Wie finden Betriebe und Jugendliche angesichts der Herausforderungen auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zusammen? Und was macht ein Unternehmen zum attraktiven Ausbildungsbetrieb? Diese Fragen müssen sich vor allem Betriebe in der Gastronomie und Hotellerie stellen, bei denen sich im Zeitraum von nur sechs Jahren die Zahl der Auszubildenden nahezu halbiert hat. Und im gleichen Zeitraum ist die Zahl der aktiven Ausbildungsbetriebe – zumeist ungewollt – ebenso stark zurückgegangen.

Damit Betriebe die Chance haben, sich im Werben um Fachkräftenachwuchs von anderen abzuheben, haben die IHK Saarland und der DEHOGA Saarland 2017 mit Unterstützung des Wirtschaftsministeriums das „Ausbildungssiegel für TOP-Ausbildung im saarländischen Hotel- und Gastgewerbe“ geschaffen. Betriebe, die in der beruflichen Ausbildung besonderen Wert auf Qualität, Wertschätzung, tarifliche Bezahlung, gesetzliche Arbeitszeiten, Schulungen, Prüfungsvorbereitung und Hilfestellungen legen, werden mit dem Siegel und einer Urkunde ausgezeichnet.
Mittlerweile konnten die ersten drei Ausbildungsbetriebe die strengen Kriterien erfüllen und erhielten heute von Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger und IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Heino Klingen das begehrte Siegel: das Landhotel Saarschleife, Mettlach, das Parkhotel Weiskirchen, Weiskirchen sowie der Partyservice Strauß, Illingen konnten die Jury überzeugen.

Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger: „Ziel der Auszeichnung ist es, die Besten unter den Ausbildungsbetrieben aufzuspüren. Dadurch haben viele Unternehmen sogar einige Vorteile im heutigen Kampf um die Auszubildenden. Mit dem Qualitätssiegel „Top-Ausbildungsbetrieb“ können die saarländischen Unternehmen wirksam zeigen, welchen hohen Stellenwert die Ausbildung in ihrem Betrieb hat. Ich freue mich, dass wir gleich drei saarländische Unternehmen auszeichnen, die sich durch eine besonders gute Ausbildungsqualität bewährt haben.“


„Damit die saarländische Tourismusstrategie erfolgreich umgesetzt werden kann, brauchen wir gut geschultes Personal. Das ist aber immer schwieriger zu finden – aus demografischen Gründen, aber auch wegen der außergewöhnlichen Arbeitszeiten in Hotellerie und Gastronomie. Andererseits bietet die Branche vielfältige und abwechslungsreiche Tätigkeiten in der direkten Begegnung mit unterschiedlichsten Menschen. Mit unserer Kampagne „TOP-AusbildungsBetrieb“ wollen wir auf die Vorteile einer Ausbildung in Hotellerie und Gastronomie aufmerksam machen und noch mehr Qualität in die Ausbildung dieser Branche bringen“, so IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Heino Klingen.

Gudrun Pink, Präsidentin des DEHOGA Saarland: „Wir bilden aus“ – dieser Slogan reicht nicht mehr aus. Heute ist „TOP-Ausbildung“ gefragt, um im Wettbewerb mit anderen Branchen bestehen zu können. Wichtig ist: Die Kriterien sind so gefasst, dass unabhängig von der Betriebsgröße und -art jeder Betrieb, der sich in diesem Sinne engagiert, ein solches Siegel erlangen kann."

Hintergrund:

Das Gütesiegel wird durch eine unabhängige Jury an Betriebe vergeben, die sich durch ein besonderes Engagement in der beruflichen Ausbildung und eine hohe Zufriedenheit der Auszubildenden auszeichnen. Der Jury gehört neben einem Vertreter des DEHOGA und dem zuständigen IHK-Ausbildungsberater ein Vertreter der Berufsschule an. Zur Koordination und Begleitung des Siegelprozesses wurde ein Beirat mit Vertretern des Wirtschaftsministeriums, der IHK, des DEHOGA, der Berufsschule und der Gewerkschaft NGG gebildet.

Teilnahmeberechtigt sind alle aktiven Ausbildungsbetriebe, die mindestens zwei Auszubildende erfolgreich zum Abschluss geführt haben. Grundlage der Auszeichnung bildet der Fragebogen zur Ausbildungsqualität in der saarländischen Hotellerie und Gastronomie. Das Siegel ist drei Jahre gültig, eine Re-Zertifizierung ist möglich.

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