Die seit Herbst 2016 laufende Umstellung der Registrierung von grenzüberschreitend tätigen Unternehmen und der Entsendemitteilungen auf elektronischer Basis empfinden viele grenznah tätige Unternehmen als Behinderung und Rückschritt im EU-Binnenmarkt. Aufgrund des Aufwands haben bereits viele ihre Tätigkeit in Frankreich reduziert, andere denken sogar über eine Beendigung nach. So fasst die IHK Saarland eine gemeinsame Umfrage mit den IHKs Freiburg/Lahr und Trier zusammen.

An der Umfrage zu den Folgen der Entsendeformalitäten in Frankreich nahmen insgesamt 350 Unternehmen teil. Die größte Gruppe der Teilnehmer und Betroffenen sind Industrieunternehmen (36 Prozent), vor Handelsunternehmen (21 Prozent) und sonstigen Dienstleistungen (21 Prozent). Fünf Prozent der Meldungen kam aus dem Verkehrsgewerbe. Die grenzüberschreitend tätigen Unternehmen führen überwiegend Montage- oder Reparaturarbeiten an und in Bauten und Anlagen in Frankreich aus (32 Prozent), besuchen ihre Kunden (21 Prozent) oder liefern Waren aus (20 Prozent). Weitere 21 Prozent nehmen als Aussteller oder Besucher an französischen Messen teil.

Das Ergebnis: Größtes Ärgernis für fast ein Drittel (28 Prozent) der Antwortenden stellt die Suche nach einer Auskunftsperson mit französischer Adresse und die Kosten für einen solchen Vertreter auf kommerzieller Basis dar. Ein weiteres Problem für deutsche Unternehmen (18 Prozent) ist die Weitergabe von datenschutzrelevanten Informationen an Dritte (personenbezogene Daten von Mitarbeitern und Geschäftsführung, z.B. Lohn- und Gehaltsabrechnungen) sowie die fehlende Flexibilität des Online-Portals für die Entsendemitteilung bei kurzfristigen Notfall-Einsätzen bei französischen Kunden (19 Prozent).


Die Entsendungsformalitäten stellen für 95 Prozent der Unternehmen eine bürokratische Hürde dar, die den Ablauf der Geschäfte behindert. Drei Viertel der Unternehmen entsenden zwischen ein und zehnmal pro Jahr Mitarbeiter nach Frankreich, 20 Prozent zwischen 100 bis 500 Mal. Den Spitzenreiter stellt ein Unternehmen mit 2 500 bis 3 500 Entsendungen pro Jahr.
Ein Drittel der Befragten gibt an, ihre Aktivitäten bereits reduziert zu haben. Sollte es zu der zusätzlich geplanten Einführung einer Entsendegebühr von 40 Euro kommen, planen weitere 41 Prozent, ihre Aktivitäten in Frankreich stark zu reduzieren.
„Mit diesem Ergebnis wird deutlich, dass der berechtigte Kampf gegen Sozialdumping und Schwarzarbeit als Hintergrund der intensiveren Anmeldeprozedur in der jetzigen Form eine Behinderung des Dienstleistungsverkehrs zur Folge hat. Die IHKs in der Großregion stehen in intensiven Austausch mit den französischen Behörden, um diese unerwünschten Nebenwirkungen zu beseitigen“, so Oliver Groll, IHK-Geschäftsführer International. Ziel dabei ist es insbesondere, Ausnahmeregelungen für tägliche Mehrfacheinsätze in der Grenzregion zu verhandeln.

Firmenkontakt und Herausgeber der Meldung:

Industrie- und Handelskammer des Saarlandes
Franz-Josef-Röder-Straße 9
66119 Saarbrücken
Telefon: +49 (681) 9520-0
Telefax: +49 (681) 9520-888
http://www.saarland.ihk.de

Ansprechpartner:
Nicole Schneider-Brennecke
IHK Industrie- und Handelskammer des Saarlandes
Telefon: +49 (681) 9520-330
Fax: +49 (681) 9520-388
E-Mail: nicole.schneider-brennecke@saarland.ihk.de
Für die oben stehende Pressemitteilung ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmenkontakt oben) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber des Pressetextes, sowie der angehängten Bild-, Ton-, Video-, Medien- und Informationsmaterialien. Die United News Network GmbH übernimmt keine Haftung für die Korrektheit oder Vollständigkeit der dargestellten Meldung. Auch bei Übertragungsfehlern oder anderen Störungen haftet sie nur im Fall von Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit. Die Nutzung von hier archivierten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Eine systematische Speicherung dieser Daten sowie die Verwendung auch von Teilen dieses Datenbankwerks sind nur mit schriftlicher Genehmigung durch die United News Network GmbH gestattet.

Zusammenhängende Posts

Ausbildung / Jobs

Campustag@Home der Hochschule Stralsund

Jedes Jahr empfängt die Hochschule Stralsund viele hundert Besucher zum Tag der offenen Tür auf ihrem grünen Campus direkt am Wasser. In diesem Jahr kann die HOST wegen der Corona-Pandemie nicht mit diesem Highlight punkten. Read more…

Ausbildung / Jobs

Jetzt anmelden und die letzten Plätze zum Webinar Studienstart sichern!

Für viele Schülerinnen und Schüler endet bald ein kurioses Schuljahr und trotz der ungewöhnlichen Umstände öffnen sich viele neue Wege für die Zukunft. Einer dieser Wege führt ab Herbst 2020 direkt an eine Universität oder Read more…

Ausbildung / Jobs

Der Fachmann der Lüftungsanlagen: Moritz Schulz ist Azubi des Monats Juni

Wenn das eigene Kind beruflich in die Fußstapfen des eigenen Vaters treten will, raten Freunde und Bekannte meist dazu, den Sprössling erstmal unter die Fittiche anderer zu geben, sodass er sich seine Hörner abstoßen kann. Read more…