Die Wirtschaft im IHK-Bezirk Heilbronn-Franken zeigt aktuell ein gemischtes Bild. In der Industrie hat die Konjunktur angesichts der schwächeren Weltwirtschaft spürbar an Tempo verloren. Auch im Dienstleistungssektor hat die konjunkturelle Dynamik nachgelassen. Dagegen läuft vor allem in der Bauwirtschaft, aber auch im Handel der Konjunkturmotor nach wie vor gut. Wichtige binnen- wirtschaftliche Auftriebskräfte wie der private Konsum sind weiterhin intakt. Hinsichtlich der zukünftigen Geschäfts- entwicklung zeigen sich die regionalen Unternehmen erneut etwas weniger zuversichtlich als in den letzten Monaten. Nach wie vor überwiegt aber der Optimismus.

Die regionalen Unternehmen schätzen den aktuellen Geschäfts- verlauf per saldo spürbar schlechter als im Vorquartal ein. 44 Prozent (Vorquartal 55 Prozent) der an der Umfrage teilnehmenden Betriebe bezeichnen die aktuelle Lage als gut, während 7 Prozent (Vorquartal 4 Prozent) der Unternehmen mit dem Geschäftsverlauf unzufrieden sind. Damit sind die Lage- urteile auf den niedrigsten Stand seit dreieinhalb Jahren gesunken. Sie liegen jedoch weiter auf einem hohen Niveau.

Auch die Geschäftserwartungen für die kommenden zwölf Monate haben sich gegenüber dem Vorquartal etwas verschlechtert. Nach wie vor überwiegen aber die optimistischen Stimmen. Während 26 Prozent (Vorquartal 29 Prozent) der Unternehmen von einer günstigen Geschäftsentwicklung ausgehen, blicken 13 Prozent (Vorquartal 10 Prozent) skeptisch in die Zukunft.


Elke Döring, Hauptgeschäftsführerin der IHK Heilbronn-Franken: „Steigende Beschäftigung und Einkommen sind die Garanten für eine nach wie vor starke Binnenkonjunktur. Sorgen bereitet aktuell die schwächelnde Weltwirtschaft, die insbesondere die Konjunktur der global ausgerichteten Industrie negativ beeinflusst. Aber es besteht Hoffnung, dass eine sich im Jahresverlauf belebende Weltwirtschaft auch die Exporte wieder steigen lässt.“

Industrie verliert an Schwung

In der Industrie fällt die Bewertung der wirtschaftlichen Lage angesichts der schwächeren Weltwirtschaft per saldo deutlich ungünstiger als im Vorquartal aus. 45 Prozent (Vorquartal 59 Prozent) der Betriebe melden eine gute Geschäftslage, während 8 Prozent (Vorquartal 2 Prozent) der Unternehmen von einem schlechten Geschäftsverlauf sprechen. Die Lageeinschätzungen liegen aber noch immer deutlich über dem langfristigen Durchschnittswert.

Die Auftragseingänge sind weiter zurückgegangen. Der Saldo aus positiven und negativen Stimmen liegt nun sowohl bei den Auslandsorders als auch bei den Inlandsorders im Minusbereich. 24 Prozent (Vorquartal 25 Prozent) der Betriebe konnten einen Anstieg der Auslandsorders verbuchen, 30 Prozent (Vorquartal 19 Prozent) melden hingegen einen Rückgang. Bei den Inlands- orders weist ein Fünftel (Vorquartal 21 Prozent) einen Anstieg aus, 26 Prozent (Vorquartal 19 Prozent) mussten Einbußen verkraften.

Die Beurteilung der weiteren Geschäftsentwicklung liegt per saldo auf dem Niveau des Vorquartals. 32 Prozent (Vorquartal 29 Prozent) der Betriebe gehen von einer günstigen Geschäfts- entwicklung aus, während 13 Prozent (Vorquartal 8 Prozent) mit einem schlechteren Verlauf rechnen. 39 Prozent (Vorquartal 40 Prozent) erwarten Umsatzzuwächse. 17 Prozent (Vorquartal 13 Prozent) kalkulieren mit Umsatzeinbußen. Die Export-erwartungen haben sich angesichts der rückläufigen Auslands- nachfrage und hoher internationaler Risiken gegenüber dem Vorquartal per saldo erneut verschlechtert. In den kommenden Monaten ist eine verhaltene Entwicklung der Ausfuhren zu erwarten. 30 Prozent rechnen mit einem steigenden Auslands- geschäft (Vorquartal 34 Prozent) , 22 Prozent (Vorquartal 16 Prozent) gehen von sinkenden Exporten aus. Auch die Investitionsbereitschaft hat gegenüber dem Vorquartal per saldo abgenommen. Ein Drittel (Vorquartal 40 Prozent) plant mit zunehmenden inländischen Investitionsausgaben.

Dienstleistungsgewerbe deutlich verschlechtert

Die Beurteilung der konjunkturellen Situation durch die Dienstleister fällt gegenüber dem Vorquartal per saldo spürbar weniger positiv aus. 34 Prozent (Vorquartal 48 Prozent) der Dienstleister halten die aktuelle Lage für gut, ein Zehntel (Vorquartal 8 Prozent) zeigt sich mit dem Geschäftsverlauf unzufrieden. Insbesondere Beratungsdienstleister und der Bereich Arbeitnehmerüberlassung berichten von einem unterdurchschnittlichen Geschäftsverlauf, während in der Informationswirtschaft und im Verkehrsgewerbe die Geschäfte gut laufen.

