Der Blick in die Statistik beweist: Die Holz- und Möbelbranche boomt im Nordschwarzwald. Die Region ist also prädestiniert für FORESDA, eine von der Europäischen Union geförderte Initiative, die auf die Themen Forschung, Entwicklung und Technologietransfer vom Schwarzwald bis zum Schwarzen Meer fokussiert. Das Ziel des FORESDA-Unternehmenstreffens bei der Häfele GmbH &Co. KG in Nagold war es, Forschungsbedarf zu identifizieren und Ansatzpunkte für Innovationsprojekte zu finden.

Grenzüberschreitend sollen sich Projektpartner zusammenschließen und gemeinsam an innovativen Holzthemen forschen, um letztendlich daraus marktfähige Produkte zu generieren, derart knappt, prägnant und idealisiert, umreißt Claire Duval, Europa-Expertin und FORESDA-Projektleiterin bei der Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald (WFG), die Intention von FORESDA. Donauraum heißt die Förderkulisse des INTERREG-Programms der Europäischen Union, in der das geschehen soll. Neben dem Fluss als verbindendes und namensgebendes Element besitzen die unterschiedlichen Landschaften, Wirtschafts- und Kulturräume noch eine weitere Gemeinsamkeit: Den Waldreichtum. Zwischen Schwarzwald und der Walachischen Tiefebene findet man deshalb europa- oder sogar weltweit die höchste Konzentration holzverarbeitender Unternehmen. Die Zeit war also überreif für ein multinationales Projekt innerhalb der Holzbranche, diese Ansicht teilt Claire Duval mit Dr. Susanne Ast, Ansprechpartnerin für das INTERREG-Programm beim Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg.

FORESDA wurde vom Karlsruher „CyberForum“ initiiert, das auch die Umsetzung koordiniert. Dass ein Technologie-Netzwerk in der Holzbranche wildert, scheint auf den ersten Blick ambivalent, ist jedoch angesichts der Themen, die aktuell die Branche bewegen durchaus schlüssig: Die Digitalisierung in der Branche und Weiterentwicklung nachhaltiger Holzverbundwerkstoffe stehen klar im Fokus der Nordschwarzwälder Ausgabe von FORESDA. „Das Projekt lebt von den beteiligten Unternehmen, unser Ziel muss es deshalb sein, möglichst viele Partner aus der Wirtschaft für transnationale Projekte zu begeistern“, erklärt Claire Duval. Die Veranstaltung im Hause Häfele mit Unternehmen aus der Region soll hierzu einen Beitrag leisten. Bereits im Januar 2017 flatterte die Fördermittelzusage für FORESDA auf die Schreibtische, allerdings begrenzt auf eine Laufzeit von 30 Monaten. Die gemeinsame Strategie mit lokalen Aktionsplänen, der Definition relevanter Pilotprojekte und fachlich orientierte Workshops mit Unternehmen müsste also sehr zeitnah angegangen werden, erklärt Holztechnologin Anja Röllich. „Das Wichtigste sind jedoch die Projektideen selbst“, betont sie und rührt lautstark die Werbetrommel bei Unternehmen, Institutionen und Hochschulen doch bitte Entwicklungs- und Forschungsbedarf anzumelden.


Die Wahl des Veranstaltungsorts fiel bewusst auf das Nagolder Traditionsunternehmen. „Häfele demonstriert plakativ wie ein Unternehmen mit digitalen Services und der intensiven Vernetzung mit Kunden Mehrwerte generieren kann“, erklärt Anja Röllich. Ulrich Häfele bringt die Philosophie seines Hauses prägnant auf den Punkt: „Das Gesamtpaket muss stimmen, nicht nur das Produkt“. Über 40.000 CAD-Datensätzen für fast sämtliche Produkte offeriert Häfele frei zugänglich seinen Kunden als virtuelles Bonbon und ultimative Planungsbasis. „Tendenz stark steigend“, beschreibt Florian Ohmenhäuser von Häfele, der beim Unternehmenstreffen über den Komplex „Digitale Möbelplanung“ referierte, die Zugriffszahlen auf die Datenbank. Die Digitalisierung wird die Branche revolutionieren, dessen ist man sich im Hause Häfele bereits heute sicher.

„Wir wollen mit FORESDA einen Beitrag leisten, die Unternehmen der Holz- und Möbelbranche fit zu machen für Zukunftsthemen, und das in ganz Europa“, erklärt Claire Duval. In den nächsten Wochen und Monaten sind neben der Erhebung der Daten über die regionale Holzbranche auch weitere Veranstaltungen unterschiedlicher Formate bei Unternehmen und Institutionen geplant.

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