Veränderungen gehören heute zum Klinikalltag. Neue gesetzliche Vorgaben, wirtschaftlicher Druck, Digitalisierung oder Fachkräftemangel verlangen von Gesundheitseinrichtungen eine kontinuierliche Weiterentwicklung ihrer Strukturen und Prozesse. Dennoch scheitern viele Veränderungsvorhaben nicht an der Qualität der Ideen, sondern an ihrer Umsetzung.
Ein Irrtum besteht darin, Widerstände als mangelnde Veränderungsbereitschaft der Mitarbeitenden zu interpretieren, denn in der Praxis zeigt sich meist ein anderes Bild: Menschen lehnen Veränderungen selten grundsätzlich ab. Sie stellen vielmehr infrage, ob die Notwendigkeit nachvollziehbar ist und ob der erwartete Nutzen den zusätzlichen Aufwand rechtfertigt.
Akzeptanz entsteht deshalb nicht durch Anweisungen, sondern durch Transparenz. Wer nachvollziehen kann, warum Veränderungen erforderlich sind, welche Probleme sie lösen und welchen konkreten Nutzen sie für Patienten, Mitarbeitende und die Organisation schaffen, entwickelt deutlich eher die Bereitschaft, neue Wege mitzugehen.
Genau hier liegt die Stärke eines datenbasierten Workflow-Managements. Prozesse werden nicht aufgrund von Vermutungen verändert, sondern auf Grundlage objektiver Analysen. Die systematische Identifizierung von nicht wertschöpfenden Tätigkeiten – etwa unnötig suchen, laufen, telefonieren, nachfragen, warten, etwas holen, doppelt machen oder korrigieren – macht sichtbar, wo wertvolle Arbeitszeit verloren geht und welche Belastungen im Alltag tatsächlich bestehen.
Dabei erfüllen Daten eine wichtige Funktion: Sie schaffen eine gemeinsame Diskussionsgrundlage. An die Stelle subjektiver Wahrnehmungen treten nachvollziehbare Fakten. Verbesserungen werden dadurch nicht als persönliche Kritik verstanden, sondern als gemeinsamer Beitrag zur Weiterentwicklung der Organisation.
Ebenso wichtig ist ein respektvoller Umgang mit bestehenden Abläufen. Prozesse sind über Jahre entstanden und haben unter den jeweiligen Rahmenbedingungen funktioniert. Veränderung bedeutet deshalb nicht, Vergangenes abzuwerten, sondern gemeinsam zu prüfen, welche Arbeitsweisen den heutigen Anforderungen noch gerecht werden und wo Anpassungen sinnvoll sind.
Prof. Dr. Michael Greiling, Leiter des Instituts für Workflow-Management im Gesundheitswesen (IWiG), beschreibt diesen Zusammenhang so: „Nachhaltige Veränderung beginnt dort, wo Mitarbeitende Probleme selbst erkennen, deren Ursachen verstehen und den Nutzen der Verbesserung nachvollziehen können.“
Erfolgreiches Change-Management ist deshalb weit mehr als Kommunikation oder Projektsteuerung. Es verbindet Transparenz, Beteiligung und belastbare Daten zu einem gemeinsamen Lernprozess. Mitarbeitende werden nicht zu Betroffenen von Veränderungen, sondern zu Mitgestaltenden einer kontinuierlichen Verbesserung.
Fazit
Prozessverbesserungen gelingen nicht durch Druck, sondern durch Einsicht. Dort, wo Transparenz über Abläufe, Verschwendung und Verbesserungspotenziale entsteht, wächst auch die Bereitschaft zur Veränderung. Wer Veränderungen auf nachvollziehbare Fakten statt auf Annahmen stützt, schafft eine wichtige Voraussetzung für nachhaltige Akzeptanz – und damit für einen erfolgreichen Wandel im Gesundheitswesen.
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"Wir ermutigen Einrichtungen im Gesundheitswesen, ein systematisches Workflow-Management zur Routine zu machen, um Zeit zu sparen und Verschwendung zu vermeiden, indem wir eine engagierte Kommunikation führen und die Akteure motivieren, ihre Kompetenzen erfolgreich weiterzubilden."
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