„Der Industrieservice ist wieder im Aufwind, Personalmangel ist aber ein großer Behinderungsfaktor.“ Das sagt Thomas Ball, Senior Consultant bei dem Marktforschungs-Unternehmen Lünendonk & Hossenfelder, auf dem 1. Kongress Anlagenservice in Magdeburg, ausgerichtet vom FDBR Fachverband Anlagenservice. Und: Als zusätzlicher Bremsschuh erweise sich die Energiewende. Der Industrieservice machte 2016 einen Umsatz von 20 Milliarden Euro und gab 120.000 Menschen Arbeit, der Gesamtumsatz für Instandhaltungsmaßnehmen in Deutschland beläuft sich auf 112 Milliarden Euro.

Der Industrieservice ist im Aufwind, bestätigen die jüngsten Lünendonk-Zahlen analoge Studien des WVIS Wirtschaftsverband Industrieservice. „Strategische Anpassungen an die sich kontinuierlich wandelnden Anforderungen an den Industrieservice führen Industrieservice-Unternehmen auf Wachstumskurs“, erklärt Ball das Erfolgsrezept. Dazu gehören Services ebenso wie Consulting-Dienstleistungen und Expertise in Industrie 4.0-Thematiken.

Das potenzielle Wachstum stellt die Zukunftsbranche Industrieservice allerdings vor großen Herausforderungen: Bis 2020 wird von Service- über Fach- bis zu Führungskräften auf allen Ebenen massiv Personal benötigt. Die passend qualifizierten Arbeitskräfte fehlen allerdings. Zusätzlich wirkt die Energiewende als Bremsklotz.


„Die durch das EEG erzwungene flexible Fahrweise konventioneller Kraftwerke mit den hieraus resultierenden Mehrkosten, die nicht kompensiert werden, zwingt die Betreiber, Investitionen in Instandhaltungs-Maßnahmen drastisch zu reduzieren“, sagt FDBR-Geschäftsführer Dr. Reinhard Maaß. „Ist aktuell vor allem der Industrieservice von den Sparmaßnahmen betroffen, steht in absehbarer Zeit die Versorgungssicherheit Deutschlands auf dem Spiel“, warnt Experte Maaß.

„Wenn die Bundesregierung Arbeitsplätze und die Energieversorgung in Deutschland sichern will, muss sie ihre Politik an die Wirklichkeit anpassen“, fordert Maaß. Anderenfalls hat bald nicht nur der Industrieservice, sondern das gesamte Land einen schweren Stand.
 
Kurzprofil FDBR
Der FDBR bündelt die Interessen von über 180 Unternehmen des Anlagenbaus in der Energie-, Umwelt- und Prozessindustrie. Mit seiner Kompetenz aus jahrzehntelanger Verbandsarbeit fördert und begleitet der FDBR technische Innovationen, engagiert sich für die Fortentwicklung und Harmonisierung des gesamten technischen Regelwerks auf nationaler und internationaler Ebene und wirkt mit an der Ausgestaltung zukunftsfähiger Rahmenbedingungen. Darüber hinaus trägt der FDBR aktiv zur Meinungsbildung auf allen branchenrelevanten Feldern der Energie-, Umwelt- sowie Industriepolitik bei und leistet damit einen wichtigen, technologisch orientierten Beitrag zur Gestaltung zukünftiger politischer und wirtschaftlicher Entscheidungen. Sitz des Verbands ist Düsseldorf. 
  

Über NAMU-PR

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