Der dritte Veranstaltungstag rückte insbesondere strategische Anwendungen additiver Fertigung, industrielle Produktionslösungen sowie wissenschaftliche Entwicklungen in den Mittelpunkt. Die Keynote von Prof. Dr. Fernando Lasagni aus Spanien, Gründer von novaindef, zeigte eindrucksvoll, welche Rolle additive Fertigung künftig im Verteidigungsumfeld spielen kann. Anhand konkreter Beispiele aus Luftwaffe, Marine und Landstreitkräften berichtete Lasagni von mobilen und zertifizierten Fertigungseinheiten, die in Containerlösungen integriert und flexibel verlegbar sind. Dadurch können Ersatzteile direkt vor Ort produziert werden, um die Einsatzfähigkeit von militärischem Gerät deutlich schneller wiederherzustellen. Gleichzeitig betonte er die Bedeutung einer engen europäischen Zusammenarbeit bei der Entwicklung resilienter Fertigungs- und Versorgungsketten. Sein Eindruck zur rapid.tech 3D bestätigt die Relevanz der Konferenz: „Die rapid.tech 3D deckt die gesamte Bandbreite additiver Fertigung ab. Von Aerospace & Defence über industrielle Anwendungen bis hin zu Wissenschaft und Forschung sind alle Themen vertreten. Besonders wertvoll ist die Verbindung unterschiedlicher Technologiereifegrade und der starke Fokus auf reale Anwendungen in verschiedensten Branchen.“
Additive Fertigung als Enabler in Aerospace und Defence
Im Forum Aerospace & Defence diskutierten Expertinnen und Experten aus Industrie und Forschung über additive Fertigung für sicherheitskritische Anwendungen, resiliente Lieferketten und flexible Produktionsstrategien. Dabei wurde sichtbar, dass additive Technologien zunehmend zu einem strategischen Faktor für die Verfügbarkeit komplexer Systeme werden. Die Panel-Diskussion unterstrich zudem, wie wichtig europäische Unabhängigkeit und Kompetenzbündelung im Defence-Bereich sind. Die Vorträge zeigten darüber hinaus, welche zentrale Rolle additive Fertigung künftig im Defence-Sektor einnehmen wird.
Referent Kapitänsleutnant Dr. Sascha Hartig vom AM Defence Network zeigte sich insbesondere von der fachlichen Qualität und thematischen Relevanz des Programms beeindruckt: „Die rapid.tech 3D bietet hervorragend organisierte Panels mit der Crème de la Crème der additiven Fertigung. Ich bin stolz darauf, dass wir in Deutschland und Europa diesen Mindset-Change schaffen. Wir müssen für Europa einstehen und dem Thema Verteidigung künftig mehr Aufmerksamkeit schenken – das hat sich auch deutlich im diesjährigen Programm widergespiegelt.“
VDMA – ein Verband mit klarer Zukunftsorientierung
Das Forum Solutions for AM Industry powered by VDMA widmete sich industriellen Lösungen für automatisierte und skalierbare AM-Prozessketten. Im Fokus standen effiziente Produktionsstrategien, digitale Prozessintegration sowie die zunehmende Industrialisierung additiver Fertigung. Die Vorträge zeigten, wie Unternehmen additive Technologien immer stärker in bestehende Produktionsumgebungen integrieren und dadurch neue wirtschaftliche Potenziale erschließen. Das Forum zeigte aber auch deutlich, dass additive Fertigung im Gesamtkontext industrieller Fertigung betrachtet werden muss und wie bestehende Fertigungsketten durch AM sinnvoll ergänzt werden können.
Forschungsschwerpunkt Metall-AM
Das wissenschaftliche Forum AM Science präsentierte aktuelle Forschungsarbeiten rund um Werkstoffe, Prozesssimulation, Fertigungsparameter und Qualitätsmanagement. Die Beiträge machten deutlich, wie wichtig wissenschaftliche Grundlagenarbeit weiterhin für stabile, reproduzierbare und wirtschaftliche additive Prozesse ist. Der Schwerpunkt des Forums lag klar auf Untersuchungen und Forschung zu Prozessparametern und Materialien in der additiven Fertigung von Metallteilen mittels LPBF-Verfahren.
Auch am Abschlusstag bot die Fachausstellung zahlreiche Möglichkeiten zum fachlichen Austausch. In den Networking-Pausen nutzten Besucherinnen und Besucher, Ausstellerinnen und Aussteller sowie Referentinnen und Referenten die Gelegenheit, neue Kontakte zu knüpfen, konkrete Anwendungen zu diskutieren und technologische Lösungen direkt an den Messeständen zu erleben. Ergänzt wurde das Kongressprogramm am Nachmittag durch die Short Courses, die praxisnahes Fachwissen und zertifizierte Weiterbildungsmöglichkeiten rund um additive Fertigung vermittelten. Das neue Format stieß bei den Teilnehmerinnern und Teilnehmern auf großes Interesse und unterstrich die wachsende Bedeutung qualifizierter Weiterbildung im Bereich Additive Manufacturing.
