Der zweite Projektdurchlauf von „Back2Job“ fand heute einen erfolgreichen Abschluss. Seit Anfang Juli 2017 begleitete das Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft (BNW) 24 Teilnehmerinnen im Alter von 27 bis 47 Jahren aus 15 Ländern nach Elternzeit und Familienphase beim Wiedereinstieg in ihren Ursprungsberuf. Bei der Abschlussveranstaltung feierten 92 Gäste, darunter Teilnehmerinnen, Projektpartnerinnen, Partner und Förderer, die jüngsten Erfolge.

Hervorragende Bilanz – Sieben Frauen starteten vorzeitig in ein Arbeitsverhältnis

Bis dato haben bereits über 50 Prozent der Frauen eine Wiedereinstellung erreicht – sieben Teilnehmerinnen sind in einem festen Arbeitsverhältnis, vier weitere starten bis zum 1. Juli in ihren neuen Job. Die anderen Frauen befinden sich unter anderem in Vertragsverhandlungen oder im Praktikum. Tobias Lohmann, Sprecher der Geschäftsführung des BNW, erklärt den Projekterfolg: „Das Besondere an dem Projekt ‚Back2Job‘ ist die Kombination aus betrieblichen Praktika und theoretischer Wissensvermittlung. So gelingt es, die Potenziale der Frauen gezielt zu stärken, sie auf den neusten Stand der Technik zu bringen und sie in kürzester Zeit mit aktuellen Kenntnissen zurück in den Job zu vermitteln. Davon profitieren Teilnehmerinnen, Partnerunternehmen und letztlich die niedersächsische Wirtschaft – eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.“


„Back2Job“ sichert der Region Hannover weibliche Fachkräfte

Ebenso stolz auf den zweiten großen Projekterfolg zeigt sich Ute Stahlmann, Abteilungsleiterin Wirtschaftsordnung und Arbeitsmarkt, Niedersächsisches Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung: „In Niedersachsen ist der Bedarf an qualifizierten Fachkräften im MINT-Bereich besonders groß. Da liegt es nahe, das bereits vorhandene Potenzial der Frauen für genau diese Berufe zu nutzen.“ Ulf-Birger Franz, Wirtschaftsdezernent der Region Hannover, ergänzt: „Das Projekt ‚Back2Job‘ trägt dazu bei, dass hochqualifizierte Frauen nach einer Familienphase schnell wieder in den Beruf zurückfinden. Eine stärkere Beteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt und bessere Aufstiegschancen für Frauen in Unternehmen sind zentrale Hebel gegen den Fachkräftemangel. Daher hat die Fachkräfteallianz Hannover auch den zweiten Durchgang des Projekts gern unterstützt.“

Mit der Verknüpfung von Praxis und Theorie an frühere Erfolge anknüpfen

Neue Technologien und kurze Innovationszyklen erschweren den beruflichen Wiedereinstieg von Frauen nach langer Familienpause. Das erlebte auch Lisa-Marie Pudrycki, die während des Studiums Kinder bekam und vergangenes Jahr ohne Berufserfahrung in den Beruf einsteigen wollte: „Da ich örtlich gebunden bin, war es für mich schwierig, passende Stellen zu finden – insbesondere deshalb, weil die Stellen in der Biotechnologie für Hochschulabsolventen rar sind. Daher freue ich mich, dass ich an dem Projekt teilnehmen durfte. Mir hätte nichts Besseres passieren können.“ Seit dem 18. Juni hat sie über den Dienstleister Hays eine Festanstellung bei einem weltweit operierenden Pharmaunternehmen in der Biotechnologie.
Teilnehmerin Nadezda Melekhova betont, dass Back2Job ihr geholfen habe, im Bewerbungsverfahren selbstbewusster und motivierter aufzutreten. „In der Coachingphase beim BNW habe ich zudem gelernt, alles unter einen Hut zu bringen – Vorlesungen, Sprachkurse, Haushalt, Familie und Beruf“, so die studierte Maschinenbauingenieurin aus Russland. Nach einem Praktikum bei TÜV Nord, das ihr unter anderem geholfen hat, die deutsche Arbeitskultur kennenzulernen, winkt ihr nun ein Vorstellungsgespräch.

Über „Back2Job“

Das Projekt „Back2Job – Ingenieurinnen gesucht!“ wurde in der Region Hannover 2016 ins Leben gerufen und zielt darauf ab, Frauen mit Fachkenntnissen in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik, den so genannten MINT-Berufen, nach einer beruflichen Auszeit beim Wiedereinstieg ins Berufsleben zu begleiten. Kurze Innovationszyklen erschweren in MINT-Berufen die Rückkehr ins Arbeitsleben. Speziell für Frauen nach einer – meist familienbedingten – beruflichen Auszeit führt das Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft (BNW) im Auftrag der Fachkräfteallianz daher das Projekt „Back2Job“ bereits im zweiten Durchlauf erfolgreich durch. Im Vordergrund stehen betriebliche Praktika („Training on the Job“) in Kombination mit einer Erweiterung und Auffrischung des Fachwissens an der Leibniz Universität Hannover und der Hochschule Hannover.

Das Projekt kommt nicht nur wiedereinstiegswilligen Frauen zugute – „Back2Job“stärkt auch die Region als Wirtschaftsstandort, indem es Fachkräftepotenziale erschließt. Finanziert wird „Back2Job“ vom Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds sowie von der Region Hannover, der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter.

„Back2Job“ überzeugte auch die Europäische Union und gelangte 2017 unter die fünf Finalisten in der Kategorie „Empowerment und aktive Teilhabe von Frauen“ des von der EU ausgelobten „RegioStars Award“. Mit der Auszeichnung ehrt die Europäische Union jährlich innovative EU-Projekte auf lokaler Ebene, die als Inspiration für andere Regionen dienen können.

Über das Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft (BNW)

Das Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft (BNW) ist ein Bildungsunternehmen, das Wirtschaft versteht und mit seinen zukunftsorientierten Lernlösungen einen wichtigen Beitrag für die Standortsicherung Niedersachsens leistet. Seit fast 50 Jahren ist das BNW der Partner für Lern- und Entwicklungsprozesse. Jedes Jahr begleiten wir über 52.000 Menschen dabei, ihre beruflichen Chancen zu erkennen und ihre Fähigkeiten weiter zu entwickeln. Mit seinen 1.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an 57 Standorten steht das BNW für Verlässlichkeit und agiert ebenso vorausschauend wie schnell und flexibel.

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