Zum achten Mal wurde im Jahr 2019 der Wettbewerb „Jugend wirtschaftet!“ der Landshuter Stiftung Finanzbildung in der bayerischen Oberstufe durchgeführt. Auch in diesem Jahr wurden hervorragende Fach- und Seminararbeiten, die die Schwerpunkte Wirtschaft und Finanzen thematisierten von der Fachjury prämiert. Seit Einführung des Wettbewerbs wurden bereits Preisgelder von über 10.000 € ausgezahlt. An den Abiturfeiern der jeweiligen Preisträger wurden die Auszeichnungen der Stiftung Finanzbildung von den Fachlehrern oder Direktoren überreicht. Der Klaus-Hildebrand-Preis ist einem Münchner Unternehmer gewidmet, der sich Zeit seines Lebens für den Austausch von Wirtschaft und Lehre eingesetzt hat. Den 1. Platz belegten punktgleich Tobias Kolodziej, Abiturient des Gymnasiums Olching und Franziska Limbacher der Evangelischen Friedrich Oberlin Fachoberschule in München mit Arbeiten von absolutem Aktualitätsbezug. Aufgrund des hohen Niveaus entschied sich die Jury auch den zweiten Platz an zwei gleichermaßen überzeugende Wettbewerbsarbeiten zu vergeben sowie gleich drei weitere Einreichungen finanziell zu honorieren. Somit wurden 2019 sieben Preisträger mit Preisgeldern bedacht. 

Die Stiftung Finanzbildung freut sich, die Preisträger 2019 des Wettbewerbs „Jugend wirtschaftet!“ zum Klaus-Hildebrand-Preis im Folgenden kurz zu präsentieren:

1. Platz: Franziska Limbacher, Evangelische Friedrich Oberlin Fachoberschule


Thema der Arbeit: „Das Ende der Nullzinspolitik? Folgen für die deutsche Wirtschaft“

Die Jury: „Franziska Limbacher beleuchtet in herausragender Weise das Szenario steigender Leitzinsen und dessen Auswirkungen auf den Finanzsektor, Unternehmen, Staat und den privaten Haushalt. Die Annahmen basieren auf fundierten Kenntnissen der Funktionsweise der Europäischen Zentralbank und ausführlichen Hintergründen der Niedrigzinspolitik. Mit klarer Struktur und Tiefe zeigt Franziska Limbacher in dieser wissenschaftlichen Arbeit ihr Verständnis für multidimensionale Zusammenhänge.“

Aus der Arbeit: „Das konservative Anlageverhalten der Deutschen gepaart mit den niedrigen Finanzierungskosten, hat dazu geführt, dass sich viele für den Erwerb eigengenutzter Immobilien entschlossen haben (Heilmann; 2015). Dieser Nachfrageschub hat die Immobilienpreise vielerorts in Deutschland explodieren lassen. Ein größerer Zinsanstieg verteuert die Anschlussfinanzierung für Baudarlehen deutlich. Kann diese erhöhte Belastung von den Eigentümern nicht getragen werden, müssen diese vermehrt ihre Immobilien verkaufen (Haimann; 2014).“

1. Platz: Tobias Kolodziej, Gymnasium Olching

Thema der Arbeit: „Die Abschaffung des Bargelds und Beurteilung digitaler Bezahlverfahren“

Die Jury: „Die beiden erstplatzierten Arbeiten greifen thematisch ineinander. Die Arbeit von Tobias Kolodziej zeigt eine äußerst gelungene Einführung in die Welt digitaler Bezahlverfahren und legt den Schwerpunkt auf den deutschen Verbraucher. Die Konzeption und Auswertung der Umfragedaten ist kein rein reproduktiver Aspekt und zeichnet ein Meinungsbild, welches vom Preisträger umfassend analysiert wird. “

Aus der Arbeit:In der Diskussion um eine mögliche Abschaffung des Bargelds werden immer wieder auch die skandinavischen Länder – insbesondere Schweden – aufgrund ihrer fortschrittlichen Entwicklung als Vorbilder genannt. Und tatsächlich ist es dort mittlerweile ungewöhnlich und vor allem in ländlichen Regionen auch umständlich eine Transaktion mit Bargeld durchzuführen. (…) Ein Grund für diese Entwicklung ist die weite Verbreitung des Bezahldienstes „Swish“ in Schweden. In einer Smartphone-App wird die Telefonnummer des Empfängers in Verbindung mit dem zu begleichenden Betrag eingegeben. “

