Wenn sich Anforderungen verändern, müssen Lösungen mitwachsen
Produktions- und Logistikprozesse bleiben selten über Jahre unverändert. Neue Produkte, veränderte Stückzahlen, andere Arbeitsabläufe oder zusätzliche Anforderungen an Ergonomie und Materialversorgung führen dazu, dass bestehende Betriebsmittel angepasst werden müssen. Genau hier stößt eine klassisch gefertigte Konstruktion schnell an Grenzen: Ist eine Lösung verschweißt und fest auf einen bestimmten Anwendungsfall ausgelegt, sind Änderungen häufig mit zusätzlichem Konstruktions- und Fertigungsaufwand verbunden.

Ein modularer Systembaukasten für Lean Production verfolgt einen anderen Ansatz. Statt Betriebsmittel als dauerhaft unveränderliche Konstruktionen zu betrachten, werden sie aus standardisierten Einzelkomponenten aufgebaut. Rohre, Verbinder und ergänzende Bauteile lassen sich miteinander kombinieren und bei Bedarf wieder verändern. So kann aus denselben Komponenten beispielsweise ein Arbeitsplatz, ein Durchlaufregal oder ein Transportwagen entstehen.

Das Grundprinzip ist einfach: bauen, nutzen, anpassen und wiederverwenden. Damit wird der Systembaukasten zu einem Werkzeug für eine Produktionsumgebung, in der kontinuierliche Verbesserung und flexible Prozesse im Mittelpunkt stehen.

Was ist ein Systembaukasten?
Ein Systembaukasten besteht aus aufeinander abgestimmten Komponenten, die nach einem einheitlichen Prinzip miteinander verbunden werden können. Bei einem Rohrstecksystem bilden Rohre und Verbindungselemente die Grundlage. Je nach Anwendung kommen weitere Komponenten wie Platten, Rollschienen, Stellfüße, Räder, Beleuchtung oder Hubsysteme hinzu.

Der entscheidende Unterschied zu einer individuell gefertigten Einzelkonstruktion liegt in der Modularität. Die einzelnen Bauteile sind nicht ausschließlich für eine bestimmte Lösung vorgesehen. Sie können in unterschiedlichen Konstruktionen eingesetzt und bei einer späteren Veränderung erneut verwendet werden.

Für Lean Production ist dieses Prinzip besonders interessant. Produktionsmittel müssen nicht zwangsläufig komplett neu gebaut werden, wenn sich ein Prozess verändert. Häufig reicht es aus, eine vorhandene Konstruktion umzubauen, zu erweitern oder einzelne Komponenten auszutauschen.

Schrauben statt Schweißen
Ein wesentliches Merkmal modularer Rohrstecksysteme ist die mechanische Verbindung der Komponenten. Bei BeeWaTec steht dafür das Prinzip „Schrauben statt Schweißen“. Konstruktionen können dadurch ohne klassische Schweißarbeiten aufgebaut und bei Bedarf wieder verändert werden.

Das bietet praktische Vorteile bei der Umsetzung von Lean-Lösungen. Soll beispielsweise ein Regalboden versetzt, ein Arbeitsplatz erweitert oder ein Transportwagen an einen neuen Materialfluss angepasst werden, können vorhandene Komponenten weiterverwendet werden.

Die Konstruktion bleibt dadurch nicht zwangsläufig auf ihren ursprünglichen Einsatzzweck beschränkt. Aus einer bestehenden Lösung kann eine neue Lösung entstehen. Genau diese Möglichkeit zur Veränderung und Wiederverwendung macht den Baukastengedanken für kontinuierliche Verbesserungsprozesse interessant.

Ein Baukasten – verschiedene Rohrsysteme
Ein Systembaukasten muss unterschiedliche Anforderungen abdecken können. Während bei einer Anwendung eine leichte Konstruktion gefragt ist, kann bei einer anderen eine höhere Tragfähigkeit oder ein besonders stabiler Grundrahmen erforderlich sein.

Der BeeWaTec Systembaukasten umfasst deshalb verschiedene Rohrsysteme aus Stahl und Aluminium. Dazu gehören Stahl-Rundrohre, Aluminium-Rundrohre, Stahl-Vierkantrohre und Aluminium-Vierkantrohre.

