Für Automobilhersteller und Zulieferbetriebe besteht die Herausforderung darin, Materialengpässe zu erkennen, bevor sie die Fertigung erreichen. Eine aktuelle Bestandsübersicht allein genügt dafür häufig nicht. Entscheidend ist, wie sich Materialverfügbarkeit, Verbrauch, Nachschub und interne Transportprozesse entwickeln.
Supply Chain Analytics verbindet diese Informationen und schafft die Grundlage für eine vorausschauende Materialversorgung.
Warum Materialengpässe trotz vorhandener Bestände entstehen
Ein Materialengpass bedeutet nicht zwangsläufig, dass ein Artikel vollständig aufgebraucht ist.
Häufig befindet sich das benötigte Material bereits auf dem Werksgelände, allerdings am falschen Lagerort, in einem noch nicht abgeschlossenen Wareneingangsprozess oder auf dem Weg zur Produktionslinie.
Besonders bei Just-in-Time- und Just-in-Sequence-Konzepten können solche Verzögerungen kritisch werden. Hier müssen Komponenten nicht nur verfügbar sein, sondern zum richtigen Zeitpunkt und gegebenenfalls in der richtigen Reihenfolge bereitstehen.
Für eine zuverlässige Bewertung der Materialversorgung sollten deshalb mehrere Informationen zusammengeführt werden:
- Aktuelle Bestände und reservierte Materialmengen
- Materialentnahmen und tatsächliche Verbrauchsraten
- Offene Nachschubanforderungen und interne Transportaufträge
- Bearbeitungs- und Transportzeiten zwischen Lager und Fertigung
- Geplante Produktionsmengen und verfügbare Materialreichweiten
Erst das Zusammenspiel dieser Daten macht potenzielle Versorgungsrisiken erkennbar.
Supply Chain Analytics benötigt zuverlässige Prozessdaten
Eine aussagekräftige Analyse beginnt mit der digitalen Dokumentation tatsächlicher Materialbewegungen.
Über die COSYS Intralogistiklösungen lassen sich Prozesse wie Wareneingang, Lagerbewegungen und innerbetriebliche Transporte digital unterstützen. Mitarbeiter erfassen beispielsweise Materialentnahmen, Umlagerungen oder Übergaben mit mobilen Endgeräten.
Dadurch entstehen Zeitstempel und Buchungsinformationen, die den Weg einer Materialeinheit zwischen Lager und Fertigung nachvollziehbarer machen.
Mit COSYS Business Intelligence können diese Prozessdaten anschließend ausgewertet und in übersichtlichen Dashboards dargestellt werden.
Produktions- und Logistikverantwortliche erkennen beispielsweise, welche Materialien besonders häufig nachgefordert werden, wie sich Bestände entwickeln und an welchen Übergabepunkten regelmäßig Verzögerungen auftreten.
Voraussetzung ist, dass die benötigten Daten vollständig erfasst und eindeutig miteinander verknüpft werden.
Materialreichweiten als Frühwarnindikator nutzen
Ein wichtiger Kennwert zur Bewertung möglicher Engpässe ist die Materialreichweite.
Ein vereinfachtes Beispiel: Für eine Komponente stehen 1.200 Stück zur Verfügung. Bei einem Verbrauch von 200 Stück pro Stunde reicht dieser Bestand rechnerisch für sechs Stunden.
Steigt die geplante Produktionsleistung und damit der Verbrauch auf 300 Stück pro Stunde, reduziert sich die Reichweite auf vier Stunden.
Beträgt die tatsächliche Nachschubzeit fünf Stunden, entsteht ein potenzielles Versorgungsrisiko.
Solche Berechnungen lassen sich in Supply Chain Analytics nutzen, um Bestandsentwicklungen mit Verbrauchs- und Nachschubinformationen abzugleichen.
Wichtig ist dabei, verfügbare Bestände von bereits reservierten oder gesperrten Mengen zu unterscheiden.
