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Der österreichische Luftfahrtzulieferer FACC AG ist im ersten Halbjahr 2026 weiter gewachsen und hat dabei seine Profitabilität deutlich stärker gesteigert als den Umsatz. Neben höheren Erlösen fallen vor allem die verbesserte EBIT-Marge, ein kräftiger operativer Cashflow und die sinkende Nettoverschuldung positiv auf. Damit zeigen die Halbjahreszahlen, dass die laufenden Maßnahmen zur Effizienzsteigerung zunehmend Wirkung entfalten.
FACC steigert EBIT deutlich stärker als den Umsatz
In den ersten sechs Monaten erhöhte FACC (ISIN: AT00000FACC2) den Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 8,6 Prozent von 484,7 Millionen auf 526,3 Millionen Euro. Noch wesentlich dynamischer entwickelte sich das operative Ergebnis: Das EBITDA legte um 22,4 Prozent von 36,6 Millionen auf 44,8 Millionen Euro zu, während das EBIT sogar um 37,5 Prozent von 18,4 Millionen auf 25,3 Millionen Euro stieg. Die EBIT-Marge verbesserte sich dadurch von 3,8 auf 4,8 Prozent.
Für Anleger ist diese Entwicklung besonders interessant. Wenn der Gewinn deutlich schneller wächst als der Umsatz, deutet dies auf eine Verbesserung der operativen Effizienz hin. FACC profitiert dabei nach eigenen Angaben auch vom Effizienzprogramm CORE. Gleichzeitig sank der Anteil der Umsatzkosten am Umsatz von 89,8 auf 89,0 Prozent. Die Profitabilitätsverbesserung beruht somit nicht allein auf steigenden Produktionsmengen.
Auch unter dem Strich kam davon einiges an. Das Ergebnis nach Steuern erhöhte sich um gut 53 Prozent von 9,8 Millionen auf 15,0 Millionen Euro. Das Ergebnis je Aktie stieg dabei von 0,21 auf 0,33 Euro.
Aerostructures und Cabin Interiors mit kräftigen Ergebniszuwächsen
Besonders auffällig fällt die Entwicklung der beiden Geschäftsbereiche Aerostructures und Cabin Interiors aus. Bei Aerostructures nahm der Umsatz lediglich um knapp sechs Prozent von 174,3 Millionen auf 184,4 Millionen Euro zu (+5,8 Prozent). Das EBIT sprang dagegen von 2,8 Millionen auf 7,8 Millionen Euro (+179 Prozent). Die Segmentmarge verbesserte sich damit von 1,6 auf 4,2 Prozent.
Auch Cabin Interiors entwickelte sich erfreulich. Der Umsatz stieg von 215,3 Millionen auf 252,6 Millionen Euro und damit um über 17 Prozent. Gleichzeitig erhöhte sich das EBIT von 4,1 Millionen auf 8,9 Millionen Euro und damit auf mehr als das Doppelte. Die EBIT-Marge erreichte 3,5 Prozent nach 1,9 Prozent im Vorjahreszeitraum. Cabin Interiors steuert mittlerweile 48 Prozent zum Konzernumsatz bei. Neben Airbus (ISIN: NL0000235190) und dem Geschäft mit Business Jets gewinnt dabei der chinesische Flugzeughersteller COMAC an Bedeutung. Hinzu kommt ein neuer Auftrag von Embraer (ISIN: US29082A1079) für die Modelle Praetor 500E und 600E.
Cashflow steigt und FACC Nettoverschuldung sinkt
Ein weiterer Pluspunkt der Halbjahreszahlen ist die Entwicklung des Cashflows. Der operative Cashflow erhöhte sich von 40,9 Millionen auf 54,9 Millionen Euro und damit um rund 34 Prozent. Gleichzeitig gingen die Investitionsauszahlungen von 9,2 Millionen auf 6,0 Millionen Euro zurück. Aus beiden Größen ergibt sich vereinfacht ein operativer Free Cashflow von rund 48,9 Millionen Euro nach 31,7 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Bemerkenswert ist dies auch deshalb, weil die Vorräte gegenüber Ende 2025 von 175,7 Millionen auf 204,0 Millionen Euro zunahmen.
Die verbesserte Mittelzufuhr macht sich in der Bilanz bemerkbar. Die Nettoverschuldung lag zur Jahresmitte bei 182,7 Millionen Euro. Ende 2025 waren es noch 215,8 Millionen Euro und ein Jahr zuvor 218,7 Millionen Euro. Noch deutlicher wird der Fortschritt beim Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA: Diese Kennzahl sank von 3,61 im ersten Halbjahr 2025 über 2,70 zum Jahresende auf nunmehr 2,05. Damit verbessert FACC seinen finanziellen Spielraum für die weitere Unternehmensentwicklung.
Hohe Flugzeugnachfrage unterstützt FACC-Ausblick
Rückenwind erhält FACC weiterhin von den hohen Auftragsbeständen der großen Flugzeughersteller. Airbus verfügte Ende Juni über einen Auftragsbestand von mehr als 9.200 Flugzeugen, Boeing über 6.814 Verkehrsflugzeuge. Für FACC ist insbesondere die Entwicklung bei Airbus wichtig: Die A320-Familie steht mittlerweile für rund 39 Prozent des Konzernumsatzes, die A350 für weitere 12 Prozent.
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet FACC ein Umsatzwachstum von 10 bis 15 Prozent und eine EBIT-Marge zwischen 5,25 und 6,25 Prozent. Zudem hält das Unternehmen am Ziel fest, 2027 eine EBIT-Marge von 8 Prozent zu erreichen. Die Halbjahreszahlen zeigen zumindest, dass FACC diesem Ziel bei der Profitabilität nähergekommen ist.
An der Börse sorgten die Zahlen dennoch nicht für Begeisterung. Eine mögliche Erklärung ist, dass Anleger nach dem Prinzip „Sell on good news“ Gewinne realisierten. Ebenso denkbar ist, dass die solide Geschäftsentwicklung bereits weitgehend in den Erwartungen und damit im Aktienkurs enthalten war.
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FACC
ISIN: AT00000FACC2
WKN: A1147K
https://www.facc.com/
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https://www.facc.com/de/wp-content/uploads/sites/3/2026/08/facc-zwischenbericht-q2-2026.pdf
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