Dominik Groll, federführend für die Analyse des Arbeitsmarkts am IfW Kiel verantwortlich, kommentiert die von der Bundesregierung beschlossene Restart-Prämie für Unternehmen.

„Die von der Bundesregierung beschlossene „Restart-Prämie“ für Unternehmen, die Personal aus der Kurzarbeit zurückholen oder Neueinstellungen vornehmen, dürfte entweder ins Leere laufen oder zu großen Mitnahmeeffekten führen.

Die Prämie soll von Juli bis September gewährt werden. Sie fällt damit in eine Phase, in der die wirtschaftliche Erholung ohnehin in vollem Gange sein wird. Ob es dann noch nennenswert Unternehmen mit einem coronabedingten Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent – und damit anspruchsberechtigte Unternehmen – gibt, ist fraglich. Zudem ist zweifelhaft, ob anspruchsberechtigte Unternehmen neues Personal einstellen, das sie nicht brauchen, nur weil sie einen Teil der zusätzlichen Personalkosten erstattet bekommen. Sollten die Unternehmen hingegen neues Personal brauchen, dann kassieren sie die Prämie für Einstellungen, die sie ohnehin getätigt hätten.

Alle Arbeitsmarktindikatoren zeigen derzeit steil nach oben. Die Kurzarbeit sank bereits im März (jüngster verfügbarer Wert) um mehr als 20 Prozent. Sowohl die bis Mai bei den Arbeitsagenturen eingegangenen Anzeigen zur Kurzarbeit als auch Unternehmensbefragungen zeigen für April und Mai einen weiteren Abbau der Kurzarbeit an. Die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen hat sich bereits seit Februar stark erhöht und liegt nun auf einem Niveau, das zuletzt vor zwei Jahren verzeichnet wurde (ifo Beschäftigungsbarometer).

Die Zahl der offenen Stellen ist deutlich gestiegen. Und auch das IAB-Arbeitsmarktbarometer, das auf der Einschätzung aller lokalen Arbeitsagenturen beruht, stand im Mai so günstig wie zuletzt im März 2018. Deutlich mehr Unternehmen klagen sogar wieder über Arbeitskräftemangel. So lag im zweiten Quartal der Anteil der Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe, die Arbeitskräftemangel als Produktionshindernis beklagen, bereits wieder über dem Vorkrisenniveau und damit im historischen Vergleich überdurchschnittlich hoch."

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