Forecasting berücksichtigt zukünftige Materialbedarfe
Während Business Intelligence bestehende und historische Prozessdaten auswertet, richtet sich COSYS Forecasting auf die Prognose zukünftiger Entwicklungen.
Historische Verbrauchsmengen können beispielsweise mit geplanten Produktionsvolumen, Schichtmodellen oder bekannten Auftragsschwankungen kombiniert werden, sofern die entsprechenden Daten verfügbar und eingebunden sind.
So lassen sich erwartete Materialbedarfe früher erkennen und Nachschubprozesse gezielter vorbereiten.
Besonders bei schwankenden Produktionsprogrammen kann Forecasting helfen, Materialbereitstellung und Lagerkapazitäten besser auf die bevorstehende Auslastung abzustimmen.
Prognosen bleiben jedoch von der Qualität der Eingangsdaten und der Verlässlichkeit der Produktionsplanung abhängig.
Process Mining macht Verzögerungen im Materialfluss sichtbar
Nicht jeder Engpass entsteht durch unzureichende Bestände. Auch organisatorische Schwachstellen können die Materialversorgung beeinträchtigen.
Mit COSYS Process Mining lassen sich tatsächliche Prozessabläufe anhand digital erfasster Ereignisse untersuchen.
Beispielsweise kann analysiert werden, wie viel Zeit zwischen einer Materialanforderung, der Bereitstellung im Lager, dem Transportbeginn und der Übergabe an die Fertigung vergeht.
Wiederkehrende Wartezeiten, unnötige Zwischenschritte oder ungewöhnlich lange Transportdurchläufe werden dadurch sichtbar.
Unternehmen können anschließend gezielt prüfen, ob beispielsweise Transportkapazitäten, Priorisierungsregeln oder Übergabeprozesse angepasst werden müssen.
Fazit: Materialversorgung durch vernetzte Analysen absichern
Materialengpässe in der Automotive-Produktion lassen sich nicht allein durch höhere Sicherheitsbestände vermeiden. Entscheidend ist, Materialverfügbarkeit, Verbrauchsentwicklung und tatsächliche Nachschubprozesse gemeinsam zu betrachten.
COSYS verbindet dafür modulare Intralogistiksoftware, mobile Datenerfassung, geeignete Hardware, technische Services sowie Business Intelligence, Forecasting und Process Mining. So können Automobilhersteller und Zulieferbetriebe ihre Materialflüsse transparenter gestalten und potenzielle Versorgungsrisiken früher identifizieren.
Tipp: Sie möchten die digitale Erfassung von Lager- und Materialbewegungen kennenlernen? Testen Sie die COSYS Demo-Apps kostenlos und unverbindlich im Google Play Store oder Apple App Store.
Die COSYS Ident GmbH mit Sitz in Grasdorf bei Hildesheim entwickelt seit 1982 Lösungen zur Digitalisierung und Optimierung von Logistik- und Geschäftsprozessen. Als mittelständischer Spezialist für Auto-ID, mobile Datenerfassung und Intralogistik bietet COSYS heute eine integrierte Plattform für die Digitalisierung von Waren-, Material- und Informationsflüssen. Das Portfolio umfasst unter anderem Lagerverwaltung, Bestandsführung, Lademittel- und Behältermanagement, Transport- und Werkslogistik, Inhouse-Logistik, Paketmanagement, Inventur, Asset Management und Business Intelligence. Mobile Apps, WebDesk sowie Cloud- und On-Premises-Lösungen verbinden operative Prozesse mit zentraler Verwaltung, Analyse und Optimierung. KI, Task Management, Process Mining und eigenes MDM erweitern die Plattform um intelligente Automatisierungs-, Analyse- und Verwaltungsfunktionen. COSYS begleitet Unternehmen von der Prozessanalyse und Konzeption über die Implementierung und Integration bis hin zu Support und langfristiger Betreuung. Ergänzend stehen passende MDE-Hardware, Auto-ID-Technologien, Reparaturservice und WLAN-Funkvermessung zur Verfügung.
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