Bei der Umsatzentwicklung und den Auftragsvolumina sind gegenüber dem Vorquartal deutliche Einbußen hinzunehmen. Nur 19 Prozent (Vorquartal 34 Prozent) verbuchten einen Zuwachs beim Auftragsvolumen, während wie im Vorquartal 24 Prozent über rückläufige Auftragsvolumina berichten.

Die Beurteilung der Geschäftserwartungen ist skeptisch. 26 Prozent (Vorquartal 39 Prozent) der Betriebe rechnen mit einem günstigen Verlauf. 19 Prozent (Vorquartal 13 Prozent) blicken dagegen pessimistisch in die Zukunft.

Baugewerbe boomt weiter

Die Lagebeurteilung hat sich auf einem sehr hohen Niveau gegenüber dem Vorquartal per saldo nur wenig verschlechtert. 73 Prozent (Vorquartal 79 Prozent) der Unternehmen halten die aktuelle Geschäftslage für gut, nach wie vor kein Betrieb bezeichnet den Geschäftsverlauf als schlecht.

Die Auftragseingänge insgesamt sind gegenüber dem Vorquartal gestiegen. 30 Prozent (Vorquartal 16 Prozent) melden einen Zuwachs der Auftragseingänge, nur 3 Prozent (Vorquartal 13 Prozent) berichten von einem Rückgang. Lediglich im öffentlichen Hochbau ist es zu einer Verschlechterung gekommen. In den Teilbereichen Straßen- und Tiefbau, gewerblicher Hochbau sowie Wohnungsbau ist hingegen per saldo eine Erholung der Auftragseingänge festzustellen.

Die Einschätzung der weiteren Geschäftsaussichten bleibt positiv. 95 Prozent der Betriebe erwarten eine gleichbleibende oder positive Entwicklung und nur 5 Prozent eine Verschlechterung. Das größte Geschäftsrisiko stellt für 89 Prozent (Vorquartal 86 Prozent) nach wie vor der Fach-kräftemangel dar.

Großhandel stabil

Die Lageurteile im Großhandel fallen per saldo beinahe genauso positiv wie im Vorquartal aus. Während 55 Prozent (Vorquartal 58 Prozent) der Großhändler von einem guten Geschäftsverlauf sprechen, bezeichnen lediglich 2 Prozent (Vorquartal 3 Prozent) die aktuelle Lage als schlecht. Gegenüber dem Vorquartal ist ein Anstieg bei den Bestellungen festzustellen. 39 Prozent (Vorquartal 32 Prozent) der Betriebe verbuchten höhere Bestellungen, während 14 Prozent (Vorquartal 16 Prozent) Einbußen hinnehmen mussten.

In Bezug auf die weitere Geschäftsentwicklung bleibt der regionale Großhandel optimistisch. 29 Prozent (Vorquartal 37 Prozent) blicken zuversichtlich auf die Entwicklung in den nächsten zwölf Monaten. Nur 4 Prozent (Vorquartal 10 Prozent) schätzen den weiteren Geschäftsverlauf pessimistisch ein

Einzelhandel auf Topniveau

Die Lageurteile im regionalen Einzelhandel erreichen den höchsten Stand seit Herbst 2014. Steigende Einkommen und ein anhaltender Erwerbstätigenzuwachs sorgt für eine rege Konsum- nachfrage der privaten Haushalte. 48 Prozent (Vorquartal 39 Prozent) der Einzelhändler bezeichnen den Geschäftsverlauf als gut, während 11 Prozent (Vorquartal 7 Prozent) der Betriebe mit der aktuellen Lage unzufrieden sind. Die Beurteilung des Kaufverhaltens der Kunden durch die Einzelhändler fällt per saldo geringfügig besser als im Vorquartal aus. 21 Prozent (Vorquartal 9 Prozent) bezeichnen das Kaufverhalten der Kunden als kauffreudig. 48 Prozent (Vorquartal 68 Prozent) stufen es als saisonüblich angemessen ein. 32 Prozent (Vorquartal 23 Prozent) sprechen von einem zurückhaltenden Kaufverhalten. Die weitere Umsatzentwicklung wird pessimistischer als im Vorquartal eingeschätzt. 16 Prozent (Vorquartal 21 Prozent) rechnen mit einem Umsatzwachstum, 23 Prozent (Vorquartal 16 Prozent) erwarten Umsatzeinbußen.

Hinsichtlich des zukünftigen Geschäftsverlaufs überwiegt im Einzelhandel die Skepsis. Während wie im Vorquartal gut 11 Prozent der Betriebe von einer günstigen Geschäftsentwicklung ausgehen, rechnet jeder fünfte Einzelhändler (Vorquartal 19 Prozent) mit einem schlechteren Geschäftsverlauf. 68 Prozent erwarten eine gleichbleibende Entwicklung.

Arbeitsmarktentwicklung weiterhin positiv

23 Prozent (Vorquartal 25 Prozent) der Betriebe planen Neueinstellungen, während 13 Prozent (Vorquartal 10 Prozent) Personal abbauen wollen. Nach wie vor bremsen Fachkräfte- engpässe das Beschäftigungswachstum. 62 Prozent der Unternehmen sehen den Fachkräftemangel als größtes Geschäftshemmnis.

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