Auf der NRF Retail’s Big Show Europe 2026 zeigte Continente, wie eng E-Commerce und Store Operations inzwischen verbunden sind. Der portugiesische Lebensmittelhändler wickelt sein Quick-Commerce-Fulfillment vollständig mit Mitarbeitenden in den Filialen ab. Für den DACH-Markt, in dem reine Dark-Store-Modelle unter wirtschaftlichem Druck stehen, ist dieser Ansatz besonders aufschlussreich.
Warum Quick Commerce schon in der Filiale scheitern kann
Continente betreibt Online-Lebensmittelhandel seit 2001. Wie Guilherme Cardoso, Head of E-Commerce bei Sonae MC, erläuterte, haben sich die Erwartungen jedoch verschoben: Kundinnen und Kunden wollen nicht mehr zwischen Schnelligkeit und Qualität wählen, sondern beides. Die interne Komplexität dahinter soll für sie unsichtbar bleiben.
Genau diese Komplexität entsteht in der Filiale. Der Ablauf reicht von der Online-Bestellung über den Auftrag in der Filiale, die Kommissionierung und die Bestandsaktualisierung bis zur Bereitstellung und Übergabe. Scheitert ein Schritt, nützt das beste Lieferversprechen nichts.
Typische Fehlerquellen sind schnell benannt. Artikel stehen nicht am erwarteten Regalplatz, der Systembestand weist Ware aus, die physisch fehlt, oder Picklisten auf Papier führen zu Suchwegen und Rückfragen. Hinzu kommt, dass Mitarbeitende parallel Kundschaft bedienen, Regale auffüllen und Onlineaufträge bearbeiten.
Wie Filialen Online-Bestellungen schnell und fehlerfrei kommissionieren
Continente hat nach eigenen Angaben Daten genutzt, um den Picking-Prozess neu zu denken. Das ist der richtige Ansatz, denn Geschwindigkeit entsteht im Store Fulfillment vor allem durch weniger Reibung. Dazu gehören eine klare Auftragszuweisung, kurze Laufwege durch die Filiale und die Scan-Bestätigung jedes entnommenen Artikels.
Bei Lebensmitteln kommen die Prüfung des Mindesthaltbarkeitsdatums und die Einhaltung der Kühlkette hinzu. Fehlt ein Produkt, braucht es eine sofortige Entscheidung: Ersatzartikel, sofern der Kunde dies zugelassen hat, oder Fehlmenge. Diese Information muss unmittelbar in den Bestand zurückfließen. Andernfalls verkauft der Onlineshop beim nächsten Auftrag erneut Ware, die nicht vorhanden ist.
Welche wirtschaftlichen Folgen fehlerhafte Bestände im Store Fulfillment haben
Jede Fehlmenge im Onlineauftrag erzeugt Folgekosten: Nacharbeit, Rückfragen, Gutschriften und im schlechtesten Fall Stornierungen. Mindestens ebenso schwer wiegt der Vertrauensverlust. Wer beim Lebensmitteleinkauf mehrfach unvollständige Lieferungen erhält, bestellt beim nächsten Mal woanders.
Gleichzeitig bindet ineffizientes Picking Personal, das auf der Fläche fehlt. Für Händler, die Quick Commerce aus dem bestehenden Filialnetz heraus betreiben, ist Prozessqualität deshalb eine Frage der Wirtschaftlichkeit.
Wie sich Store-Fulfillment-Prozesse digital steuern lassen
COSYS digitalisiert operative Retail-Prozesse zwischen Filiale, Lager und Zentrale. Die modulare Plattform bildet Kommissionierung in der Filiale, Bestandsmanagement, MHD-Kontrolle und Task Management in einer mobilen App ab.
Über den COSYS WebDesk verwaltet die Zentrale Aufträge und behält den Bearbeitungsstatus jeder Filiale im Blick. Schnittstellen zu ERP– und Warenwirtschaftssystemen sorgen dafür, dass Bestandsänderungen nicht manuell nachgepflegt werden müssen.
Zum Gesamtsystem gehören passende MDEs von Zebra, Honeywell und Datalogic, mobile Drucker für Auftragsetiketten sowie Smart Locker als Abholstation für Click-&-Collect-Aufträge. MDE-Services und COSYS MDM halten die Geräteflotte über alle Standorte hinweg einsatzbereit.
Prozessdaten und KI als Entscheidungsgrundlage
Die Prozessdatenanalyse macht sichtbar, wo im Store Fulfillment Zeit verloren geht. Ergänzend beantwortet COSYS KI Fragen auf Basis der im WebDesk erfassten Daten, etwa: „Welche Filialen hatten im letzten Monat die meisten Fehlmengen bei Onlineaufträgen?“, „Bei welchen Artikeln weicht der gebuchte Bestand am häufigsten vom Pickergebnis ab?“ oder „Zu welchen Tageszeiten dauert die Kommissionierung am längsten?“
Händler müssen dabei nicht mit einer Komplettlösung starten. Möglich ist der Einstieg etwa mit Kommissionierung oder Bestandsverwaltung und die schrittweise Erweiterung um Module, Geräte und Filialen. Das begrenzt Investitionsrisiko und Einführungsaufwand.
Praxistipp: Erst die Suchzeit messen, dann das Lieferversprechen
Bevor Händler über kürzere Lieferzeiten sprechen, lohnt ein ehrlicher Blick auf die Fläche. Begleiten Sie eine Pickerin oder einen Picker eine Schicht lang und notieren Sie jeden Artikel, der nicht auf Anhieb gefunden wird. Diese Liste zeigt oft präziser als jede Kennzahl, wo Bestandsdaten, Regalplatzierung und Prozesse auseinanderlaufen. Genau dort kann Quick Commerce tatsächlich schneller werden.
Sie möchten Quick Commerce und Store Fulfillment zuverlässig aus der Filiale heraus steuern?
Kontaktieren Sie das COSYS Team für eine individuelle Beratung zu Kommissionierung, Bestandsmanagement, MHD-Kontrolle, Task Management und Prozessdatenanalyse. Vereinbaren Sie einen Termin unter vertrieb@cosys.de oder +49 5062 900 0.
Alternativ können Sie die kostenlose COSYS Retail Demo-App für Android und iOS testen.
Die COSYS Ident GmbH mit Sitz in Grasdorf (bei Hildesheim) besteht seit knapp 40 Jahren und ist eines der führenden Systemhäuser im Bereich mobiler Datenerfassungslösungen für Android und Windows. Ein mittelständisches Unternehmen, das seit 1982 die Entwicklung von Identifikationssystemen vorantreibt und heute branchenspezifische Komplettlösungen für nahezu alle gängigen Geschäftsprozesse anbietet. Vom Prozessdesign und der Konzepterstellung, über die Implementierung der Hard- und Software bis hin zum Projektmanagement und maßgeschneiderten Wartungsverträgen, decken wir das komplette Leistungsspektrum der Systementwicklung, Integration und Betreuung ab. Des Weiteren bietet COSYS einen Reparaturservice, WLAN-Funkvermessung, sowie Lösungen für die Bauteil-Rückverfolgung mittels DPM-Codes.
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