Die „Route du Littoral“ ist eine steile Küstenstraße im Norden der Insel La Réunion und verbindet als eine Hauptverkehrsader den Tiefseehafen Le Port und die Hauptstadt Saint Denis. Herabstürzende Felsbrocken führen hier regelmäßig zu aufwendigen Sperrungen und Instandsetzungsarbeiten entlang der Strecke und gefährden mitunter sogar Menschenleben. Um diese Situation zu verbessern, wurden vom zuständigen Departement verschiedene Verkehrskonzepte erarbeitet. Durchgesetzt hat sich nun das Konzept „La Nouvelle Route du Littoral“. Das Projekt sieht den Bau einer Brücke von 5.600m Länge vor, die teilweise über das Meer führen wird und entlang der Streckenführung der vorhandenen Küstenstraße, die gefährlichen Passagen ersetzen soll. Um die Pfeiler auf dem Meeresboden zu verankern und zu fixieren, wird eine spezielle schwimmende Bauplattform zunächst die vorgefertigten Fundamente aufnehmen und auf dem Meeresboden versenken. Für die gesamte Brückenkonstruktion werden insgesamt 36 Hauptpfeiler errichtet und die Brücke aus insgesamt 1.386 Trägersegmenten verbunden.

Für den Transport der Hauptpfeiler sowie der Träger hat sich das zuständige Unternehmenskonsortium unter Federführung des globalen Konzessions- und Baukonzerns VINCI für 3 PST/SL 18 (P1+1/2) Schwerlastmodule in Splitkombination von Goldhofer entschieden. Zwei Faktoren waren hierfür ausschlaggebend. Zum einen die große Höhe und Breite des Transportgutes, die eigentlich zwei parallel gekuppelte Module verlangt, zum anderen das begrenzte Platzangebot des Transportweges. Splitkombinationen von Goldhofer erweitern die Ladefläche auf die 1,5-fache Breite Eine perfekte Lösung: breit genug, um die 36 Hauptpfeiler mit jeweils 700t aufzunehmen und schmal genug, um den begrenzten Platzverhältnissen des Transportweges zu entsprechen. Bei den eingesetzten Kombinationen von Goldhofer handelt es sich um selbstfahrende Schwerlastmodule mit hydrostatischem Fahrantrieb, die mit zwei 490 PS starken PowerPacks ausgerüstet sind. Die Fahrzeuge benötigen diese große Motorleistung, um hohe Fahrgeschwindigkeiten zu erreichen. Da die Transporte über mehrere Monate laufen, wurden die Fahrzeuge mit einem Fahrerhaus zur Bedienung ausgerüstet.

Die Hauptpfeiler werden vom Betonwerk aus ca. einen Kilometer zum Hafen transportiert und an der Verladestelle von der schwimmenden Plattform aufgenommen und weitergeleitet. Die 1.386 Trägersegmente mit einem Gewicht zwischen. 210t und 285t pro Stück werden direkt zur Brücke transportiert. Sämtliche Transporte hierfür werden ausschließlich nachts durchgeführt, da das Verkehrsaufkommen in dieser Zeit deutlich geringer ist. Die Route du Littoral wird während der Transportzeiten von vier auf zwei Fahrbahnen verengt, um die Träger mithilfe der Schwerlastmodule über die abgesperrten Fahrbahnen ca. 15km weit vom Betonwerk auf die in Bau befindliche Brücke zu fahren. Am Ende des aktuellen Bauabschnitts übernimmt dann eine „Launching Gantry“, die Trägersektionen und baut sie ein. Nach den Vorgaben des Projektzeitplans werden in den kommenden drei Jahren allein für die Trägerzulieferung 1.386 Fahrten durchgeführt: Für die drei PST/SL 18 ein anspruchsvoller Härtetest, der einmal mehr die Zuverlässigkeit und Qualität der Goldhofer Schwerlastmodule im Dauereinsatz unter Beweis stellen wird.


Unter https://www.youtube.com/… finden Sie ein Video, das einen Einblick in die außergewöhnlichen Dimensionen dieses Großprojekts vermittelt.

Über die Goldhofer AG

Goldhofer ist ein führender Hersteller von Transportequipment in den Bereichen allgemeiner Straßen-, Schwerlast- und Spezialtransport. Mit einer umfassenden und technologisch ausgereiften Produktpalette deckt Goldhofer die unterschiedlichsten Bedürfnisse für nahezu jede Transportaufgabe ab. Auf dem rund 100.000 Quadratmeter großen Betriebsgelände arbeiten mehr als 650 Mitarbeiter an innovativen Transportlösungen und fertigen technisch erstklassige Fahrzeuge im Nutzlastbereich von 25 bis über 10.000 Tonnen für anspruchsvolle Kunden rund um den Globus. Die Geschichte der Goldhofer Aktiengesellschaft reicht bis ins Jahr 1705 zurück. 2013 hat Goldhofer die Schopf Maschinenbau GmbH übernommen und weitet somit sein Angebot im zivilen und militärischen Luftfahrtbereich weiter aus.

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