2. Platz: Roscher Lea, Friedrich-List-Gymnasium Gemünden

Thema der Arbeit: „Die Entwicklung der künstlichen Intelligenz – Nutzen und Gefahren in einer Abwägenden Betrachtung“

Die Jury: „Um die wechselseitige Beziehung zwischen künstlicher Intelligenz und Big Data entstand in den letzten Jahren ein Hype in der Finanzwirtschaft. Diesen greift Lea Roscher souverän auf und klärt vielschichtig über Chancen und Gefahren der Automatisierung intelligenten Verhaltens auf. Der hochwertige Anteil an wissenschaftlicher Eigenleistung sowie das sprachliche Niveau wird von uns besonders honoriert. “

Aus der Arbeit:Mit Hilfe Künstlicher Intelligenz gelingt es Finanzunternehmen die Umsätze ihrer Kunden zu steigern. Durch Prognosen und Datenanalysen kann jedem Kunden ein individuell passendes Angebot gemacht werden. Ein Beispiel hierfür ist der Robo Loan Officer, der als virtueller Kreditberater fungiert.“

2. Platz: Maximilian Märkl, Städtische Nelson-Mandela-Berufsoberschule Wirtschaft

Thema der Arbeit: „Corporate Performance Management durch Einführung eines Business Intelligence                                                                                                                 Systems – Chancen und Risiken für das Unternehmen“   

Die Jury: „Maximilian Märkl hat sich tief in den Themenbereich der Business Intelligence Systeme eingearbeitet. Seine Arbeit stellt ein komplexes Thema ausführlich in den Kontext einer datenorientierten Wirtschaftswelt und findet in einem überzeugenden Fazit seinen Höhepunkt. “

Aus der Arbeit:Die heutige Technologie bietet unendlich viele Möglichkeiten, Daten aus den verschiedensten Lebensbereichen der Menschen zu sammeln und für Unternehmen nutzbar zu machen. Doch sollte bei dieser Anhäufung riesiger Mengen an Daten nie vergessen werden, welch gewinnbringendes Wissen sich zwischen den Zeilen der vielen Millionen Datensätzen verbirgt und wie essentiell es ist, durch eine Business Intelligence Lösung diese Informationen für die Entscheidungsträger optimal aufzubereiten und dadurch langfristige Marktvorteile im Wettbewerb und den stetigen Ausbau des Unternehmenserfolgs zu sichern.

3. Platz: Felix Riß, Gregor-Mendel-Gymnasium

Thema der Arbeit: „Der Drehtüreffekt“

Die Jury: „Ein wirtschaftsjuristisches Thema attraktiv und gleichsam substanziiert aufbereitet: Felix Riß diskutiert in seiner Arbeit die Problemfragen und Interessenskonflikte, die entstehen, wenn die metaphorische „Drehtür“ zwischen Politik und Wirtschaft durchschritten wird. Die große Anzahl praxisnah gewählter Beispiele basierend auf regulatorischen und rechtlichen Grundlagen schaffen einen Diskussionsanstoß. “

Aus der Arbeit:Problematisch wird die Wechselpraxis erst bei Überschneidungen der ehemaligen Amtsaufgaben, mit dem Tätigkeitsfeld des Unternehmens oder Verbandes. Daraus resultieren Interessenkonflikte, die das gute Funktionieren demokratischer Regierungen behindern und schwächen können. Durch Vorteilsbeschaffungen, wie beispielsweise das Treffen einer politischen Entscheidung zugunsten des zukünftigen Arbeitgebers aus dem Privatsektor, ergibt sich aufgrund (…) von Machtasymmetrien eine Funktionsverzerrung des Marktes.

