Die IHK Saarland spricht sich für eine umgehende Beschleunigung des Netzausbaus in Deutschland aus, um die langfristige Versorgungssicherheit mit Strom zu gewährleisten. Die im kürzlich vorgestellten „Aktionsplan Stromnetz“ des Bundeswirtschaftsministeriums aufgeführten Maßnahmen werden daher von der IHK als geeignete Beiträge zur Beseitigung von Netzengpässen angesehen. Besonders im Blick hat die IHK dabei die Vereinfachungen im Genehmigungsverfahren wie etwa die Umstellung auf ein Anzeigeverfahren bei kleineren Vorhaben oder den Verzicht auf eine Bundesfachplanung bei Netzverstärkungen. Auch die Erprobung und den Praxiseinsatz neuer Technologien zur Optimierung der Betriebsführung mithilfe von Digitalisierung und Automatisierung (Smart Grids) befürwortet die IHK.

Neben den Risiken für eine ausreichende Stromversorgung auf Grund von Verzögerungen beim Ausbau der bundesweiten Stromautobahnen weist die IHK zudem auf die erheblichen Herausforderungen hin, die auf die lokalen Verteilnetze zukommen. Verantwortlich hierfür ist der von der Politik angestrebte Ausbau der E-Mobilität mit der Folge einer erheblich steigenden Stromnachfrage. Ob die Stromnetze vor Ort dafür ausreichend dimensioniert sind oder ob künftig mit immer wiederkehrenden Stromausfällen durch eine Überlastung der Netze zu rechnen ist, wird gegenwärtig kontrovers diskutiert. Um die Situation im Saarland zu beleuchten, lädt die IHK am Mittwoch, 5. September, ab 18 Uhr zu einer Expertendiskussion zum Thema „Blackout durch E-Mobilität? Was zu tun ist, damit die Stromnetze der Herausforderung gewachsen sind“ ein. Anmeldungen über die IHK-Homepage oder per E-Mail an uwe.rentmeister@saarland.ihk.de.

Zum Hintergrund:
Der Netzausbau ist nach wie vor die Achillesferse der Energiewende. Er hinkt deutlich hinter den Planungen hinterher. Vom bundesweit festgestellten Ausbaubedarf (7.700 km) sind bislang erst knapp 23 Prozent genehmigt und nur gut 12 Prozent realisiert. Die bereits heute bestehenden Netzengpässe auf Grund fehlender Transportleitungen zwischen Nord- und Süddeutschland müssen durch teure notfallartige Eingriffe in das Stromnetz sowie die zeitweise Abschaltung von Windkraftanlagen kompensiert werden. Die Kosten dafür tragen die Verbraucher – im vergangenen Jahr insgesamt 1,4 Mrd. Euro. Rund 610 Millionen Euro davon entfallen auf die Entschädigungsansprüche der Ökostromproduzenten.


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