Die regionale Wirtschaft befindet sich in einem soliden Aufschwung. Die Lageeinschätzungen der Unternehmen sind zum dritten Mal in Folge auf ein neues Rekordniveau gestiegen. In der Industrie konnte das Allzeithoch vom Vorquartal bei den Lageurteilen erneut überboten werden. Auch das Baugewerbe befindet sich weiter auf Rekordjagt und die Betriebe waren mit ihrer aktuellen Situation noch etwas zufriedener als im Vorquartal. Während sich im Großhandel die Konjunkturlage etwas verschlechtert hat, zeigen sich die Einzelhändler mit ihren laufenden Geschäften so zufrieden wie seit drei Jahren nicht mehr. Auch bei den Dienstleistern hat sich das Stimmungsbild verbessert. Für die kommenden zwölf Monate ist die regionale Wirtschaft weiterhin sehr zuversichtlich.

Die aktuelle Geschäftslage wird von den regionalen Unternehmen im 3. Quartal 2017 erneut besser als im Vorquartal eingeschätzt. 60 Prozent (Vorquartal 58 Prozent) der an der Umfrage teilnehmenden Betriebe melden eine gute Geschäftslage, während lediglich 4 Prozent der Unternehmen wie im Vorquartal mit dem Geschäftsverlauf unzufrieden sind. Der Saldo aus positiven und negativen Stimmen erreicht damit das dritte Mal in Folge einen neuen Rekordwert seit Erhebungsbeginn im Jahr 1996.

Die Aussichten für die weitere Geschäftsentwicklung in den kommenden zwölf Monaten bewerten die Betriebe nur geringfügig weniger optimistisch als im 2. Quartal 2017. Ein Drittel (Vorquartal 36 Prozent) der Unternehmen rechnet mit einem günstigeren Verlauf, während nur 5 Prozent (Vorquartal 6 Prozent) der Betriebe skeptisch in die Zukunft blicken.


Elke Döring, Hauptgeschäftsführerin der IHK Heilbronn-Franken: „Die konjunkturelle Lage könnte kaum besser sein. Neben den Konsumausgaben tragen nun auch das Auslandsgeschäft und die Investitionen zum wirtschaftlichen Wachstum bei. Die kommende Bundesregierung sollte den kräftigen konjunkturellen Rückenwind nutzen und mehr in Aus- und Weiterbildung, Verkehrswege und Datennetze sowie in Forschung und Entwicklung investieren.“

Industrie erneut auf Rekordniveau

70 Prozent (Vorquartal 69 Prozent) der Industrieunternehmen bezeichnen ihre aktuelle Geschäftslage als gut, lediglich 1 Prozent (Vorquartal 3 Prozent) der Betriebe zeigt sich mit dem Geschäftsverlauf unzufrieden.

Angesichts einer an Fahrt gewinnenden Weltwirtschaft sind die ausländischen Auftragseingänge gegenüber dem Vorquartal erneut gestiegen. Der Saldo der positiven und negativen Urteile hat das höchste Niveau seit Frühjahr 2011 erreicht. 43 Prozent (Vorquartal 39 Prozent) der Betriebe melden einen Zuwachs der Auslandsorders, während 8 Prozent (Vorquartal 11 Prozent) über einen Rückgang klagen. Gleichzeitig sind die inländischen Auftragseingänge auf ein Allzeithoch gestiegen. 45 Prozent (Vorquartal 41 Prozent) der Unternehmen melden einen Zuwachs, während lediglich ein Zehntel wie im Vorquartal über Einbußen berichtet.

Auf die Geschäftsentwicklung in den nächsten zwölf Monaten blickt die regionale Industrie auf hohem Niveau nicht mehr ganz so optimistisch wie im Vorquartal. 40 Prozent (Vorquartal 44 Prozent) der Unternehmen erwarten einen günstigeren Geschäftsverlauf, während 5 Prozent (Vorquartal 4 Prozent) mit einer Verschlechterung rechnen. 55 Prozent (Vorquartal 59 Prozent) der Betriebe kalkulieren mit Umsatzsteigerungen, lediglich 5 Prozent (Vorquartal 7 Prozent) befürchten Umsatzeinbußen. Die Exporterwartungen sind auf den höchsten Wert seit beinahe vier Jahren gestiegen. 47 Prozent gehen wie im Vorquartal von einem Exportwachstum aus. Nur 5 Prozent (Vorquartal 7 Prozent) erwarten einen Rückgang. Angezogen haben auch die Investitionspläne. 41 Prozent (Vorquartal 38 Prozent) rechnen mit steigenden Inlandsinvestitionen, 9 Prozent (Vorquartal 11 Prozent) wollen ihre Investitionsausgaben kürzen.

Dienstleister verbessern sich

Die Einschätzung der wirtschaftlichen Lage durch die regionalen Dienstleister hat sich gegenüber dem 2. Quartal 2017 wieder verbessert. Die Hälfte (Vorquartal 45 Prozent) der Unternehmen meldet eine gute Geschäftslage. 8 Prozent sind wie im Vorquartal mit dem Geschäftsverlauf unzufrieden. Der Anstieg der Lageurteile ist auf besser laufende Geschäfte in den Bereichen Dienstleistungen für Unternehmen, Arbeitnehmerüberlassung und Verkehr zurückzuführen. 48 Prozent der Betriebe konnten steigende Auftragsvolumina verbuchen. Nur 14 Prozent klagen über einen Rückgang.

