In seiner eindrücklichen Keynote über „Mentale Ökologie“ beschrieb Nico Häger, Berufsschullehrer an der Julius-Leber-Schule in Frankfurt, die heutige Situation der Auszubildenden in puncto Digitalität. Das Smartphone ist ständiger Begleiter, Algorithmen geben Orientierung. Studien haben das Paradox bestätigt, dass LLMs (Large Language Models) zwar die individuelle Produktivität erhöhen können, Vielfalt und Einzigartigkeit jedoch abnehmen. Die Milliarden Texte aus westlichen Gesellschaften, die in die Modelle eingespeist werden, bilden zudem nur 12 Prozent des Wissens der Weltbevölkerung ab. Sein Fazit: KI braucht nach wie vor den Menschen und speziell multiprofessionelles IT-Personal. Unsere kognitive Diversität kann KI nicht ersetzen.
Notwendige Kompetenzen: kritisches Denken, eigenständiges Lernen, praktische Fähigkeiten
Dass KI als Sparringspartner heute zum Beispiel beim Coding sinnvoll eingesetzt werden kann, demonstrierte Thomas Erik Schmidt, IT-Ausbilder bei Provadis. Sehr leicht könnten Anfängerinnen und Anfänger mit KI zu schnellen Ergebnissen beim Coding kommen. Problematisch sei jedoch das Halluzinieren der digitalen Tools. Die Teilnehmenden erfuhren, wie die Auszubildenden in der IT-Ausbildung beim Umgang mit KI begleitet werden und dadurch die notwendigen Kompetenzen erwerben. Ziel des Einsatzes von KI in der Ausbildung sei es, die jungen Menschen auf den kritischen Umgang mit digitalen Tools im Unternehmen vorzubereiten. KI ersetze nicht das Denken, sie verstärke es, sagte Schmidt und gab den Teilnehmenden die Empfehlung, dass Auszubildende Aufgaben zunächst selbst lösen, danach die KI befragen und die Ergebnisse anschließend vergleichen sollten.
In einem weiteren Vortrag informierte IT-Ausbilder Maximilian Maharam über den Einsatz des globalen Bildungsprogramms Cisco Networking Academy in den Ausbildungsmodulen bei Provadis. Die Lernplattform fördere das eigenständige und lerntypgerechte Lernen, die Ausbilderinnen und Ausbilder übernehmen die Rolle der Lernbegleiter. Als zweiten wichtigen Baustein der weiterentwickelten IT-Ausbildung nannte er die notwendige Erhöhung des haptischen Anteils. Die „Praxis zum Anfassen“, beispielsweise beim Zusammenbauen eines PCs oder beim Aufbau der Netzwerkinfrastruktur an realen Geräten, gewinne zunehmend an Bedeutung. Die Kombination beider Bausteine sei für eine erfolgreiche und zukunftsfähige IT-Ausbildung wichtig. „Die Unternehmen benötigen Ausgebildete mit neuen Kompetenzen. Diese steigenden Anforderungen können nicht durch die klassische Ausbildung abgedeckt werden“, erklärte Maharam. „Wir haben die Herausforderungen erkannt und Lösungen dafür konzipiert.“
Spezifische IT-Fachseminare: praxisnah und bedarfsgerecht
Im trialen Ausbildungskonzept von Provadis werden die Nachwuchskräfte im Unternehmen gezielt gefördert und zu hochqualifizierten IT-Expertinnen und IT-Experten weiterentwickelt. Die berufsspezifischen Fachseminare und Praktika werden für die verschiedenen Ausbildungsberufe Fachinformatiker/in, IT-Systemelektroniker/in und Kaufleute für Digitalisierungsmanagement in Partnerschaft mit Unternehmen angeboten. Zusätzlich werden alle IT-Auszubildenden durch eine gezielte IHK-Prüfungsvorbereitung fit für den Karrierestart im Unternehmen gemacht. „In der dynamischen IT-Welt brauchen Auszubildende mehr als Standardwissen“, betont Dr. Astrid Merz, Leiterin Ausbildung bei Provadis. „Gemeinsam mit den Partnerunternehmen entwickeln wir passgenaue Qualifizierungskonzepte, die die Nachwuchskräfte zu optimal ausgebildeten IT-Experten machen. Mit unserem Personal Coaching optimieren wir den Lernerfolg und steigern nachhaltig die Kompetenz der IT-Fachkräfte.“
„Ich habe an der Netzwerkveranstaltung teilgenommen, weil ich mehr darüber erfahren wollte, wie man KI in die Ausbildung integrieren kann“, sagt Jessica Mombauer, Personalreferentin bei RhönSprudel. „Wir bilden unter anderem Fachinformatiker Fachrichtung Systemintegration aus. Dass KI nicht nur dort, sondern auch in vielen anderen Ausbildungsbereichen Veränderungen mit sich bringt und sich das Spektrum der Anforderungen erweitert hat, finde ich spannend. Die Veranstaltung bei Provadis hat sehr gut Problemfelder und die Richtung der Entwicklung aufgezeigt.“
Beratung und Probeunterricht vor Ort
Um sich vor Ort einen Eindruck von dem trialen Ausbildungskonzept zu machen, können Unternehmen einen Beratungstermin vereinbaren und gemeinsam mit ihren Auszubildenden kostenlos an einem Probeunterricht teilnehmen. Nähere Informationen über das modulare triale Ausbildungskonzept im IT-Bereich finden Interessierte hier
Provadis Partner für Bildung und Beratung GmbH ist ein Unternehmen der Infraserv-Höchst-Gruppe. Mit rund 1.800 Auszubildenden und über 2.500 Weiterbildungsteilnehmenden an den Standorten Frankfurt und Marburg gehört Provadis zu den führenden Anbietern von Bildungsdienstleistungen in Hessen. Mehrere hundert internationale Kunden nutzen in Partnerschaften und Kooperationen das Know-how von Provadis auf den Gebieten der Aus- und Weiterbildung, der Personal- und Organisationsentwicklung, bei der Entwicklung von E-Learning-Konzepten und Corporate Events.
An der Provadis Hochschule studieren rund 1.000 Studierende in dualen und berufsbegleitenden Studiengängen mit international anerkannten Bachelor- und Masterabschlüssen. Die Hochschule bündelt ihre interdisziplinären Aktivitäten im Bereich Forschung und Projekte im Zentrum für Industrie und Nachhaltigkeit.
Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.provadis.de
Provadis Partner für Bildung und Beratung GmbH
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