Für alle, die eine Feier vorbereiten, ist die zweite Lesart die brauchbarere: Der Markt schrumpft nicht von Jahr zu Jahr weg, er steht. Wer plant, konkurriert also mit ähnlich vielen Paaren um dieselben Termine, Räume und Dienstleister — eine Ausgangslage, die eher für frühe Festlegung spricht, wie sie ein Ratgeber zur stressfreien Hochzeitsplanung beschreibt.
Was die Statistik für 2025 ausweist
Laut der Pressemitteilung Nr. 220 des Statistischen Bundesamtes ergibt sich folgendes Bild:
- 800 Eheschließungen im Jahr 2025, 403 weniger als im Vorjahr.
- Das ist der niedrigste Wert seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1950.
- 900 Ehen wurden zwischen einem Mann und einer Frau geschlossen, nach 340.400 im Vorjahr.
- 900 Ehen schlossen gleichgeschlechtliche Paare, nach 8.800 im Vorjahr.
- Rund 130.100 Ehen wurden geschieden, 716 mehr als 2024 und damit 0,6 Prozent.
Ein Rekordtief, das keine Bewegung beschreibt
Die Schlagzeile und die Veränderung erzählen verschiedene Geschichten. Ein Minus von 0,1 Prozent liegt im Bereich dessen, was zwischen zwei Jahren ohnehin schwankt; der Rekord entsteht nicht durch den Rückgang von 2024 auf 2025, sondern durch die Jahre davor.
„Eine Zahl, die um 0,1 Prozent fällt, ist keine Trendwende. Wer daraus schließt, das Thema Hochzeit werde kleiner, verwechselt einen Tiefstand mit einem Absturz“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Gleichgeschlechtliche Ehen bewegen sich gegenläufig
Innerhalb der Gesamtzahl laufen zwei Entwicklungen auseinander. Ehen zwischen Mann und Frau gingen von 340.400 auf 339.900 zurück, während gleichgeschlechtliche Ehen von 8.800 auf 8.900 zulegten.
Die Größenordnungen sind dabei sehr verschieden: Der Zuwachs von rund einhundert Ehen fällt in der Gesamtzahl kaum ins Gewicht, beschreibt aber die einzige Gruppe, die nicht rückläufig ist. Wer aus der Gesamtzahl auf alle Paare schließt, übersieht das.
Die Statistik zählt Trauungen, nicht Feiern
Wie viele Paare überhaupt feiern, in welchem Rahmen und mit wie vielen Gästen, geht aus der Statistik nicht hervor — und genau das entscheidet über den Aufwand einer Hochzeit.
Ebenso wenig sagt die Zahl der Scheidungen etwas über die Ehen des Berichtsjahres aus. Geschiedene Paare waren durchschnittlich 14 Jahre und 7 Monate verheiratet; die 130.100 Scheidungen des Jahres 2025 betreffen also überwiegend Ehen, die vor 2011 geschlossen wurden.
Woran sich das laufende Jahr messen lässt
Die Zahlen für 2026 legt das Statistische Bundesamt üblicherweise im Sommer 2027 vor.
Für die Planung einer Feier ist die Statistik ohnehin nur der Rahmen. Praktisch entscheidet die Vorlaufzeit: Wer Termine, Räume und Dienstleister mit einem Jahr Vorlauf sucht, hat eine Auswahl — wer mit drei Monaten sucht, nimmt, was übrig ist. Umgekehrt lässt sich die Sitzordnung bis zuletzt offenhalten, auch wenn sie erfahrungsgemäß den meisten Streit auslöst; wie sich ein Sitzplan systematisch aufbauen lässt, ist eine Frage der Reihenfolge und nicht des Geschmacks.
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