30 Prozent der Dienstleister blicken optimistisch in die Zukunft, lediglich 6 Prozent zeigen sich skeptisch. Größtes Geschäftsrisiko bleibt mit 67 Prozent der Fachkräftemangel.

Baugewerbe erreicht Spitzenwert

Die Geschäftslage in der regionalen Bauwirtschaft hat sich auf sehr hohem Niveau erneut verbessert. 81 Prozent (Vorquartal 79 Prozent) der Betriebe melden eine gute Geschäftslage, nach wie vor kein Unternehmen bezeichnet den Geschäftsverlauf als schlecht. Die Bauinvestitionen sind und bleiben eine verlässliche Stütze der Binnenkonjunktur. Die Auftragslage fällt allerdings gegenüber dem Vorquartal ungünstiger aus. 25 Prozent (Vorquartal 38 Prozent) verzeichnen steigende Auftragseingänge, während 8 Prozent (Vorquartal 0 Prozent) einen Rückgang melden. Im Einzelnen ist im Wohnungsbau, im Straßen– und Tiefbau und im gewerblichen Hochbau bei den Auftragseingängen per saldo eine Verschlechterung gegenüber dem Vorquartal festzustellen. Im öffentlichen Hochbau überwiegen weiter die negativen Meldungen; zumindest per saldo ist hier jedoch ein Anstieg der Auftragseingänge im Vergleich zum Vorquartal zu verzeichnen.

Die Geschäftserwartungen im heimischen Baugewerbe haben gegenüber dem Vorquartal auf hohem Niveau leicht nachgegeben. 27 Prozent (Vorquartal 29 Prozent) der Unternehmen rechnen mit einem günstigeren zukünftigen Geschäftsverlauf. Wie im Vorquartal erwartet weiterhin kein Betrieb eine Verschlechterung. Das größte Geschäftsrisiko bleibt für 80 Prozent der Betriebe mit Abstand der Fachkräftemangel.

Großhandel gibt leicht nach

Im Großhandel fällt das Stimmungsbild auf hohem Niveau etwas ungünstiger als im Vorquartal aus. 54 Prozent (Vorquartal 57 Prozent) der Großhändler bezeichnen den aktuellen Geschäftsverlauf als gut. 7 Prozent (Vorquartal 3 Prozent) der Betriebe melden eine schlechte Geschäftslage. Sowohl der produktionsverbindende Großhandel als auch der konsumnahe Großhandel bewerten ihre aktuelle Situation per saldo zurückhaltender als im Vorquartal. Der Bestelleingang hat sich leicht abgeschwächt. 31 Prozent (Vorquartal 45 Prozent) der Unternehmen berichten von einem Anstieg der Bestellungen. 7 Prozent (Vorquartal 8 Prozent) melden einen Rückgang.

In Bezug auf die weitere Geschäftsentwicklung konnte der hohe Wert vom Vorquartal nicht gehalten werden. 36 Prozent (Vorquartal 47 Prozent) der Großhändler erwarten einen günstigen zukünftigen Geschäftsverlauf, während 5 Prozent (Vorquartal 2 Prozent) der Betriebe pessimistisch in die Zukunft blicken. Als größte Geschäftsrisiken werden der Fachkräftemangel (66 Prozent) und die Arbeitskosten (54 Prozent) genannt.

Einzelhandel auf Dreijahreshoch

Die Lageeinschätzung im regionalen Einzelhandel hat sich gegenüber dem Vorquartal noch etwas verbessert. 40 Prozent (Vorquartal 37 Prozent) der regionalen Einzelhändler bezeichnen die aktuelle Geschäftslage als gut, während 9 Prozent (Vorquartal 7 Prozent) mit dem Geschäftsverlauf unzufrieden sind. Der private Konsum bleibt weiterhin eine wichtige Stütze der Konjunktur. Trotz der etwas anziehenden Verbraucherpreise hat sich die Beurteilung des Kaufverhaltens der Kunden per saldo gegenüber dem Vorquartal verbessert. 85 Prozent (Vorquartal 81 Prozent) stufen das Kaufverhalten der Kunden als kauffreudig oder saisonüblich ein.

Die deutlich verhalteneren Geschäftserwartungen deuten allerdings darauf hin, dass sich die Entwicklung im Einzelhandel nach dem starken dritten Quartal etwas verlangsamen könnte. Während 15 Prozent (Vorquartal 24 Prozent) von einem günstigeren Geschäftsverlauf ausgehen, blicken 9 Prozent (Vorquartal 7 Prozent) skeptisch in die Zukunft.

Arbeitsmarkt bleibt expansiv

31 Prozent (Vorquartal 29 Prozent) der Unternehmen planen Neueinstellungen und nur 8 Prozent (Vorquartal 9 Prozent) erwägen einen Personalabbau. Ein wachsendes Problem ist jedoch der Fachkräftemangel. 63 Prozent (Vorquartal 62 Prozent) der Betriebe sehen ihre Geschäftsentwicklung dadurch gefährdet.

An der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK Heilbronn-Franken haben 423 Unternehmen mit insgesamt 91.300 Beschäftigten aus dem gesamten IHK-Bezirk teilgenommen.

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