Neue OpRisk-Taxonomie: Was Compliance-Fälle für die Geschäftsleitung bedeuten

I. Key Facts Die Delegierte Verordnung (EU) 2026/1167 ergänzt die CRR durch technische Regulierungsstandards zu operationellen Risiken. Sie wurde am 3. September 2026 im Amtsblatt veröffentlicht und tritt nach Artikel 40 am zwanzigsten Tag nach ihrer Veröffentlichung in Kraft. Artikel 23 bis 32 konkretisieren die Taxonomie für Verlustereignisse aus operationellen Weiterlesen…

EBA-RTS nach Art. 323 CRR: Was sich im operationellen Risikomanagement ändert

  I. Die Kernaussage vorweg: Was ändert sich – und für wen? Der EBA-Entwurf konkretisiert die bereits geltenden Vorgaben des Art. 323 Abs. 1 CRR zum Management operationeller Risiken. Vorgesehen sind insbesondere detailliertere Anforderungen an Governance, Risikobewertung, Datenqualität, Kontrollen und Berichterstattung. Die zusätzlichen Konkretisierungen werden erst mit Inkrafttreten und Anwendung des endgültigen RTS verbindlich; die gesetzlichen Weiterlesen…

Der Geldwäschebeauftragte 2026/2027: Rechtsstellung, Pflichtenkern und der Übergang in das EU-Regelwerk

Die Funktion des Geldwäschebeauftragten ist gesetzlich klar konturiert, in der Umsetzung jedoch häufig unterbestimmt: Er ist für die Einhaltung der geldwäscherechtlichen Vorschriften zuständig, die Verantwortung der Leitungsebene bleibt davon unberührt, und er ist der Geschäftsleitung unmittelbar nachgeordnet. Zwei Entwicklungen verändern diese Funktion in kurzer Folge. Zum 10. Februar 2026 wurde Weiterlesen…

Leadership & Führung 2026/2027: KI-Governance, OKR und Haftungsschutz

Führung ist in Deutschland zum Engpassfaktor geworden: Nach dem Engagement Index Deutschland 2025 von Gallup ist nur jeder zehnte Beschäftigte emotional hoch gebunden, das Zutrauen in die Geschäftsführung bleibt schwach, und die volkswirtschaftlichen Produktivitätseinbußen fehlender Bindung lagen 2025 zwischen 119 und 142 Milliarden Euro. Parallel verdichtet sich die rechtliche Verantwortung: Weiterlesen…

WpI MaRisk 2026: Was Wertpapierinstitute jetzt bis 2027 umsetzen müssen

WpI MaRisk 2026: Neue Anforderungen an Governance und Risikomanagement von Wertpapierinstituten Mit dem Rundschreiben 09/2026 (WA) hat die BaFin erstmals eigenständige Mindestanforderungen an das Risikomanagement kleiner und mittlerer Wertpapierinstitute veröffentlicht. Die WpI MaRisk gelten ab dem 1. Januar 2027. Betroffene Institute sollten die verbleibende Zeit für eine dokumentierte Umsetzungs- und Weiterlesen…

Industrial Accelerator Act: Haftung nach § 93 AktG und § 43 GmbHG

I. Vorneweg um was geht es im Wesentlichen und was sind zentrale Compliance- und Haftungsrisiken 1.) Einleitung Der von der Europäischen Kommission vorgelegte Entwurf des Industrial Accelerator Act (IAA-E) ist für Unternehmen von erheblicher Bedeutung, weil er neue Vorgaben für öffentliche Beschaffung, Förderfähigkeit, industrielle Lieferketten und bestimmte ausländische Investitionen vorsieht. Weiterlesen…

CSA 2 & Compliance: Wo beginnen die persönlichen Haftungsrisiken?

  I. Vorneweg um was geht es im Wesentlichen Der Cybersecurity Act 2 befindet sich im EU-Gesetzgebungsverfahren und soll den europäischen Cybersicherheitsrahmen grundlegend weiterentwickeln. Im Fokus stehen mehr Harmonisierung, stärkere Anforderungen an IKT-Lieferketten und Hochrisikoanbieter sowie eine engere Verzahnung mit NIS2. Damit gewinnt neben IT-Sicherheit insbesondere regulatorische Governance, Nachweisführung und Third-Party-Risk-Management an Bedeutung. Unternehmen sollten Weiterlesen…

Welche Rechtsformen erfordern erhöhte Geldwäsche-Sorgfalt? Die sektorspezifische Risikoanalyse nach § 15 GwG

  I. Management Summary 1.) Gezielter Fokus auf Hochrisiko-Strukturen: Die behördliche Risikoanalyse stuft insbesondere die Rechtsformen GmbH und UG sowie grenzüberschreitende Gesellschaftskonstrukte als "erheblich" anfällig für Geldwäsche ein. Compliance-Abteilungen sollten prüfen und nachvollziehbar dokumentieren, inwieweit diese Erkenntnisse Anpassungen des unternehmenseigenen Risikomanagements erfordern. Komplexe Beteiligungsketten, informelle Strohmann-Verhältnisse (Nominee Arrangements) sowie Share Weiterlesen…

Welche Pflichten müssen Geldwäschebeauftragte nach §§ 5, 6 und 15 GwG bis zum AMLA-Stichtag 31.12.2026 umsetzen?

A.) Kerninhalte vorab Die geldwäscherechtlichen Aufsichtsanforderungen (AML/CFT) verdichten sich signifikant. Für Geschäftsleitung und Compliance-Funktion ergeben sich aus aktuellen Behördeninitiativen (AMLA, BaFin, FIU, EBA) folgende Handlungsschwerpunkte: Verschärfte EU-Aufsicht: Aus Art. 5 ff. Verordnung (EU) 2024/1620 (AMLA-VO) i. V. m. dem EBA Reporting Framework v4.3 ergeben sich für Verpflichtete Anpassungspflichten hinsichtlich Datenhaushalt, Governance und Meldeprozessen Weiterlesen…

BaFin-Aufsicht für KI-Systeme

  I. Warum dieser Beitrag von zentraler Relevanz ist Die aufsichtsrechtliche Bedeutung von Künstlicher Intelligenz im Finanzsektor nimmt deutlich zu. Die BaFin übernimmt im Rahmen der nationalen Zuständigkeitsordnung Aufgaben bei der Überwachung bestimmter KI-Systeme, die von beaufsichtigten Unternehmen im Zusammenhang mit regulierten Finanzdienstleistungen eingesetzt werden. Maßgeblich bleiben dabei die konkreten Weiterlesen…