Die Daten kommen aus dem Maschinenraum der globalen Kupferexploration: Bei mehr als einer halben Million Bohrmetern lag der durchschnittliche Kupfergehalt in diesem Jahr bei 0,34 %. Ab 1,2 % reicht es für die oberen zehn Prozent.

Die Aktie legte sofort um mehr als 20 % zu: Der Metallexplorer Arctic Minerals (ISIN: SE0024172779, WKN: A411LJ) veröffentlichte eine aktualisierte Mineralressourcenschätzung (MRE) für das Kupfer-Silber-Projekt Hennes Bay in Schweden.

Die MRE taxiert die Lagerstätte auf 7 Mio. t mit 1,03 % Kupferäquivalent (bestehend 0,75 % Kupfer und 20,9 Gramm Silber pro Tonne), was 936.000 Tonnen Kupferäquivalent bzw. 682.000 Tonnen Kupfer und 60,9 Millionen Unzen Silber entspricht. 30 % der Mineralressourcen sind in der Kategorie „Angezeigte Mineralressourcen“ klassifiziert, der Rest in der Kategorie „Abgeleitete Ressourcen.“

Neue MRE für Hennes Bay: +72 % Kupferäquivalent

Die Aktualisierung entspricht einer deutlichen Steigerung des enthaltenen Kupferäquivalents um 72 % im Vergleich zur früheren MRE aus dem Jahr 2025. Jene hatte nur eines von nunmehr sechs inkludierten Zielgebieten berücksichtigt.

Arctic Minerals CEO Peter George sieht weiteres Potenzial über die neue MRE hinaus. „Die Mineralisierung bei Dingelvik und anderen potenziellen Gebieten ist weiterhin offen, und da bisher weniger als 5 % des (…) Konzessionsgebiets durch Bohrungen untersucht wurden, besteht ein immenses Potenzial für Ressourcenwachstum und neue Entdeckungen.“

Funde wie bei Hennes Bay benötigt der globale Kupfermarkt dringend. Die über fast alle Sektoren hinweg steigende Nachfrage sieht sich einer zunehmend ausgedünnten Projektpipeline gegenüber.

Der Datensatz „S&P Global Energy Discoveries“ umfasst alle Lagerstätten mit mindestens 500.000 Tonnen Kupfer. Hennes Bay mit Stand heute 682.000 Tonnen zählt also in diese Kategorie. Wie selten solche Entdeckungen geworden sind, zeigt der zugehörige Jahresbericht. Dieser identifizierte zwar zwischen 1990 und 2025 immerhin 263 bedeutende Kupferfunde mit insgesamt 1,402 Milliarden Tonnen Kupfer in Reserven, Ressourcen und der bisherigen Produktion.

Zu wenige Kupferentdeckungen seit der Jahrtausendwende

Doch ein Großteil der Entdeckungen liegt in einem frühen Bereich dieses Zeitraums. Im Vergleich zur Prognose für 2025 wuchs der Datensatz für dieses Jahr lediglich um fünf Lagerstätten und 37 Millionen Tonnen bzw. 3 %. Die nach 2000 insgesamt entdeckte Kupfermenge ist geringer als die Gesamtmenge, die allein in den 1990er Jahren entdeckt wurde.

Die Gründe dafür sind laut S&P Global Branchenstrategie und der Geologie. „Seit Anfang der 2000er-Jahre haben Bergbauunternehmen ihre Explorationsausgaben zunehmend auf bestehende Betriebe verlagert. Dort reduzieren Infrastruktur, Genehmigungsverfahren und geologisches Verständnis das Risiko und verkürzen die Entwicklungszeiten“, sagt S&P Global Analystin Eillen Grace Dela Cruz.

Im Jahr 2025 entfielen ihrem Bericht zufolge 43 % der weltweiten Kupferexplorationsbudgets auf Minenstandortprogramme, verglichen mit 25 % für die Exploration neuer Lagerstätten. Mehr als 60 % des jährlichen Zuwachses an entdecktem Kupfervolumen stammten demnach aus Lagerstätten bestehender Minenkomplexe und nicht aus neu identifizierten Systemen. „Diese Strategie schafft zwar kurzfristige Wertschöpfung, birgt aber das Risiko, die langfristige Projektpipeline zu schwächen“, warnt Dela Cruz.

