Der deutsche Grillmarkt hat 2025 rund drei Prozent an Umsatz verloren. Das zeigt der am 5. März 2026 veröffentlichte Branchenbericht Grillen 2026 des IFH Köln (Institut für Handelsforschung) und des Industrieverbands Garten. Wer ein Gerät über den Winter draußen stehen lässt, findet Hinweise zu einer wetterfesten Abdeckhaube für Gasgrills und den üblichen Materialstärken. Für Handel, Hersteller und Endkunden endet die Saison im September 2026 damit in einem Markt, der sich seit drei Jahren seitwärts bewegt.

Der Grillmarkt verliert stärker als der Gartenmarkt insgesamt

Der Rückgang fällt stärker aus als im Gartenmarkt insgesamt. Laut dem Branchenbericht entwickelte sich das Segment 2025 das dritte Jahr in Folge schwächer als der übergeordnete Markt. Nach Angaben des Industrieverbands Garten kam der gesamte Gartenmarkt im selben Jahr auf rund 19,7 Milliarden Euro und damit auf ein Minus von 0,6 Prozent. Hartwaren legten dort um 0,7 Prozent zu, während lebende Pflanzen 2,0 Prozent verloren.

Welche Geräteart Anteile gewonnen und welche verloren hat

Die Bewegung innerhalb des Segments ist deutlicher als die Gesamtzahl. Der Branchenbericht setzt das Jahr 2015 als Ausgangswert 100 und misst die Absatzentwicklung der Gerätearten daran.

  • Gasgrills: Indexwert 248 im Jahr 2025 und damit weit über dem Ausgangsniveau von 2015.
  • Elektrogrills: Indexwert 106 und damit knapp über dem Stand von 2015.
  • Holzkohlegrills: Indexwert 39 nach jahrelang rückläufigem Absatz.
  • Betrachtete Bereiche: Grillgeräte, Brennstoffe und Zubehör als drei getrennte Segmente.

„Ein Absatzindex von 39 gegenüber 248 ist keine Geschmacksfrage mehr, sondern eine Verschiebung der Nutzungsgewohnheiten. Wer sein Sortiment weiter an Holzkohle ausrichtet, plant an der Mehrheit vorbei“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.

Warum sich das Zubehör mit dem Brennstoff mitverändert

Der Wechsel des Brennstoffs zieht anderes Zubehör nach sich. Gasgrills liefern eine regelbare, gleichmäßige Hitze und werden häufiger mit geschlossenen Flächen statt mit Rosten genutzt. Zu dieser Nutzung gehört unter anderem eine Grillplatte aus Gusseisen im Überblick, die Hitze speichert und kleinteiliges Gargut trägt. Holzkohlegeräte behalten dagegen ihren Platz dort, wo Rauchgeschmack das Ziel ist. Der Zubehörbereich zählt im Branchenbericht als eigenes Segment neben Geräten und Brennstoffen und folgt der Geräteentwicklung mit Verzögerung.

Bau- und Heimwerkermärkte bleiben der wichtigste Vertriebsweg

Bau- und Heimwerkermärkte bleiben laut dem Branchenbericht der wichtigste Vertriebsweg für Grillgeräte. Der Brennstoffbereich hängt besonders stark am stationären Handel, weil Kohle, Briketts und Gasflaschen schwer sind und kurzfristig gebraucht werden. Der Prognosezeitraum des Berichts reicht bis 2029 und fällt zurückhaltend aus: Spürbare Impulse für den Gerätemarkt sind aus Sicht der Verfasser auch 2026 nicht erkennbar. Als Gründe nennt der Bericht ein gedämpftes Konsumklima und gestiegene Lebenshaltungskosten, die den Kauf langlebiger Güter verschieben.

Ein Markt, der drei Jahre in Folge nachgibt, ist noch kein schrumpfender Markt, sondern zunächst ein gesättigter. Die Indexwerte zeigen, dass die Nachfrage nicht verschwindet, sondern sich zwischen den Gerätearten umschichtet – und dass der Ersatzkauf die Erstausstattung als Treiber abgelöst hat.

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