Digital ist besser: Das gilt längst auch für die Planung und Durchführung von Bauprojekten. Der Trend der Stunde im Baugewerbe heißt „Building Information Modeling“, kurz BIM, und dient dazu, den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks von der Konzeption über Konstruktion und Wartung bis hin zur Entsorgung bzw. Nachnutzung auf einer zentralen Datenplattform abzubilden. Die Region Hannover unterstützt den Aufbau eines regionalen Clusters für „Building Information Modeling“ durch das Institut für Baumanagement und Digitales Bauen der Leibniz Universität Hannover (ICoM) mit einem Zuschuss von rund 112.000 Euro. So hat es der Ausschuss für Wirtschaft und Beschäftigung in seiner heutigen Sitzung empfohlen. Kernstück der regionalen Förderung ist ein kostenloses und niedrigschwelliges Qualifizierungsangebot für kleine und mittlere Unternehmen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Fachkonferenz „BIM EXPO 2019“, die am 4. und 5. September im EXPO-Wal stattfinden wird. Sie richtet sich an nationale und internationale Zielgruppen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik.

Ein weiteres Projekt, das kleinen Unternehmen eine kostengünstige Automatisierung ihrer Prozesse vor Augen führen soll, zeigt die „Möglichkeiten und Grenzen von Cobot-Systemen“ auf. Diese einfach zu programmierenden Roboter eignen sich vor allem für den Einsatz in flexiblen Produktionslinien wie etwa der Backwarenindustrie, der Metall-, Schaumstoff- oder Kunststoffverarbeitung. Im Auftrag der Region soll nun die TEWISS – Technik und Wissen GmbH ein Cobot-System anschaffen und interessierten kleinen und mittleren Unternehmen aus der Region für den vierwöchigen Testlauf in einer exemplarischen Anwendung zur Verfügung stellen. Von der Region gibt es dafür einen Zuschuss von insgesamt 160.000 Euro, so das Votum des zuständigen Fachausschusses.

Viele kleinere Industrieunternehmen und Handwerksbetriebe haben bislang noch keine Erfahrungen mit Robotern bzw. Cobots, keinen Kontakt zur Robotik-Branche und keine oder nur wenige Fachkräfte aus der Automatisierungstechnik. „Diesen Unternehmen möchten wir ein niedrigschwelliges Angebot machen, um sich mit den Möglichkeiten der Robotik auseinanderzusetzen und wettbewerbsfähig aufzustellen“, erklärt Ulf-Birger Franz, Wirtschaftsdezernent der Region Hannover, den Ansatz des Cobot-Projekts. Der Cobot, den die TEWISS anschaffen wird, ist mobil einsetzbar und kommt in unterschiedlichen Unternehmen und Produktionslinien zur Anwendung. Nach dem Einsatz des Cobots wird dokumentiert, wie produktiv der Testbetrieb war. Die Erfahrungen der teilnehmenden Betriebe sollen dann einem größeren Kreis von interessierten Unternehmen vorgestellt werden.


Das Projekt „Building Information Modeling“ bezieht sich auf den von der Bundesregierung 2015 verabschiedeten „Stufenplan Digitales Planen und Bauen“ und geht davon aus, dass bei der Ausschreibung von großen öffentlichen und privaten Bauvorhaben in Zukunft nur noch Unternehmen mit so genannter BIM-Kompetenz zum Zuge kommen werden. Daher werden zurzeit bundesweit so genannte BIM-Cluster aufgebaut, die der Vernetzung und dem Informationsaustausch dienen sollen.

„Die Möglichkeit zur Erprobung von BIM soll kleinen und mittleren Unternehmen mögliche Berührungsängste nehmen und einen praxisnahen Zugang zur Arbeit in digital vernetzten Strukturen bieten“, erklärt Wirtschaftsdezernent Ulf-Birger Franz die Idee des Projekts „Building Information Modeling“.

In den Räumen des Instituts für Baumanagement und Digitales Bauen der Leibniz Universität (ICoM) erhalten kleine und mittlere Unternehmen die Möglichkeit, den Einsatz von Virtual Reality und kollaborativen Bau- und Planungsprozessen zu erproben. Dafür gibt es ein kostenloses Qualifizierungs- und Schulungsprogramm, das sich im Sommersemester 2019 an Planer und Bauingenieure, im Wintersemester 2019/20 an Handwerk und KMU Baugewerbe richtet. Drei ganztägige Workshop-Module vermitteln die Grundlagen und Anwendungsmöglichkeiten von BIM. Lernziel des Kurses ist es, die nächsten Schritte auf dem Weg zur Implementierung von BIM im eigenen Unternehmen bzw. Planungs- und Bauprojekt festzulegen. Einen ersten Einblick in das Schulungsangebot liefert der „Open LAB Day“ am 3. Juni im ICoM.

Firmenkontakt und Herausgeber der Meldung:

Region Hannover
Hildesheimer Str. 20
30169 Hannover
Telefon: +49 (511) 616-0
Telefax: +49 (511) 61622499
http://www.hannover.de

Ansprechpartner:
Frauke Bittner
Pressesprecherin
Telefon: +49 (511) 616220-76
Fax: +49 (511) 616224-95
E-Mail: Frauke.Bittner@region-hannover.de
Für die oben stehende Pressemitteilung ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmenkontakt oben) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber des Pressetextes, sowie der angehängten Bild-, Ton-, Video-, Medien- und Informationsmaterialien. Die United News Network GmbH übernimmt keine Haftung für die Korrektheit oder Vollständigkeit der dargestellten Meldung. Auch bei Übertragungsfehlern oder anderen Störungen haftet sie nur im Fall von Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit. Die Nutzung von hier archivierten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Eine systematische Speicherung dieser Daten sowie die Verwendung auch von Teilen dieses Datenbankwerks sind nur mit schriftlicher Genehmigung durch die United News Network GmbH gestattet.

Zusammenhängende Posts

Forschung und Entwicklung

MOIO unterstützt Projektvorhaben CareFul KI

Das Projekt CareFul KI wurde im Rahmen des BMWi-Förderprogramms für die Wettbewerbsphase des Innovationswettbewerbs KI ausgewählt. Die aussichtsreichsten Konzepte der Wettbewerbsphase werden im Anschluss prämiert und realisiert. MOIO ist überzeugt vom Konzept der Plattform und Read more…

Forschung und Entwicklung

Schnell und sicher ohne Stau – Studenten testen Raketendrohnen aus Carbon

Augsburg/Buttenwiesen. Mit Spannung erwarteten rund 50 Gäste und Beobachter am 14. August 2019 die Probestarts von sechs Modell-Raketendrohnen. Studierende der Uni Augsburg hatten die experimentellen Flugkörper entworfen und gebaut, die schon bald Personen, Fracht oder Read more…

Forschung und Entwicklung

FSK verlängert Bewerbungsfrist für Innovationspreis Schaumstoffe und Polyurethane 2019

Der Fachverband Schaumkunststoffe und Polyurethane e.V. (FSK) verlängert die Frist zur Bewerbung um den diesjährigen FSK-Innovationspreis. Ausgezeichnet werden 2019 erstmals innovative Ideen, zukunftsweisende Konzepte und nachhaltige Neuentwicklungen in den Werkstoffbereichen Schaumkunststoffe und Polyurethane gemeinsam. Bereits Read more…