Doch auch äußere Umstände schwächen die Pipeline. Langwierige und komplexe Genehmigungsverfahren etwa: Vom Kupferfund bis zur Mine dauert es im Schnitt mehr als 17 Jahre. Außerdem liegen die wirtschaftlich attraktiven Vorkommen immer tiefer. Die durchschnittliche Kupferbohrtiefe hat sich seit 2010 um fast 50 % auf etwa 600 Meter erhöht, während die Erzgehalte im Allgemeinen gesunken sind.

552.000 Bohrmeter weltweit: Durchschnittlicher Kupfergehalt von 0,34 %

Andere Datensätze bestätigen diesen Trend. FactSet meldet für den Zeitraum von Januar bis September 2026 insgesamt 454 Kupferprojekte, für die in diesem Jahr Bohrergebnisse berichtet wurden. Knapp 552.000 Bohrmeter wurden in gut 8.600 Bohrungen in 41 Ländern absolviert. Der durchschnittliche Kupfergehalt lag bei 0,34 %. Die Gehalte in den stärksten zehn Prozent der Projekte lagen FactSet zufolge bei 1,19 %.

Im Bericht der Geologen von Arctic Minerals findet sich der entscheidende Hinweis für die Überzeugung der Fachleute, das Potenzial der Lagerstätte könnte noch weit über die aktualisierte MRE hinausgehen. Das Projekt werde „als distaler Teil eines sedimentgebundenen schichtförmigen Kupfermineralsystems (SSC) interpretiert“, heißt es in dem Bericht.

Anders gesagt: Das MRE-Gebiet wird als vom Zentrum einstiger geologischer Ereignisse entfernt und nicht etwa als das Zentrum selbst eingestuft. Einst zirkulierten erzhaltige Flüssigkeiten, die durch eine Zufuhrquelle wie eine Bruchzone gespeist wurden. Die Erze lagerten in Bändern in Sedimentgesteinen ein. Wenn das Gebiet der aktuellen MRE sich in einer Randzone des damaligen Zirkulationssystems befindet, könnten in Richtung der früheren Zufuhrquelle noch viele weitere Funde möglich sein.

Sicher ist: SSC-Mineralsysteme begünstigen die Bildung sehr großer Lagerstätten und Mineraldistrikts und stellen nach Porphyr-Kupferlagerstätten die wichtigste Kupferquelle der Welt dar.

Arctic Minerals sieht bei Hennes Bay weiteres Potenzial

Expansion und Konsolidierung des bisherigen Status Quo sollen bei Hennes Bay nun parallel laufen. Während die Bohrungen in Hennes Bay fortgesetzt werden, konzentriert sich das Unternehmen auf die Erweiterung und Aufwertung der Ressource sowie auf die Weiterentwicklung der verschiedenen Arbeitspakete, die in die vorläufige Wirtschaftlichkeitsstudie, die Umweltverträglichkeitsprüfung und den Antrag auf Erteilung einer Abbaugenehmigung einfließen.

Trotz der deutlichen Kursreaktion auf die neue MRE notiert der Kurs der Arctic Minerals Aktie noch immer fast 50 % unterhalb der Allzeithochs. Weitere Bohrungen, der Abschluss der Vorstudie und der sich abzeichnende Pfad zu Anträgen auf Genehmigungen könnten dem Kurs jedoch rasch neuen Schwung verleihen.

Weitere Informationen zu Arctic Minerals finden Sie im Unternehmensprofil auf Miningscout.de:

https://www.miningscout.de/minenaktien/arctic-minerals-ab/

Arctic Minerals AB
Stockholm: ARCT
Frankfurt: 9QY0
ISIN: SE0024172779
WKN: A411LJ
Webseite: www.arcticminerals.se

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