Ihre Karriere startete die Dörentruperin 1983 beim Kreis Lippe, doch das Interesse an der IT war immer schon vorhanden: „Eigentlich wollte ich Informatik studieren“, berichtet Michaela Lehnert, „aber dann hatte ich kurz vor dem Abi einen Motorradunfall. Und so waren die Möglichkeiten für Ausbildung und Studium sehr eingeschränkt, und ich war froh, dass ich heimatnah beim Kreis Lippe in das Duale Studium zur Diplomverwaltungswirtin (FH) starten konnte."
„Aber mir war klar, dass ich so bald wie möglich zum krz wechseln würde“, fügt sie an. Diese Gelegenheit ergab sich über die fachliche Ebene. Vom Sozialamt des Kreises wechselte sie 1988 als Organisationsprogrammiererin Sozialwesen zum krz. „Damals war das krz noch ein kleiner Betrieb, und jeder wusste alles“, erinnert sie sich. „Aber es war – und ist – spannend, hier zu arbeiten. Ich sage immer, wer am Montag wissen will, wie am Freitag die Woche endet, ist hier falsch.“
Von da an ging es stetig bergauf. Unweigerlich?
„Nein“, sagt Michaela Lehnert. „Ich war anfangs als Frau nahezu allein auf weiter Flur im Bereich Programmierung und habe noch viel patriarchalisches Verhalten erlebt. Die gläserne Decke existiert noch, insofern bin ich für eine Frauenquote in der Führungsebene. Denn ohne sie wird Leistung bei Frauen oft einfach nicht erkannt oder gefördert."
Ihre Streitbarkeit und ihr Durchsetzungsvermögen führten auch dazu, dass sie als Erste im krz einen Homeoffice-Arbeitsplatz beanspruchte und bewilligt bekam – das war 1998. Im Anschluss arbeitete sie als Entwicklerin. Daneben verantwortete sie 2005 die Einführung des ersten Ticketsystems OTRS.
Die erste fachliche Leitung übernahm Michaela Lehnert für die Entwicklung der Webservices und ihre erste offizielle Führungsrolle 2008 als Fachgebietsleiterin in der Abteilung Software.
2009 folgte die Projektleitung E-Government-Gateway und 2010 die Teamleitung Web-Services. 2011 sorgte sie dafür, dass das krz als einer der ersten kommunalen IT-Dienstleister das Sammelzertifikat eID für den ganzen Verband erhielt.
Es folgten Geschäftsbereichsleitungen: 2013 für Web-Services, 2016 für das E-Government-Center. In dieser Zeit befähigte sie sich durch die Teilnahme an der Modularen Qualifizierung für den höheren Dienst und 2018 übernahm sie die Geschäftsbereichsleitung E-Government.
Im Jahr 2020 hätte sie fast noch einmal die Seite gewechselt. In ihrem Wohnort Dörentrup stand eine Bürgermeisterwahl an, der Amtsinhaber schied aus dem Dienst. „Das kann ich auch“, dachte sie sich und kandidierte parteilos und in Eigenregie. Engagement statt Corona-Blues war ihre Antriebsfeder. Der Gegenkandidat gewann jedoch in der Stichwahl, und Michaela Lehnert blieb dem krz erhalten.
Im November desselben Jahres übernahm sie als erste weibliche Bereichsleitung im krz die Führung des neuen Bereichs Digitalisierung und Innovation. Mit der Fusion zur OWL-IT trug sie die Verantwortung für 96 Mitarbeitende. Nach der Neuorganisation Mitte 2025 leitete sie den Bereich P 5 Digitale Services, den sie nun an Raimund Ruffing übergeben hat.
Was hat sie nun mit der vielen freien Zeit vor?
Sie lacht. „Mehr Zeit mit dem Ehemann und der Familie und Freunden verbringen. Wir wollen unser Wohnmobil verstärkt nutzen, z.B. um als Dauerkarteninhabende den TBV Lemgo auch bei den Auswärtsspielen anzufeuern.“ Außerdem freut sie sich, mehr Zeit für ihre Hobbies zu haben: „Es warten ganz viele Bücher darauf, gelesen zu werden, besonders Krimis und Thriller, da kommt schon mal keine Langeweile auf. Und der Trompete, die ich seit mehr als 50 Jahren spiele, werde ich auch mehr Zeit widmen können.“
Die Ostwestfalen-Lippe-IT (OWL-IT) betreut als kommunaler IT-Dienstleister rund 9 Mio. Einwohner in NRW direkt und indirekt mit Services. Das Verbandsgebiet umfasst die Kreise Herford, Minden-Lübbecke, Lippe und Paderborn mit ihren kreisangehörigen Städten und Gemeinden sowie aus dem Kreis Höxter die kreisangehörigen Städte Bad Driburg, Beverungen, Borgentreich, Höxter, Nieheim, Steinheim und Willebadessen und das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Ostwestfalen-Lippe (CVUA-OWL AöR).
Zu den traditionellen Aufgaben zählen unter anderem die Entwicklung, Einführung und Wartung klassischer Kommunalanwendungen. Die OWL-IT hält für ihre Kunden ein reichhaltiges Angebot an Software-Applikationen (Verfahren) und Dienstleistungen (Beratung, Schulung, Installation, Wartung und Support) bereit. Rund 500 Mitarbeiter:innen sowie 30 Nachwuchskräfte an den Standorten Lemgo und Paderborn unterstützen die Verwaltungen im Verbandsgebiet mit ihrer Expertise.
Die Ostwestfalen-Lippe-IT steht für einen ausgeprägten Datenschutz sowie eine höchstmögliche Datensicherheit und ist als Rechtsnachfolger des krz der erste kommunale IT-Dienstleister mit der BSI-Zertifizierung ISO 27001 auf Basis von IT-Grundschutz. Als kommunaler Zweckverband besitzt die OWL-IT den Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts.
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