Wir zitieren aus einem Leitartikel des Verlegers Dieter Blümmel aus der Zeitschrift DAS GRUNDEIGENTUM, 2. Dezemberheft 2018:

„Wohnen in Berlin-Brandenburg: Wohnen bei den Guten“ übertitelte der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. (BBU) kürzlich die Ergebnisse des BBU-Marktmonitors 2018 (vgl. Seite 1553) und unterlegte das mit Neuvertragsmieten von durchschnittlich 5,25 und 7,45 m² nettokalt.

„Die BBU Mitgliedsunternehmen sind klar gemeinwohlorientiert“, so BBU-Vorstand Maren Kern, die Königin der Guten, bei der Vorstellung des Berichts. 


Zu den „klar gemeinwohlorientierten BBU-Mitgliedsunternehmen“ gehören übrigens auch die Branchenriesen Vonovia (400.000 WE) und die Deutsche Wohnen (163.100 WE), an deren Gemeinwohlorientierung jedenfalls einige so viele Zweifel haben, dass sie ein Volksbegehren „Deutsche Wohnen & Co. Enteignen“ eingeleitet haben, an dessen Ende Maren Kern und ihre sechs Landeseigenen ziemlich alleine zu Hause säßen.

Wohnen bei den Guten –aber kaufen bei den Bösen: 2017 wurden 15.669 Wohnungen gebaut, davon rd. 12.000 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern. Die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften Berlins schreiben davon rund 3.000 Wohnungen auf ihre Konten. Tatsächlich haben sie aber nur 1.300 Wohnungen selbst gebaut, die restlichen rund 1.700 Wohnungen haben sie schlüsselfertig von Privaten erworben. Um es in Prozenten auszudrücken: Die landeseigenen Gesellschaften haben nur gut 8% des Neubauvolumens gestemmt, über 90% leisten Private. Rund 16% aller gut 1,9 Millionen Wohnungen in der Stadt gehören den sechs landeseigenen Gesellschaften, aber nur 8% des Neubaus steuern sie selbst bei. 

Von 2014 bis 2017 wurde für 6.648 Wohnungen die öffentliche Förderung bewilligt – ein Segment, in dem hauptsächlich die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften unterwegs sind –, gebaut wurden im selben Zeitraum aber nur 912 Sozialwohnungen, mehr als 5.700 Wohnungen landeten im Überhang. Geht man davon aus, dass im Wesentlichen nur Neubau Marktentspannung bringen und damit Druck auf die hohen Mieten ausüben kann, ist der Beitrag der landeseigenen Wohnungsunternehmen dazu alles in allem bescheiden. Am Ende bezahlen für die niedrigen Mieten der einen die Steuern der anderen.

Es geht nicht darum, den Landeseigenen den Schwarzen Peter zuzuschieben. Sie sind seit Jahrzehnten strukturell Bestandshalter, keine Projektentwickler. Aber sie haben auch keinen Anlass für das, was die Griechen Hybris und die Römer Superbia nannten: Hochmut, Stolz, Eitelkeit, Übermut, Anmaßung, Selbstüberschätzung. In der griechischen Tragödie steht die Hybris am Beginn des Scheiterns, im Mittelalter der Hieronymus Boschs und Pieter Bruegels ist sie eine der sieben Todsünden. 

Dazu ist die Vorstellung, die Welt sei in Gut und Böse einzuteilen, naiv, reiht sich aber nahtlos ein in die veröffentlichte Meinung, die unterschiedslos alle unter raffgierige Vermieter subsumiert – jene Privateigentümerin mit 100 Wohnungen, die zwischen 3 und 3,50 € vermietet (ist das jetzt „Wohnen bei den Besseren“ oder gar „Besten“?) und deshalb das Finanzamt am Hals hat (vgl. GE 2018 [1]1), ebenso wie die Studenten, die ein Zelt auf einem Küchenbalkon für 260 € monatlich oder einen Schlafplatz auf der Couch für tageweise für 39 € anbieten. Die Immobilienwirtschaft sieht sich derzeit unterschiedslos Anfeindungen ausgesetzt und als Sündenbock missbraucht. Dagegen hilft keine pharisäerhafte Abgrenzung, sondern nur Solidarität.

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