3. Martin Rostalski, Meranier-Gymnasium Lichtenfels

Thema der Arbeit: „Asset Backed Securities“

Die Jury: „Die Funktionsweise und Anforderungen an das Finanzinstrument „Asset Backed Securities“, durch Vermögenswerte besicherte Wertpapiere, wird von Martin Rostalski detailliert erörtert. Er hinterfragt kritisch die Anreize von Asset Backed Securities aus bilanzieller Perspektive und nimmt gesondert Bezug auf die deutsche Entwicklung nach der Weltwirtschaftskrise 2007. Dies verdient Anerkennung. “

Aus der Arbeit:Erfreulicherweise entwickelt sich sowohl der deutsche als auch der europäische Verbriefungsmarkt positiv. Mit der Entwicklung neuer Qualitätsstandards für ABS-Transaktionen ist es gelungen verlorenes Vertrauen wieder zu gewinnen.“

3. Platz: Mona Höhlig, Berufliches Schulzentrum Amberg

Thema der Arbeit: „Arbeit 4.0: Anpassungen in den Berufsausbildungen am Beispiel von Groß- und Außenhandel und E- Commerce“

Die Jury: „Die berufliche Bildung ist eine Säule der deutschen Ausbildung und einer guten Qualifizierung. Der Wandel in einer zunehmend digitalisierten Welt schlägt sich auch in diesem Erfolgsmodell nieder und schafft neue Ausbildungsberufe. Mona Höhling beschreibt inhaltlich anschaulich diese Veränderung anhand zwei konkreter Beispiele, trotz einiger formalen Schwächen. Sie bricht damit eine Lanze für eine neue Arbeitsperspektive, die sie Arbeit 4.0 nennt.“

Allen Wettbewerbsteilnehmern, insbesondere aber den sieben Preisträgern, darf die Jury, die aus Hochschulpräsident a.D. Prof. Dr. Erwin Blum, Unternehmerin Karin Hildebrand, Versicherungsvorstand Dr. Stefan Kunowski, Big-Data-Experte Matthias Mauer, Young Professional Fabian Langaard, Landtagsabgeordnetem Helmut Radlmeier, FNG-Vorstand Volker Weber sowie Stiftungsgeschäftsführer und Finanzsachverständiger Edmund Pelikan besteht, ihre Anerkennung für die eingereichten Arbeiten aussprechen.

Vor allem zeigen diese Teilnehmer, dass Finanzbildung unabhängig von Geschlechterklischees abläuft. Die Frauenquote unter den Wettbewerbsteilnehmern beträgt nahezu 50 Prozent. Und den ersten und zweiten Platz teilen sich jeweils eine Teilnehmerin und ein Teilnehmer. Hinzu kommt, dass alle Schulformen, Gymnasium, Fachoberschule und Berufsoberschule jeweils unter den Gewinnern vertreten sind.

Die Freude über die zahlreichen Wettbewerbsteilnehmer und die prämierten hervorragenden Arbeiten im Wettbewerb „Jugend wirtschaftet!“ verbindet die Stiftung Finanzbildung mit dem Appell, die Bedeutung von Wirtschaft als Schulfach zu unterstreichen, mehr praxisnahen Wirtschaftsunterricht in allen Schulformen und Jahrgangsstufen anzubieten, wie auch wirklichkeitsgetreuere Studieninhalte zu vermitteln. Die Stiftung Finanzbildung will ihren Teil dazu beitragen und mit dem geplanten Deutsche Finanzbildungstag eine Plattform dafür schaffen.

Über die Stiftung Finanzbildung:

Die Stiftung Finanzbildung ist ein Netzwerk bzw. Think Tank für mehr anlegerorientiertes Finanzbewußtsein und eine intensivere finanzökonomische Bildung. Um die Finanzwelt in Zukunft besser gestalten zu können und Risiken besser erkennen zu können, muss das Wissen um verhaltensorientierte Geldanlage und Finanzpsychologie, aber auch die Analyse der Finanzhistorie an Bedeutung gewinnen. Die Stiftung Finanzbildung ist überparteilich und trotzdem liberal, überkonfessionell und trotzdem wertorientiert, sozial und trotzdem marktwirtschaftlich sowie dem Gemeinwohl verpflichtet und seit 2013 gemeinnützig. Zentrales Kommunikationsmedium der Stiftung ist das der Blog www.economissimus.de und der damit verbundene Twitteraccount @economissimus.

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