Stahl-Rundrohre eignen sich unter anderem für universelle Anwendungen wie Durchlaufregale, Montagelinien und Arbeitsplatzsysteme. Aluminium-Rundrohre kommen beispielsweise bei Leichtbaukonstruktionen, Transportwagen, Routenzuganhängern und Arbeitsplatzsystemen zum Einsatz.

Für höhere Belastungen stehen Stahl- und Aluminium-Vierkantrohre zur Verfügung. Sie können beispielsweise als Grundrahmen für Regale oder Material- und Transportwagen eingesetzt werden.

Die verschiedenen Systeme können je nach Anforderung einzeln verwendet oder innerhalb einer Konstruktion kombiniert werden. So kann beispielsweise ein stabiler Grundrahmen aus Vierkantrohren mit einem Aufbau aus Rundrohren verbunden werden.

Vom Rohr zur fertigen Lean-Lösung
Der eigentliche Wert eines Systembaukastens entsteht nicht durch die einzelne Komponente, sondern durch die Möglichkeit, daraus eine Lösung für einen konkreten Prozess zu entwickeln.

Ein Montagearbeitsplatz kann beispielsweise aus einem Grundrahmen, einer Arbeitsplatte, Beleuchtung, Werkzeugaufnahmen und weiteren Zubehörteilen aufgebaut werden. Soll sich die Tätigkeit verändern, können einzelne Elemente ergänzt oder neu angeordnet werden.

Bei einem Durchlaufregal kommen unter anderem Rollschienen zum Einsatz. Damit lassen sich Materialien strukturiert bereitstellen und Prozesse nach dem FIFO-Prinzip organisieren. Auch Abmessungen, Ebenen und Anordnung können an den jeweiligen Materialfluss angepasst werden.

Transport- und Materialwagen wiederum müssen häufig unterschiedliche Anforderungen an Belastbarkeit, Mobilität und Ablageflächen erfüllen. Durch die Kombination verschiedener Rohrsysteme, Rollen und Aufbauten lässt sich eine Konstruktion auf den jeweiligen Transportprozess abstimmen.

Weitere Anwendungen reichen von Regalsystemen und Montagelinien bis zu Förderstrecken und individuellen Betriebsmitteln.

Zubehör macht aus dem Grundsystem eine individuelle Lösung
Neben Rohren und Verbindern benötigt eine praxisgerechte Lean-Lösung weitere Komponenten. Deshalb umfasst ein moderner Systembaukasten weit mehr als das eigentliche Rohrstecksystem.

Platten können beispielsweise als Tischplatten, Regalflächen oder Abtrennungen eingesetzt werden. Hubsysteme ermöglichen eine nachträgliche Höhenverstellung von Arbeitsplätzen. Arbeitsplatzbeleuchtungen unterstützen eine ergonomische Gestaltung. Rollschienen ermöglichen den Aufbau von Durchlaufregalen oder Förderstrecken.

Auch Stellfüße und Räder gehören zum Baukasten. Sie entscheiden darüber, ob eine Konstruktion sicher und stabil steht oder mobil eingesetzt werden kann. Ergänzendes Zubehör wie Lochplatten, Arbeitsplatzmatten, Bodenmarkierungen oder Sichtlagerkästen unterstützt die weitere Gestaltung der Arbeitsumgebung.

Damit lässt sich eine Konstruktion nicht nur mechanisch aufbauen, sondern gezielt auf Ergonomie, Materialbereitstellung und Arbeitsabläufe abstimmen.

Flexibilität als Bestandteil kontinuierlicher Verbesserung
Lean Production bedeutet nicht, einmal eine optimale Lösung zu bauen und diese anschließend unverändert zu verwenden. Ein wesentlicher Gedanke des Lean Managements ist die kontinuierliche Verbesserung.

Ein modularer Systembaukasten kann diesen Prozess unterstützen. Wird bei der täglichen Arbeit festgestellt, dass ein Werkzeug besser erreichbar sein sollte, kann eine Halterung versetzt werden. Ändert sich die Größe eines Behälters, lässt sich eine Ablage anpassen. Wird ein Arbeitsplatz für eine neue Tätigkeit benötigt, kann die vorhandene Konstruktion erweitert werden.