Exzellenzpreis würdigt industrielle Innovationskraft
Ein besonderer Höhepunkt der rapid.tech 3D 2026 war die erstmalige Verleihung des Exzellenzpreises für innovative industrielle Anwendungen additiver Fertigung. Überreicht wurde die Auszeichnung von Thüringens Ministerin für Wirtschaft, Landwirtschaft und Ländlichen Raum, Colette Boos-John. Der erste Preis ging an Tobias Geiger von Bausch+Ströbel SE + Co. KG für das Projekt „Additiv gefertigte Zuführbahn für Pilzstopfen zum Verschluss pharmazeutischer Objekte“. Platz zwei belegte Patrick Findeklee von Siemens Energy Global GmbH & Co. KG mit der Arbeit: „Emissionssenkung großer Gasturbinen durch additiv gefertigte Leitschaufeln.“ Der dritte Platz ging an Dr. Sebastian Katona von der Siemens Mobility GmbH mit seiner „Vollständig 3D-gedruckten Frontverkleidung eines Schienenfahrzeugs“. Die ausgezeichneten Projekte zeigen eindrucksvoll, wie additive Fertigung erfolgreich in industrielle Anwendungen überführt werden kann. Katona betonte vor allem den Netzwerkcharakter der Veranstaltung: „Die Konferenz bietet nicht nur spannende Vorträge, sondern vor allem hervorragende Möglichkeiten zum Netzwerken. Gerade der Exzellenzpreis zeigt eindrucksvoll, welche innovativen Projekte und Anwendungen aktuell entstehen. Teil davon zu sein, ist ein großer Gewinn.“
Best Paper Award würdigt hervorragende Leistungen aus dem Forschungsumfeld
Zusätzlich wurde im Rahmen der Veranstaltung der Best Paper Award verliehen. Ausgezeichnet wurde Dr. Jan Wegner von der Universität Duisburg-Essen für sein Paper „Simulationsgestützte Legierungsentwicklung und In-situ-Legieren von Medium-Entropie-Legierungen im Laser Powder Bed Fusion“. Der Best Paper Award wurde von Prof. Dr. Vesna Groha und Dr. Stefan Kleszczynski als Vertreter der wissenschaftlichen Review-Kommission überreicht. Die Auszeichnung unterstreicht die hohe wissenschaftliche Qualität der rapid.tech 3D und die enge Verbindung zwischen Forschung und industrieller Anwendung.
Prof. Dr. Christian Seidel von der Hochschule München und Vorsitzender des Fachbeirats der rapid.tech 3D zieht ein positives Fazit: „Die rapid.tech 3D 2026 war aus meiner Sicht ein voller Erfolg. Der fachliche Austausch, die Qualität der Vorträge und die starke internationale Beteiligung zeigen, wie relevant die Veranstaltung für die AM-Community ist. Besonders freut mich, dass wir mit der Weiterentwicklung hin zu einer Konferenz mit ergänzender Fachausstellung einen wichtigen Schritt gemacht haben. Neue Formate wie die Short Courses, die als kompakte Ergänzung unseres zertifizierten Weiterbildungsprogramms entstanden sind, wurden sehr gut angenommen. Auch der erstmals verliehene Exzellenzpreis hat für hohe Aufmerksamkeit und starke Community-Interaktion gesorgt. Ergänzt durch die sehr gut besuchten Science Sessions sowie interaktive Formate wie Expert Tables und Deep Dive Tours ist es gelungen, die rapid.tech 3D inhaltlich weiter zu stärken und zukunftsorientiert weiterzuentwickeln.“
Die nächste rapid.tech 3D findet vom 25. bis 27. Mai 2027 in Erfurt statt.
Über die rapid.tech 3D:
Die rapid.tech 3D hat sich in zwei Jahrzehnten zu einer führenden AM-Fachveranstaltung in Mitteleuropa entwickelt – mit dem Fachkongress als Herzstück.
Mehr unter: www.rapidtech-3d.de
Als größter Messe- und Kongressstandort in der Mitte Deutschlands hat sich die Messe Erfurt als Forum für Unternehmen, Wissenschaftler, Mediziner, Gewerkschaften und viele weitere Institutionen etabliert. Jährlich finden hier mehr als 220 Veranstaltungen, Kongresse und Tagungen, Messen und Ausstellungen, Firmenevents und Konzerte mit über 650.000 Besuchern statt.
Mehr unter: www.messe-erfurt.de
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