Der Aufschwung der regionalen Wirtschaft hat im 2. Quartal 2018 etwas an Fahrt eingebüßt. Die Industriekonjunktur ist trotz eines erneuten Rückgangs der Lageurteile in solider Verfassung. Auch die Geschäfte im Baugewerbe laufen bei einer geringfügig ungünstigeren Einschätzung der wirtschaftlichen Situation weiter auf Hochtouren. Im Großhandel hat die Beurteilung der Geschäftslage gegenüber dem Allzeithoch im Frühjahr etwas nachgegeben, während der Einzelhandel angesichts guter Rahmenbedingungen für den privaten Konsum eine stabile wirtschaftliche Situation meldet. Zu einer Verbesserung der Konjunkturlage ist es bei den Dienstleistern gekommen.

Angesichts der gestiegenen außenwirtschaftlichen Risiken verhalten sich die Unternehmen erst einmal abwartend.

Die aktuelle Geschäftslage wird von den regionalen Betrieben per saldo erneut etwas ungünstiger als im Vorquartal beurteilt. Die Einschätzungen liegen aber nach wie vor weit über dem historischen Mittelwert und in der Nähe des Rekordniveaus vom Jahresbeginn. 55 Prozent (Vorquartal 59 Prozent) der an der Umfrage teilnehmenden Unternehmen sprechen von einer guten Geschäftslage, während nur 3 Prozent (Vorquartal 4 Prozent) der Betriebe mit dem Geschäftsverlauf nicht zufrieden sind.


Auch die Geschäftserwartungen für die nächsten zwölf Monate haben leicht nachgegeben. 34 Prozent (Vorquartal 35 Prozent) der Unternehmen erwarten einen günstigen Geschäftsverlauf, 7 Prozent (Vorquartal 5 Prozent) gehen von einer schlechteren Entwicklung aus.

Elke Döring, Hauptgeschäftsführerin der IHK Heilbronn-Franken: „Die Lage der Unternehmen ist besser, als es die geo- und handelspolitischen Unsicherheiten vermuten lassen. Die Auftragsbücher sind voll, die Kapazitäten über normal ausgelastet, Beschäftigung und Einkommen steigen und die Baukonjunktur läuft auf Hochtouren. Alles ausreichende Gründe für die Unternehmen zuversichtlich in die Zukunft zu blicken, wären da nicht die konjunkturellen Risiken, die im Zusammenhang mit einer möglichen Eskalation des Handelskonflikts mit Amerika und dem näher rückenden EU-Austritt Großbritanniens zu befürchten sind.“

Industrie weiterhin auf hohem Niveau

In der Industrie fallen die Lageurteile auf sehr hohem Niveau erneut weniger günstiger als im Vorquartal aus. Während 64 Prozent (Vorquartal 69 Prozent) der Industriebetriebe eine gute Geschäftslage melden, bezeichnet nur ein Prozent der

Unternehmen wie im Vorquartal den Geschäftsverlauf als schlecht.

Die Auftragseingänge aus dem In– und Ausland haben sich weniger dynamisch entwickelt. 37 Prozent (Vorquartal 41 Prozent) der Unternehmen melden steigende Auslandsorders. 14 Prozent (Vorquartal 11 Prozent) berichten von Einbußen. Bei den Inlandsorders verweisen 37 Prozent (Vorquartal 38 Prozent) der Unternehmen auf einen Zuwachs, während 13 Prozent (Vorquartal 7 Prozent) über einen Rückgang klagen.

Die durchschnittliche Kapazitätsauslastung ist auf 90 Prozent gestiegen (Vorquartal 88 Prozent).

Die Geschäftserwartungen für die kommenden zwölf Monate werden weiterhin überdurchschnittlich positiv eingeschätzt. Gegenüber dem Vorquartal haben sie per saldo aber leicht nachgegeben. 42 Prozent (Vorquartal 41 Prozent) der Industriebetriebe rechnen mit einer besseren Entwicklung, während 6 Prozent (Vorquartal 4 Prozent) der Unternehmen eher pessimistisch eingestellt sind. Bei der zukünftigen Umsatzentwicklung erwarten 51 Prozent (Vorquartal 54 Prozent) der Betriebe ein Wachstum, wie im Vorquartal befürchten 7 Prozent Umsatzeinbußen. Vor dem Hintergrund einer weniger dynamischen Weltwirtschaft und der aktuellen Zolldebatte sind die Exporterwartungen der Industrie zurückgegangen. 41 Prozent (Vorquartal 45 Prozent) kalkulieren mit einem Exportwachstum, 11 Prozent (Vorquartal 6 Prozent) rechnen mit einer Abnahme der Exporte. Auch die Investitionsbereitschaft fällt etwas weniger expansiv als im Vorquartal aus. 40 Prozent (Vorquartal 44 Prozent) streben ein höheres Investitionsniveau in den nächsten zwölf Monaten an.

Dienstleistungsgewerbe wieder verbessert

42 Prozent (Vorquartal 41 Prozent) der Unternehmen bezeichnen die aktuelle Geschäftslage als gut, während lediglich 5 Prozent (Vorquartal 7 Prozent) mit dem Geschäfts- verlauf unzufrieden sind. Besonders gut laufen die Geschäfte in der Informationswirtschaft und im Verkehrsgewerbe. Bei 27 Prozent (Vorquartal 35 Prozent) der Dienstleister sind die Umsätze gestiegen, während 17 Prozent (Vorquartal 29 Prozent) über Umsatzeinbußen klagen. 41 Prozent (Vorquartal 43 Prozent) der Betriebe melden steigende Auftragsvolumina, während wie im Vorquartal 9 Prozent von einem Rückgang berichten.