Das bedeutet nicht, dass jede Veränderung automatisch einfach oder ohne Planung umgesetzt werden kann. Tragfähigkeit, Stabilität, Ergonomie und die jeweiligen Einsatzbedingungen müssen weiterhin berücksichtigt werden. Der modulare Aufbau schafft jedoch die technische Grundlage dafür, Veränderungen nicht grundsätzlich mit einer komplett neuen Konstruktion beginnen zu müssen.

Wiederverwenden statt wegwerfen
Ein weiterer Aspekt des Baukastensystems ist die Wiederverwendbarkeit. Werden Prozesse verändert oder Betriebsmittel nicht mehr benötigt, können einzelne Komponenten ausgebaut und für eine andere Lösung verwendet werden.

Aus einem nicht mehr benötigten Arbeitsplatz können beispielsweise Komponenten für einen neuen Materialwagen oder ein Regal entstehen. Der Wert der einzelnen Bauteile bleibt damit über die ursprüngliche Anwendung hinaus erhalten.

Diese Mehrfachverwendung kann nicht nur den Materialeinsatz reduzieren, sondern auch dazu beitragen, Investitionen langfristiger zu nutzen. Gerade bei Produktionsumgebungen, in denen sich Anforderungen regelmäßig verändern, kann das ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor sein.

Digitale Planung unterstützt den Baukasten
Mit der zunehmenden Modularität steigt gleichzeitig die Bedeutung einer übersichtlichen Planung. Digitale Werkzeuge können dabei helfen, Konstruktionen bereits vor dem eigentlichen Aufbau zu visualisieren und Komponenten gezielt zusammenzustellen.

BeeWaTec bietet hierfür unter anderem die Konstruktionssoftware BEEVisio an. Damit lassen sich individuelle Lösungen aus den verfügbaren Komponenten planen und visualisieren. Ergänzend unterstützt BEELopt bei der Erstellung längenoptimierter Schnittlisten für Rohre und Rollschienen.

Die digitale Planung kann dadurch bereits vor der Umsetzung zeigen, wie eine Lösung aufgebaut ist und welche Komponenten benötigt werden. Das erleichtert die Vorbereitung und kann dazu beitragen, Material gezielter einzusetzen.

Systembaukasten als Werkzeug für Lean Production
Ein modularer Systembaukasten ist damit mehr als eine Sammlung von Rohren und Verbindern. Er bildet eine Grundlage, um Betriebsmittel an konkrete Prozesse anzupassen und bei veränderten Anforderungen weiterzuentwickeln.

Von der einfachen Materialbereitstellung über ergonomische Montagearbeitsplätze bis hin zu Durchlaufregalen und Transportwagen können unterschiedliche Lösungen nach einem gemeinsamen Baukastenprinzip entstehen. Die Kombination aus standardisierten Komponenten, verschiedenen Rohrsystemen und ergänzendem Zubehör schafft dabei einen großen Gestaltungsspielraum.

Für Unternehmen bedeutet das: Eine Lean-Lösung muss nicht zwangsläufig als endgültige Konstruktion betrachtet werden. Sie kann als Ausgangspunkt verstanden werden, der mit dem Prozess wächst.

BeeWaTec verbindet dafür Systembaukasten, Planung und praktische Umsetzung. Neben den Komponenten unterstützt das Unternehmen bei der Lösungsfindung, Konstruktion und Montage. So entsteht aus einzelnen Bauteilen eine auf den jeweiligen Prozess abgestimmte Lösung für Lean Production, Materialfluss und Intralogistik.

Über die BeeWaTec AG

Die BeeWaTec Gruppe, mit Stammsitz im schwäbischen Pfullingen, ist mit einem flexiblen und innovativen Produktportfolio rund um Lean Manufacturing und Industrie 4.0 international vernetzt und verfügt über Tochtergesellschaften und Niederlassungen in Ungarn, Rumänien, Tschechien, Polen, Österreich und in der Schweiz. Mit seinem innovativen Baukastensystem für die schlanke Fertigung ist BeeWaTec einer der führenden Anbieter im deutschen Markt und konnte seine internationale Marktposition bei Lean- und Materialflusskomponenten kontinuierlich ausbauen. Hier bietet BeeWaTec zum Beispiel Produktions-Arbeitsplätze, Werkstatt-, Labor- und Lager-Ausrüstungen, Kommissioniersysteme, Intralogistik und fahrerlose Transportmittel.

Weitere Informationen unter www.beewatec.de

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