Schon 2012 wurde mithilfe des hessischen LOEWE-Programms (Landesoffensive für ökonomische und wissenschaftliche Exzellenz) am Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME eine Fraunhofer-Projektgruppe für Translationale Medizin und Pharmakologie TMP eingerichtet, um das Portfolio der Fraunhofer-Gesellschaft auf dem Gebiet der Arzneimittelforschung und –entwicklung zu erweitern. Basierend auf ihrer hohen Expertise auf den Gebieten Wirkstoffsuchforschung, pharmazeutische Technologie, hochdifferenzierte und indikationsspezifische pharmakologische Modelle bis hin zur klinischen Forschung hat sich die einstige Fraunhofer-Projektgruppe TMP in den letzten Jahren auf dem Gebiet der Immunerkrankungen international sichtbar etabliert. Aufgrund dieser positiven Entwicklung wird der Institutsteil TMP des Fraunhofer IME zum 1. Januar 2021 in ein eigenständiges Institut mit Hauptsitz in Frankfurt am Main und Standorten in Hamburg und Göttingen überführt.

Der strategische Aufbau der Fraunhofer-Projektgruppe TMP des Fraunhofer IME begann 2012 in enger Zusammenarbeit mit der Goethe-Universität Frankfurt im Rahmen des vom Land Hessen geförderten LOEWE-Zentrums TMP. Im Jahr 2014 wurde der Hamburger Standort ScreeningPort in das Fraunhofer IME integriert, um seine Kompetenzen im Bereich der »Small Molecules« und des »Drug Repurposings« in die Arzneimittelentwicklung einzubringen und so die in Frankfurt am Main bereits vorhandene Wertschöpfungskette zu komplettieren. Aufgrund der erfolgreichen Entwicklungen der beiden Standorte wurde die Projektgruppe 2017 im Rahmen eines Restrukturierungsprozesses zu einem Institutsteil des Fraunhofer IME ausgebaut.


In den vergangenen Jahren hat sich der Institutsteil TMP des Fraunhofer IME zunehmend zu einem wichtigen Bestandteil der Fraunhofer-Gesundheitsforschung entwickelt, nicht zuletzt durch die Etablierung der Kostenintelligenz in der Medizin, der Proof-of-Concept-Plattform, der Gründung des Fraunhofer Cluster of Excellence for Immune-Mediated Diseases CIMD sowie der Konzepte der 4D-Strategie, die die vier großen Themenfeldern der Gesundheitsforschung – Drugs, Diagnostics, Devices und Data – systematisch zusammenbringt, um durch anwendungsorientierte Forschung einen hohen Mehrwert für Patienten zu schaffen. Dieser Entwicklung wird nun mit der Gründung des eigenständigen Fraunhofer-Instituts für Translationale Medizin und Pharmakologie ITMP Rechnung getragen.

Kern der wissenschaftlichen Zielsetzung des neuen Instituts ist der effektive Transfer von innovativen Ideen, Technologien und Methoden aus der biomedizinischen Forschung in die medizinische Anwendung und die Wirtschaft. Dabei liegt das Hauptaugenmerk zum Wohl der Patienten auf der systematischen Verknüpfung von zukunftsweisenden Technologien im Rahmen eines Translationskreislaufs: Ausgehend von der Erkrankung des Patienten umspannt dieser Kreislauf die Abteilungen Drug Discovery sowie Präklinische und Klinische Forschung und soll zur Aufklärung von Krankheitsmechanismen und zur Erforschung neuer Wirkstoffe mit anschließender präklinischer und klinischer Validierung führen. Erkenntnisse aus der Patientenversorgung wiederum sollen unmittelbar für die Forschung nutzbar gemacht werden.

Am neu etablierten Standort in Göttingen werden neue diagnostische und therapeutische Lösungen für entzündliche und degenerative Erkrankungen des zentralen Nervensystems (ZNS) entwickelt. Durch seine Expertise im Bereich der Immunerkrankungen des ZNS ergänzt der Standort Göttingen die am Standort Frankfurt am Main bestehenden Indikationsschwerpunkte auf dem Gebiet der immunvermittelten Erkrankungen des Bewegungsapparats, der Haut und des Gastrointestinaltrakts. Weiterhin werden in Göttingen hochauflösende Mikroskopiemethoden für biomedizinische Fragestellungen weiterentwickelt, modularisiert und automatisiert, um so deren bisherige Anwendungsgebiete zu erweitern.

