Die Universität Erfurt bekommt ein neues Gebäude: In einem offenen Planungswettbewerb für das Forschungszentrum „Weltbeziehungen“ gelang es OBERMEYER, sich mit einem städtebaulich inspirierten Entwurf gegen knapp 50 Mitbewerber durchzusetzen.

2016 genehmigte der Wissenschaftsrat der Universität Erfurt ein neues Forschungsgebäude für die Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften. Ein großer Schritt für die Bildungseinrichtung: Zum einen wird nun endlich dem dringenden Sanierungsbedarf Rechnung getragen, zu anderen ist diese Bewilligung gerade für eine geisteswissenschaftliche Hochschule keine Selbstverständlichkeit. Bund und Land unterstützen die Baumaßnahme mit 12 Millionen Euro. 2021 soll das zwischen Bibliothek und dem Kommunikations- und Informationszentrum (KIZ) angesiedelte Forschungszentrum „Weltbeziehungen“ fertiggestellt sein. Das Gebäude soll vom Max-Weber-Kolleg sowie weiteren Forschungsgruppen genutzt werden. Außerdem soll es Raum zur Umsetzung des Projekts „Attraktion, Repulsion, Indifferenz – eine kulturvergleichende Analyse von Weltbeziehungen“ bieten. Dieses Thema zu verarbeiten, war eine der Aufgaben des Architekturwettbewerbs.

Im April 2018 lobte die Universität Erfurt den offenen Planungswettbewerb aus, bei dem eine Zusammenarbeit zwischen Architekten und Landschaftsarchitekten gefragt war. 48 Büros hatten sich beteiligt, OBERMEYER konnte den Wettbewerb mit dem Entwurf eines verglasten, viergeschossigen Quaders für sich entscheiden. Das Gebäude soll bei einer Nutzfläche von 2.650 m² 160 wissenschaftliche Arbeitsplätze bieten.


Die Stadt als Abbild von Weltbeziehungen

Leitidee des Siegerentwurfs ist die Stadt als gebautes Abbild von Weltbeziehungen, die mit ihren komplexen Strukturen und differenzierten Räumen den Rahmen dazu bildet. Der Forschungsneubau setzt diese Idee mit der verzahnten Abfolge öffentlicher, halböffentlicher und privater Räume um.

Um den Charakter der Max-Weber-Allee als Haupterschließungsachse zu stärken, verzichteten die Planer bewusst auf eine explizite Platzbildung. Den zentralen öffentlichen Ort, der sich in der Gestaltung an der zellenförmigen Glasfassade orientiert, bildet stattdessen eine weitläufige Treppenhalle, die sich über sämtliche Geschosse erstreckt. Insbesondere die Freitreppe mit Sitzstufen soll zugleich Raum für Begegnungen sein.

Daran schließen sich ringförmig halböffentliche Beratungsräume und nach außen hin die verglasten „Zellen“ der Wissenschaftler an.

Der Forschungsneubau ordnet sich in die südliche Bauflucht der beiden bestehenden Baukörper, der Bibliothek und des KIZ, ein. Damit wird eine markante städtebauliche Kante erzeugt. Das Freiraumkonzept ergänzt die Campusanlage und verknüpft die Solitärbauten zu einem Ganzen. Entlang der Ost-West-Achse formuliert der Entwurf einen Campusboulevard. Das Fassadenthema der Zellen wird auf den Freiraum übertragen. In einer größeren Skalierung sind verschiedene Freiraummodule angeordnet, die mit Pflaster, Rasenflächen oder Holzterrassen versehen sind.

Über Unternehmensgruppe OBERMEYER

Die Unternehmensgruppe OBERMEYER ist ein weltweit tätiges Unternehmen und bietet qualifizierte Fachplanung und integrierte Gesamtplanung mit fachübergreifendem Know-how. In den Geschäftsfeldern Gebäude, Verkehr sowie Energie und Umwelt werden Planungs- und Beratungsleistungen in nahezu allen Fachbereichen des Bauwesens erbracht. Die Projektsteuerung sowie die Objektüberwachung und -betreuung runden das Leistungsspektrum ab.

Das Unternehmen wurde 1958 gegründet. Heute sind in der Unternehmensgruppe weltweit mehr als 1.400 Mitarbeiter beschäftigt.

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