafmitteln“ erhalten, so Mediziner des Deutschen Instituts für Katastrophenmedizin in Tübingen, die die Klinik besucht haben.

„Das Menschen aufgrund ihres Alters eine Gesundheitsbehandlung verweigert wird, ist besorgniserregend und ein Verstoß gegen elementare Menschenrechte“, so Hethey. „Dies ist eine Zeit für verantwortungsbewusstes Handeln, gegenseitige Unterstützung und die oft beschworene Solidargemeinschaft zu leben; nicht eine Zeit, in der ältere Menschen stigmatisiert oder diskriminiert werden, weil sie ein wahrgenommenes Risiko darstellen oder anderen Gruppen mehr Wert beigemessen wird."

Unterstützt wird die Forderung des HelpAge Geschäftsführers durch die Vereinten Nationen. Am Wochenende forderte die UN-Expertenkommission die internationale Staatengemeinschaft dazu auf, die offensichtliche Diskriminierung sofort zu beenden und sicherzustellen, dass auch ältere Menschen einen ungehinderten Zugang zu einer angemessenen medizinischen Versorgung haben.

Allg. Information:

HelpAge Deutschland ist Mitglied des weltweit aktiven Netzwerkes HelpAge International und wurde 2005 in Osnabrück gegründet. Wir unterstützen mit unseren 145 Partnerorganisationen ältere Menschen in über 80 Ländern. Schwerpunkte unserer Arbeit sind die Verbesserung der Gesundheitsversorgung sowie die Stärkung der sozialen Absicherung. HelpAge ist das einzige Netzwerk, das weltweit die Interessen älterer Menschen in Entwicklungsländern vertritt und dabei Lobbyaktivitäten sowohl in Europa, den USA und Kanada als auch in den Ländern des Südens durchführt.

HelpAge International hat zudem beratenden Status beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen (ECOSOC) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

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Arndtstraße 19
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