Bereits 2024 wurde sie für ihre Arbeit im Bereich Digitalisierung und Nachhaltigkeit mit dem renommierten „Digital Green Talent“-Preis ausgezeichnet. Im Zuge dieser Auszeichnung nahm sie an der internationalen Digital Green Talent Summer School teil und konnte dank eines damit verbundenen Stipendiums drei Monate an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) forschen.
Brücke zwischen Theorie und Praxis
Während ihres Forschungsaufenthalts an der FAU analysierte Sophia intensiv mit digitalen Plattformen im Kontext der Kreislaufwirtschaft. Hierbei steht die Fragestellung im Fokus, wie datenbasierte Vernetzung – vom Kunststoffhersteller über Verarbeiter bis hin zum Recycler – effizientere Stoffströme und neue Geschäftsmodelle ermöglichen können.
Die dort gewonnenen theoretischen Erkenntnisse fließen nun direkt in ihre Promotion am SKZ ein. Hier werden sie mit praxisnaher Forschung kombiniert, um künftig konkrete Lösungsansätze für die Industrie zu generieren. Das SKZ bietet somit ideale Rahmenbedingungen, um wissenschaftliche Exzellenz und industrielle Umsetzbarkeit miteinander zu verbinden.
Ein abschließender Höhepunkt des Forschungsaufenthaltes an der FAU war ein Besuch gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Digital Industries auf der EurOMA-Konferenz in Wien, einer der führenden wissenschaftlichen Konferenzen im Bereich Operations Management und nachhaltige Wertschöpfung. Dort bot sich Sophia Botsch die Gelegenheit, die Ergebnisse ihres Forschungsaufenthalts einem internationalen Fachpublikum vorzustellen und wertvolle Impulse aus Wissenschaft und Praxis aufzunehmen. Der interdisziplinäre Austausch sowie die Diskussion mit Experten unterstreichen die hohe Relevanz des Themas digitaler Plattformen für die Transformation hin zu einer zirkulären Kunststoffwirtschaft.
Digitale Plattformen als Schlüssel zur Kreislaufwirtschaft
Digitale Plattformlösungen können eine entscheidende Rolle auf dem Weg zu einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft spielen. Sie schaffen Transparenz über Materialflüsse, ermöglichen die Rückverfolgbarkeit von Kunststoffen und vernetzen bislang getrennte Marktteilnehmer. So entstehen neue Möglichkeiten für Wiederverwendung, Recycling und die Schließung von Stoffkreisläufen.
In ihrer Forschung untersucht Sophia Botsch, wie verschiedene Typen zirkulärer Plattformen, insbesondere Mehrwegverpackungsplattformen, Reuse- und Resale-Hubs sowie Datenplattformen, Ressourcen strukturieren und kombinieren, um Netzwerkeffekte zu erzielen.
Plattformtypübergreifend zeigt sich dabei, dass die Standardisierung von Materialien, Produkten und Daten eine zentrale Voraussetzung für Interoperabilität und die erfolgreiche Vernetzung der Akteure ist. Dies liegt daran, dass innerhalb von Plattformen deutlich mehr Akteure miteinander verbunden sind als in traditionellen linearen Liefer- und Wirtschaftsbeziehungen. Um die Verbreitung zirkulärer Wirtschaftsaktivitäten zu beschleunigen, bedarf es daher unterstützender politischer Rahmenbedingungen.
SKZ fördert gezielt wissenschaftliche Weiterentwicklung
Das SKZ unterstützt aktiv die persönliche und fachliche Weiterentwicklung seiner Mitarbeitenden – auch in Form von Promotionen. Die Verbindung von Forschung, Industrieprojekten und internationalem Austausch ermöglicht es jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, innovative Lösungen mit direkter Relevanz für die Praxis zu entwickeln.
„Ich bin sehr dankbar für die Unterstützung, die ich sowohl am SKZ als auch durch die Auszeichnung erhalten habe. Die Kombination aus wissenschaftlicher Vertiefung und praxisnaher Forschung gibt mir die Möglichkeit, an echten Lösungen für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft mitzuwirken“, sagt Sophia Botsch.
Mit ihrer Promotion leistet sie einen wichtigen Beitrag zur Transformation der Kunststoffindustrie hin zu mehr Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz.
SKZ – Das Kunststoff-Zentrum
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