Etwa jedes sechste Kind in Deutschland wächst mit einem psychisch erkrankten Elternteil auf – so der Bericht der Bundesarbeitsgruppe Kinder psychisch und suchterkrankter Eltern von 2019. Gelingt es den Eltern nicht, Erziehung und Versorgung zu gewährleisten, müssen diese Kinder häufig sehr früh Verantwortung übernehmen. Ihr Risiko, im weiteren Leben selbst eine psychische Erkrankung zu entwickeln, liegt um ein Drei- bis Vierfaches höher. Seit 2017 setzt die Region das Projekt „Kinder psychisch erkrankter Eltern“ um, das unterstützende Angebote für Betroffene entwickelt und die fachübergreifende Netzwerkarbeit ausbaut. Heute (2.9.) hat der Fachbereich Jugend die Ergebnisse der aktuellen Auswertung dem Jugendhilfeausschuss der Region Hannover vorgestellt.

„Die Auswertung zeigt, dass es bei rund 460 Kindern, die von uns Unterstützung bekommen haben, eine psychische, chronische oder Suchterkrankung eines Elternteils gab. Es bleibt wichtig, diesen Schwerpunkt zu setzen und unsere Hilfeangebote für die Kinder psychisch kranker Eltern als auch für die ganzen Familien hier noch weiter auszubauen“, so Dr. Andrea Hanke, Dezernentin für Soziale Infrastruktur der Region Hannover.

Ein Angebot, das Ende 2020 auf den Weg gebracht wurde, ist das „Patenprojekt für Kinder psychisch belasteter Eltern“ von der Pestalozzi-Stiftung und der Region Hannover. Das Projekt nimmt die Kinder dieser Familien in den Blick und entlastet sie in ihrer familiären, oft belasteten Situation. Kinder psychisch erkrankter Eltern wollen in der Regel ihre Eltern unterstützen und übernehmen Verantwortung, um das Familiensystem aufrecht zu erhalten. Das Patenprojekt verfolgt das Ziel, diese Kinder im Alter von sechs bis elf Jahren regelmäßig zu begleiten, sie zu unterstützen und ihnen Raum zu geben für ihre kindlichen Bedürfnisse. „Das Angebot wird gut angenommen – der Bedarf ist hoch. Daher soll das Projekt verlängert werden“, sagt Dr. Hanke.

Die Pestalozzi-Stiftung, die das Projekt umsetzt, sucht für die Ausweitung des Angebots noch engagierte Erwachsene, die ehrenamtlich tätig werden möchten: Die Patinnen und Paten verbringen mit den Kindern einmal wöchentlich außerhalb der Familie gemeinsame Zeit und stehen als verlässliche Ansprechpersonen für das jeweilige Kind zur Verfügung. Dabei werden sie intensiv in Form von Schulungen und Beratungen von den zuständigen Mitarbeiterinnen der Pestalozzi-Stiftung unterstützt. Auch in der Zeit der Patenschaft begleiten und beraten die Koordinatorinnen der Pestalozzi-Stiftung regelmäßig, sodass die Patinnen und Paten eine kontinuierliche Ansprechpartnerin haben.

Patinnen und Paten gesucht – Informationsveranstaltung
Interessierte sind herzlich willkommen, sich am Freitag, 10. September, ab 15 Uhr, im Regionshaus, Hildesheimer Straße 18 in Hannover über die Inhalte des Projektes zu informieren. Um telefonische Anmeldung bei der Pestalozzi-Stiftung unter Telefon 0151-58262045 oder 0151-58622036 bis Donnerstag, 9. September, wird gebeten (begrenzte Platzzahl). Die Veranstaltung findet unter den aktuell geltenden Hygienevorschriften statt. Interessierte können auch telefonisch oder schriftlich mit der Pestalozzi-Stiftung Kontakt aufnehmen, alle Informationen geben gern Friederike Raupach (0151-58262045), E-Mail: fraupach@pestalozzi-stiftung.de oder Caroline Weiner (0151-58622036), E-Mail: cweiner@pestalozzi-stiftung.de.

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