Zentrale gesellschaftliche Herausforderung

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier sagt: »Die Überführung des LOEWE-Zentrums TMP zum selbständigen Fraunhofer-Institut ist die verdiente Anerkennung wissenschaftlicher Exzellenz und eine weitere Stärkung des Wissenschaftsstandorts Hessen. Möglich wurde dieser Erfolg auch nur durch das einzigartige hessische Wissenschaftsförderprogramm LOEWE.«

Katharina Fegebank, Senatorin für Wissenschaft, Forschung, Gleichstellung und Bezirke der Freien und Hansestadt Hamburg: »Die Gesundheitsforschung in ihrer ganzen Vielfalt spielt gerade im Zuge der Corona-Pandemie eine enorm wichtige Rolle. Umso bedeutender ist es, dass das Fraunhofer ITMP seine biomedizinische Grundlagenforschung nun als eigenständiges Institut vorantreibt. Ich freue mich, dass der Fraunhofer ScreeningPort mit seiner großen Expertise in der Wirkstoffforschung zur Innovationskraft des neuen Instituts beitragen kann. Gerade im Bereich der Infektionsforschung können die wissenschaftlichen Erkenntnisse aus dem ScreeningPort eine wertvolle Grundlage für Medikamentenentwicklung und Behandlungsmöglichkeiten bilden, die auch über Corona hinaus vielen Patientinnen und Patienten zugutekommen kann. Hamburgs Ziel ist es daher, die Kompetenzen in der Infektionsforschung in Zukunft noch stärker zu bündeln und nachhaltig auszubauen. Den Einbezug dieses wichtigen Forschungsfelds im neuem Fraunhofer ITMP begrüße ich sehr und wünsche den Verantwortlichen viel Erfolg!«

Prof. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, sagt: »Intelligente und bezahlbare Medizin ist eine zentrale gesellschaftliche Herausforderung – weltweit. Entsprechend ist die Gesundheitsforschung ein wesentliches Betätigungsfeld der Fraunhofer-Gesellschaft. Auf der Grundlage exzellenter Vorarbeiten und der jahrelang gewachsenen Expertise auf dem Gebiet der Arzneimittelforschung besitzt das neue Fraunhofer-Institut für Translationale Medizin und Pharmakologie ITMP das Potenzial, die deutsche Gesundheitswirtschaft durch konsequent translational ausgerichtete Forschung, bedarfsgerechte Entwicklungsleistungen sowie den wirksamen Transfer von Innovationen zum Wohle der Patienten nachhaltig zu stärken. Gerade das 4D-Konzept, das die inter- und transdisziplinäre Gesundheitsforschung optimiert und so die Behandlung der Patienten qualitativ und wirtschaftlich verbessert, wird durch die Eigenständigkeit des Fraunhofer ITMP weiter vorangetrieben.«

Prof. Gerd Geißlinger, geschäftsführender Institutsleiter des Fraunhofer IME und künftiger Institutsleiter des Fraunhofer ITMP erklärt: »Unser Anspruch im neuen Fraunhofer-Institut ist die Übersetzung der vielversprechendsten Ideen aus der biomedizinischen Grundlagenforschung in die Anwendung zum Wohle der Patienten und der Gesellschaft. Ich bin der hessischen Landesregierung für das LOEWE-Programm sehr dankbar, denn ohne dieses Programm gäbe es dieses neue Institut nicht. Durch die Förderung des LOEWE-Zentrums TMP und die Exzellenz von Fraunhofer in der anwendungsorientierten Forschung konnten wir die Strukturen für effektive biomedizinische Forschung an den Standorten Frankfurt am Main, Hamburg und Göttingen schaffen, die jetzt die Basis für das neue Institut sind.«

Das Fraunhofer ITMP wird gemeinsam mit Industriepartnern und mithilfe öffentlicher Forschungsprojekte innovative Lösungen realisieren, die mit Wettbewerbsvorteilen und einem Mehrwert für die Gesellschaft verbunden sind. Klare Zielsetzung ist dabei stets der effektive Transfer von innovativen Ideen in die medizinische Anwendung sowie die Ausbildung zukünftiger Spitzenkräfte auf dem Gebiet der biomedizinischen Forschung.

Über den Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V.

Die Fraunhofer-Gesellschaft mit Sitz in Deutschland ist die weltweit führende Organisation für anwendungsorientierte Forschung. Mit ihrer Fokussierung auf zukunftsrelevante Schlüsseltechnologien sowie auf die Verwertung der Ergebnisse in Wirtschaft und Industrie spielt sie eine zentrale Rolle im Innovationsprozess. Als Wegweiser und Impulsgeber für innovative Entwicklungen und wissenschaftliche Exzellenz wirkt sie mit an der Gestaltung unserer Gesellschaft und unserer Zukunft. Die 1949 gegründete Organisation betreibt in Deutschland derzeit 74 Institute und Forschungseinrichtungen. Rund 28 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, überwiegend mit natur- oder ingenieurwissenschaftlicher Ausbildung, erarbeiten das jährliche Forschungsvolumen von 2,8 Milliarden Euro. Davon fallen 2,3 Milliarden Euro auf den Leistungsbereich Vertragsforschung.

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