Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) sinkt: Für das laufende dritte Quartal liegt es bei einem Stand von 100 Punkten. Damit deutet sich fortan eine langsamere Entwicklung an, nachdem das Bruttoinlandsprodukt von April bis Juni mit rund zweieinhalb Prozent einen kräftigen Satz gemacht haben dürfte.

„Die deutsche Wirtschaft wird im dritten Quartal wohl an Tempo verlieren. Maßgeblich für das kräftige Plus im vergangenen Quartal war die Erholung in vielen Dienstleistungsbranchen, die nun weitgehend abgeschlossen sein dürfte“, sagt Simon Junker, DIW-Experte für die Konjunktur in Deutschland. Dagegen wurde die Industrie im zweiten Quartal durch fehlende Vorleistungsgüter ausgebremst. Bislang zeichnet sich keine Besserung ab – und wenngleich die Knappheiten allmählich beseitigt werden dürften: „Auch im dritten Quartal leiden viele Branchen unter globalen Lieferengpässen, die Industrie schwächelt weiterhin“, so Junker. Nicht zuletzt aufgrund möglicherweise wieder stärker zulegender Inzidenzen sind auch die Stimmungsindikatoren zuletzt gesunken.

Alles in allem setzt sich die Erholung der deutschen Wirtschaft fort. Angesichts der Schwierigkeiten in der Industrie dürfte der Zuwachs von Juli bis September im Vorquartalsvergleich aber allenfalls bei einem Prozent liegen. Damit kommt die Erholung zwar in etwas ruhigeres Fahrwasser – Aussichten auf eine kräftigere Industriekonjunktur im späteren Jahresverlauf sprechen aber für eine wieder anziehende Dynamik zum Jahreswechsel. Die anhaltende Erholung kommt auch auf dem Arbeitsmarkt an, wo immer mehr Menschen aus der Kurzarbeit in die reguläre Beschäftigung zurückkehren. Auch die Löhne dürften spürbar zulegen. Den Menschen in Deutschland steht – zumindest im Durchschnitt – ein merklich steigendes Einkommen zur Verfügung, weshalb sie ihren Konsum wohl weiter stark ausweiten.

Das nächste DIW Konjunkturbarometer erscheint am Dienstag, den 31. August 2021.

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