Das futureTEX-Basisvorhaben Mass Customization präsentierte nach 18-monatiger Arbeit Ende Januar 2017 die Ergebnisse der Forschungsarbeit zu Mass Customization in der ostdeutschen Textilindustrie unter der Überschrift – Status quo, Geschäftsmodelle, IT & Potenziale textiler Technologien.

Die Messlatte liegt hoch, denn generell heißt Mass Customization, dass individuelle Kundenbedürfnisse zum Preis eines vergleichbaren Standardprodukts erfüllt werden. Chancen für Unternehmen liegen u. a. in der Erschließung neuer Nischenmärkte, einer Verstärkung der Kundenbindung, der Kostensenkung durch geringere Lagerhaltung und der Verbesserung der Fertigungs- und Absatzplanung.

Schlüsselelemente der Mass Customization sind die Vertriebsprozesse bis hin zu neuen Geschäftsmodellen für digital vernetzte Wertschöpfung. Automatisierungslösungen, die die persönliche Interaktion und Beratung erhalten, aber den Eingabeprozess komplexer Produktkonfigurationen vom Offline- in den Onlinemodus transferieren, waren ein Forschungsgegenstand. Das entwickelte Vertriebsunterstützungs-Tool (Konfigurator) wurde für Kompressionsstrümpfe getestet. Neben der Aufnahme der individuell funktionalen Aspekte für dieses Reha-Produkt sind hier auch zukünftig die ästhetische Individualisierung mit Druckmustervorlagen bis hin zum selbst gestalteten Design durch den Kunden mögliche Anforderungen.


Ziel des futureTEX-Basisvorhaben Mass Customization war es generell, die Forschungslücke der kundenindividuellen Massenproduktion im B2B-Bereich zu schließen. Im Fokus stand hierbei der Wachstumszweig Technische Textilien. Vor allem betriebswirtschaftliche sowie technische Fragestellungen von Mass Customization in textilen B2B-Märkten wurden in diesem Projekt prototypisch beantwortet. Kleine und mittelständische Textilunternehmen in den ostdeutschen Bundesländern sollen damit in ihrer Entwicklung in Richtung zukunftsfähiger und kundenorientierter Wertschöpfungsnetze unterstützt werden.

Die vorgestellte Abschlussdokumentation beantwortet Fragen zum Potenzial von Mass Customization bei Technischen Textilien und Heim- und Haustextilien, den zentralen Erfolgsfaktoren im B2B-Bereich, und den dazu erforderlichen Werkzeugen. 68 Unternehmen aus dem B2B-Umfeld befragten die Wissenschaftler zur Ausgangssituation und analysierten die Potenziale. Zehn textile Fertigungstechnologien von der Garn- und Fadenherstellung über Weberei und Vliesstoffherstellung bis zur Veredlung und Konfektion wurden in diese Analyse mit Maschinen und Software ebenfalls einbezogen. Die im Rahmen des Vorhabens gegebenen Handlungsempfehlungen mit Anforderungen und Folgeaktivitäten thematisieren auch die typischen ostdeutschen Geschäftsmodellmuster in der Textilindustrie in ihren strategischen, operationalen und ökonomischen Kriterien.

Basierend auf den Ergebnissen der Befragungen sowie einer Geschäftsmodell-Muster-Analyse entwickelte das Vorhaben-Team ein Mass Customization-Readiness-Tool. Dieses ermöglicht Unternehmen eine selbstständige Evaluierung der derzeitigen Geschäftsaktivitäten in Hinblick auf den Implementierungsstand von Mass Customization-Komponenten.

Vorgestellt werden die Forschungsergebnisse allen Konsortialpartnern im Projekt futureTEX am 14. Juni 2017 zur KompetenzWerkstatt Monitoring Basisvorhaben. Mit dabei sind dann auch die Teams der Basisvorhaben Open Innovation und Smart Factory mit ihren Abschlussberichten.

Über das Basisvorhaben Mass Customization
Im Rahmen dieses Basisvorhabens im Projekt futureTEX standen insbesondere betriebswirtschaftliche und technische Fragestellungen zum Einsatz von Mass Customization im Mittelpunkt. Die Schwerpunkte lagen daher einerseits auf Geschäftsmodellen digital vernetzter Wertschöpfung sowie auf der entsprechenden MC-Befähigung im betriebswirtschaftlichen Kontext. Auf technischer Seite wurden unter anderem die Entwicklung und Pilotierung verschiedener Simulationsketten im Hinblick auf die MC-Eignung und die Auslotung des Individualisierungspotenzials diverser Textiltechnologien adressiert. Darüber hinaus hat der Fokus auf Technische Textilien unterschiedliche Möglichkeiten zur nachhaltigen Verbesserung der strategischen Positionierung dieser Branche im internationalen Wettbewerb aufgezeigt.
Projektpartner im Basisvorhaben:

• Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM
• HHL Leipzig Graduate School of Management – CLIC
• SACHSEN!TEXTIL e.V.
• Sächsisches Textilforschungsinstitut e.V. (STFI)
• Strumpfwerk Lindner GmbH
• TU Dresden, Institut für Textilmaschinen und Textile Hochleistungswerkstofftechnik

Siehe auch: www.stfi.de/…

Über das Forschungsprojekt futureTEX
Das Projekt futureTEX ist ein Gewinner im Programm „Zwanzig20 – Partnerschaft für Innovation“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Bis 2019 arbeiten wissenschaftliche Einrichtungen, Unternehmen und Verbände an der Entwicklung wesentlicher Bausteine eines Zukunftsmodells für Traditionsbranchen. Das Projektkonsortium futureTEX verfolgt das Ziel, die führende Position bei der Umsetzung der vierten industriellen Revolution im Textilmaschinenbau und in der Textilindustrie zu erringen und damit beispielhaft bis 2030 das modernste textilindustrielle Wertschöpfungsnetzwerk Europas aufzubauen. Mit der Entwicklung eines Zukunftsmodells werden die Forschungsschwerpunkte Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft, kundenintegrierte flexible Wertschöpfungsketten, textile Zukunftsprodukte, Wissens- und Innovationsmanagement sowie Arbeitsorganisation und Nachwuchssicherung gemeinschaftlich mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft bearbeitet. Vier Basisvorhaben – Smart Factory, Mass Customization, Open Innovation und Arbeitswelt 4.0 – bilden die Grundlage der weiteren Arbeit. Das Projekt futureTEX ist Preisträger im Wettbewerb „Ausgezeichneter Ort“ im Land der Ideen 2016.
 

Firmenkontakt und Herausgeber der Meldung:

Konsortialführer Projekt futureTEX – Sächsisches Textilforschungsinstitut e.V. (STFI)
Annaberger Straße 240
09125 Chemnitz
Telefon: +49 (371) 5274283
Telefax: +49 (371) 5274153
http://www.futureTEX2020.de

Ansprechpartner:
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Verbundkoordinator
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E-Mail: leontin.grafmueller@hhl.de
Dr. Ina Meinelt
Geschäftsführerin
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