Die Europäische Kommission hat die geplante Revision der REACH-Verordnung vorerst gestoppt. Damit wird eines der zentralen Regulierungsvorhaben im Bereich der europäischen Chemikalienpolitik nicht wie ursprünglich vorgesehen weiterverfolgt. Zeit für einen realistischen Neustart der europäischen Chemikalienpolitik.

Für die Oberflächentechnik und die gesamte industrielle Wertschöpfungskette ist diese Entscheidung von erheblicher Bedeutung. Die bislang diskutierten Vorschläge zur REACH-Revision hätten tiefgreifende Auswirkungen auf den Einsatz bewährter Stoffe und Prozesse gehabt – mit potenziell weitreichenden Konsequenzen für Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und industrielle Produktion in Europa.

Aus Sicht des ZVO ist die Entscheidung der Kommission daher ein wichtiges Signal. Sie eröffnet die notwendige Gelegenheit, die bisherigen Ansätze grundlegend zu überdenken und stärker an den realen Anforderungen der industriellen Praxis auszurichten.

Die Diskussionen der vergangenen Monate haben deutlich gemacht, dass zentrale Elemente der geplanten Revision kritisch zu bewerten sind. Insbesondere:

  • Das Konzept der „Essential Use“ birgt erhebliche Rechtsunsicherheiten und ist für viele industrielle Anwendungen – gerade in der Oberflächentechnik – kaum praktikabel abgrenzbar.
  • Pauschale Stoffgruppenansätze („Generic Approach“) drohen, differenzierte Risikobetrachtungen zu ersetzen und bewährte Anwendungen ohne ausreichende wissenschaftliche Grundlage einzuschränken.
  • Zunehmende regulatorische Komplexität belastet insbesondere kleine und mittlere Unternehmen unverhältnismäßig stark und bindet Ressourcen, die für Innovation und Transformation benötigt werden.

Vor diesem Hintergrund war die Gefahr real, dass eine übereilte Revision zu einer weiteren Verlagerung industrieller Wertschöpfung aus Europa geführt hätte – ohne einen entsprechenden Mehrwert für Umwelt- oder Gesundheitsschutz zu erzielen.

Der ZVO setzt sich daher weiterhin für eine zielgerichtete, wissenschaftsbasierte und praktikable Weiterentwicklung von REACH ein. Dazu gehört insbesondere:

  • die Beibehaltung des bewährten risikobasierten Ansatzes,
  • eine klare Differenzierung zwischen kritischen und unverzichtbaren Anwendungen,
  • sowie eine spürbare Entlastung von kleinen und mittleren Unternehmen.

Die Pause bei der REACH-Revision sollte nun genutzt werden, um gemeinsam mit Industrie, Behörden und Wissenschaft eine tragfähige Grundlage für die zukünftige Ausgestaltung der europäischen Chemikalienpolitik zu erarbeiten.

Für den ZVO ist klar: Europa braucht eine Chemikalienregulierung, die hohe Schutzstandards mit industrieller Leistungsfähigkeit verbindet – und damit die Grundlage für Innovation, Nachhaltigkeit und Wertschöpfung am Standort Europa sichert.

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