Auch die Erwartungen für die kommenden zwölf Monate fallen optimistischer als im Vorquartal aus. 41 Prozent (Vorquartal 32 Prozent) der Unternehmen rechnen mit einem günstigeren Geschäftsverlauf. 8 Prozent (Vorquartal 7 Prozent) blicken pessimistisch in die Zukunft.

Baugewerbe weiterhin hervorragend

Das Stimmungsbild im regionalen Baugewerbe hat sich gegenüber dem Vorquartal nur leicht verschlechtert. Während 77 Prozent (Vorquartal 78 Prozent) der Betriebe den Geschäftsverlauf als gut bezeichnen, sprechen 2 Prozent (Vorquartal 0 Prozent) der Bauunternehmen von einer schlechten Geschäftslage. Die Auftragseingänge insgesamt haben gegenüber dem Vorquartal an Dynamik verloren. 32 Prozent (Vorquartal 50 Prozent) der Betriebe melden steigende Auftragseingänge, 11 Prozent (Vorquartal 6 Prozent) mussten Auftragseinbußen hinnehmen. Im Einzelnen haben sich die Auftragseingänge im Straßen- und Tiefbau und im Wohnungsbau schwächer als im Vorquartal entwickelt, während die Betriebe im öffentlichen Hochbau und 

im gewerblichen Hochbau eine verbesserte Auftragslage melden. Die Auslastung von Maschinen und Geräten ist auf 85 Prozent (Vorquartal 78 Prozent) gestiegen.

Die Beurteilung der zukünftigen Geschäftsentwicklung fällt weniger optimistisch als im Vorquartal aus. 16 Prozent (Vorquartal 30 Prozent) der Betriebe rechnen mit einer günstigeren Geschäftsentwicklung in den nächsten zwölf Monaten, 7 Prozent (Vorquartal 10 Prozent) blicken skeptisch in die Zukunft.

Großhandel gibt nach

Im Bereich des Großhandels konnte bei der Lagebeurteilung das Allzeithoch des Vorquartals nicht gehalten werden. Während 60 Prozent (Vorquartal 70 Prozent) der Großhändler eine gute Geschäftslage melden, sind wie im Vorquartal lediglich 2 Prozent der Betriebe mit dem Geschäftsverlauf unzufrieden. Die Beurteilung der Bestellungen fällt per saldo ungünstiger als im Vorquartal aus. 43 Prozent (Vorquartal 56 Prozent) der Großhandelsbetriebe melden einen Anstieg. Wie im Vorquartal berichten 4 Prozent von sinkenden Bestellungen.

Die Geschäftsaussichten für die kommenden zwölf Monate fallen deutlich zurückhaltender als im Vorquartal aus. 26 Prozent (Vorquartal 37 Prozent) der Großhändler rechnen mit einem günstigeren Geschäftsverlauf, während 6 Prozent (Vorquartal 0 Prozent) skeptisch auf die zukünftige Geschäftsentwicklung blicken.

Einzelhandel stabil

38 Prozent (Vorquartal 43 Prozent) der Einzelhändler halten den Geschäftsverlauf für gut. Lediglich 12 Prozent (Vorquartal 17 Prozent) der Betriebe melden eine schlechte Geschäftslage. Die Rahmenbedingungen im Handel sind mit der sehr günstigen Arbeitsmarktlage und steigenden Realeinkommen weiterhin gut. Die Einschätzung des Kaufverhaltens der Kunden durch die Einzelhändler liegt per saldo weiter auf dem Niveau des Vorquartals. 71 Prozent (Vorquartal 68 Prozent) bezeichnen das Kaufverhalten der Kunden als kauffreudig oder saisonüblich. Größte Geschäftsrisiken werden weiterhin in der Inlandsnachfrage (50 Prozent) und in den Arbeitskosten (43 Prozent) gesehen.

Deutlich vorsichtiger als im Vorquartal beurteilt der Einzelhandel die zukünftige Umsatz– und Geschäftsentwicklung. Während 27 Prozent (Vorquartal 35 Prozent) der Einzelhändler mit steigenden Umsätzen rechnen, kalkulieren 17 Prozent (Vorquartal 13 Prozent) mit Umsatzeinbußen. 17 Prozent (Vorquartal 33 Prozent) der Unternehmen rechnen mit einem günstigeren Geschäftsverlauf insgesamt, während 12 Prozent (Vorquartal 9 Prozent) pessimistisch in die Zukunft blicken.

Arbeitsmarktentwicklung anhaltend positiv

25 Prozent (Vorquartal 26 Prozent) der Unternehmen planen Neueinstellungen, während 9 Prozent (Vorquartal 7 Prozent) Stellenstreichungen erwägen. Nach wie vor dämpft der Fachkräftemangel den Beschäftigungszuwachs. 68 Prozent (Vorquartal 71 Prozent) der Betriebe betrachten den Fachkräftemangel als zentrales Geschäftsrisiko.

An der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK Heilbronn-Franken haben 428 Unternehmen mit insgesamt 87.600 Beschäftigten aus dem gesamten IHK-Bezirk teilgenommen.

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