Das Handwerk der Region Stuttgart erholt sich langsam von den Herausforderungen der vergangenen Monate – das zeigen die Ergebnisse der Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Region Stuttgart zum dritten Quartal 2020. Zwar waren einige Gewerke, besonders im Bereich der persönlichen Dienstleistungen, von behördlich angeordneten Schließungen während des Lockdowns schwer betroffen, dennoch konnten, vor allem in zahlreichen Bau- und Ausbaubetrieben, die Tätigkeiten fortgeführt werden – wenn auch mit Einschränkungen. Das Handwerk litt in der Breite daher weniger stark an den Folgen der Corona-Pandemie.

Dennoch spüren die regionalen Handwerksbetriebe die Auswirkungen der Pandemie. Die Auslastung ist insgesamt geringer als vor der Krise und deutlich mehr Betriebe verfügen über große Kapazitätsfreiräume. Viele Firmen sind zudem zurückhaltend bei der Einschätzung der künftigen Geschäftsentwicklung. Von einer Verbesserung seiner Geschäftsentwicklung geht derzeit jeder vierte Befragte aus. Die große Mehrheit der Befragten (63 Prozent) rechnet damit, dass sich der aktuelle Geschäftsverlauf auch im kommenden Quartal fortsetzen wird. Eine Verschlechterung ihrer Geschäftslage befürchten aktuell 12 Prozent der Handwerksunternehmen. Der Konjunkturindikator Handwerk verringerte sich im Jahresvergleich und erzielte plus 27 Punkte (Vorjahr: plus 40 Punkte).

Die Unsicherheit über die weitere Entwicklung zeigt sich auch in einer leicht rückläufigen Beschäftigtenzahl. Allerdings spielt in diesen Trend die Ferienzeit in den Sommermonaten hinein. Nach den Plänen der Betriebe im Kammerbezirk soll die Beschäftigung in der Branche im kommenden Quartal wieder zunehmen – damit ist man sogar einstellungsfreudiger als im Vergleichsquartal 2019. Mehr Personal einstellen möchten 12 Prozent der Befragten, mit einer Verkleinerung ihrer Belegschaft rechnen dagegen 7 Prozent.


Deutlich gesunken ist die Investitionsbereitschaft der Betriebe. Auch für die kommenden Monate sind weniger Investitionen geplant als im Vorjahr.

„Dennoch sehen wir auch Zeichen der Erholung. Verhalten positiv blicken die Betriebe auf die zukünftige Entwicklung von Aufträgen und Umsätzen“, bewertet der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Region Stuttgart, Thomas Hoefling, die Lage. Besonders erfreulich sei, dass sich auch die von der Schließung betroffenen Handwerke langsam erholten. Nach wie vor in schwierigem Fahrwasser bewegen sich dagegen die Handwerke des gewerblichen Bedarfs.

„Wichtig ist es, dass die Politik stabile Rahmenbedingungen vorgibt. Wir sehen es daher sehr positiv, dass Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier Steuererhöhungen ausgeschlossen hat. Es bleibt zu hoffen, dass diese Ankündigung Bestand hat und auch von anderweitigen Mehrbelastungen der Wirtschaft abgesehen wird“, so Hoefling. Die Politik habe in den vergangenen Monaten die richtigen Signale gesetzt und sollte auch weiterhin der besonderen Situation Rechnung tragen. Dazu gehörten Hilfen zur Liquiditätssicherung, Wachstumsimpulse oder die Unterstützung ausbildender Betriebe.

Der detaillierte Konjunkturbericht ist unter www.hwk-stuttgart.de/konjunktur zu finden.

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