Das Heizen ist 2025 für viele Haushalte in Deutschland wieder teurer geworden. Das zeigt der Heizspiegel für Deutschland 2026, den die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online gemeinsam mit dem Deutschen Mieterbund und dem Bauherren-Schutzbund am 22. September 2026 in Berlin vorgestellt hat. Am stärksten stiegen die Kosten laut Heizspiegel bei Holzpellets und Erdgas, je nach Gebäudeart um bis zu 24 beziehungsweise 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Als Ursachen nennt co2online gestiegene Preise einzelner Energieträger und den kälteren Winter. Welche Stellschrauben an der eigenen Anlage den Verbrauch senken, sammelt der Ratgeber mit zehn Tipps zum Optimieren der Heizung des Fachportals der Provimedia GmbH aus Bietigheim-Bissingen.

Mitten in der Heizsaison liegen im November 2026 in vielen Haushalten die Abrechnungen für 2025 vor. Der Heizspiegel bietet einen Maßstab, an dem sich eine solche Abrechnung messen lässt.

Fünf Heizsysteme zeigen, was ein Einfamilienhaus 2025 fürs Heizen bezahlt hat

Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern weist der Heizspiegel 2026 folgende Kosten für das Abrechnungsjahr 2025 aus, jeweils mit der Veränderung zum Vorjahr:

  • Heizöl: 2.145 Euro, ein Plus von 1 Prozent
  • Erdgas: 2.040 Euro, ein Plus von 15 Prozent
  • Fernwärme: 2.040 Euro, ein Plus von 3 Prozent
  • Holzpellets: 1.415 Euro, ein Plus von 24 Prozent
  • Wärmepumpe: 1.260 Euro, ein Plus von 5 Prozent

In einer durchschnittlichen Wohnung mit 70 Quadratmetern in einem Mehrfamilienhaus fällt die Rangfolge anders aus. Dort war laut Heizspiegel 2026 die Fernwärme mit 1.295 Euro im Jahr 2025 am teuersten, gefolgt von Erdgas mit 1.170 Euro, ein Plus von 14 Prozent. Die Wohnung mit Holzpellets kam nach den Zahlen von co2online auf 735 Euro und damit 20 Prozent mehr als im Vorjahr, die Wohnung mit Wärmepumpe auf 715 Euro.

Nach der Entspannung in den Jahren 2023 und 2024 markiert das Abrechnungsjahr 2025 damit eine Wende. Wärmepumpe und Fernwärme verteuerten sich nach den Zahlen von co2online nur moderat, Heizöl blieb nahezu auf dem Niveau des Vorjahres.

Warum Heizöl und Pellets 2026 teurer werden dürften und Erdgas zunächst nicht

Für das laufende Abrechnungsjahr 2026 hat co2online eine Prognose aufgestellt. Im Einfamilienhaus steigen die laut co2online erwarteten Kosten für Heizöl auf 2.745 Euro, ein Plus von 28 Prozent, und für Holzpellets auf 1.740 Euro, ein Plus von 23 Prozent. Beim Erdgas rechnet die Beratungsgesellschaft zunächst mit einer Entlastung auf 1.930 Euro, ein Minus von 5 Prozent, durch den Wegfall der Gasspeicherumlage. Die zuletzt gestiegenen Großhandelspreise könnten nach Einschätzung von co2online aber mit Verzögerung bei den Verbrauchern ankommen und die Gaskosten Ende 2026 oder 2027 wieder steigen lassen.

Langfristig sieht die Heizkostenprognose von co2online die fossilen Energieträger im Nachteil. Bis 2045 könnten sich die Kosten für Gas- und Ölheizungen mehr als verdoppeln, unter anderem wegen steigender CO₂-Kosten und höherer Netzentgelte. Die Kosten für Wärmepumpen dürften dagegen deutlich langsamer steigen.

Nach Einschätzung des Bauherren-Schutzbunds sollten Hauseigentümer beim Heizungstausch deshalb nicht nur die Investition, sondern auch Betriebs- und Wartungskosten betrachten. Entscheidend sei das Zusammenspiel von Gebäudehülle, Wärmebedarf und Heiztechnik.

Wo neun von zehn Haushalten noch Sparpotenzial haben

Rund 90 Prozent aller Haushalte können ihre Ausgaben fürs Heizen laut Heizspiegel 2026 noch senken. Im Durchschnitt liegen die Einsparmöglichkeiten bei etwa 465 Euro im Jahr in einer Wohnung und bei 1.000 Euro in einem Einfamilienhaus. Bundesweit summiert co2online das Potenzial auf bis zu 24 Milliarden Euro jährlich.

Schon Verhaltensänderungen wie richtiges Heizen und Lüften oder weniger Warmwasser können den Energieverbrauch nach Angaben von co2online um bis zu zehn Prozent senken. Wie ein passender Regler die Raumtemperatur hält, ohne dass die Heizung dauerhaft durchläuft, erklärt die Kaufberatung für das passende Heizungsthermostat. Größere Einsparungen bringen eine Optimierung der Anlage, Dämmung oder der Wechsel auf ein erneuerbares Heizsystem.

Der Deutsche Mieterbund sieht in den Zahlen vor allem ein Risiko für Mieterhaushalte in älteren und energetisch schlechten Gebäuden. Sein Bundesdirektor Florian Becker fordert gesetzliche Regeln, die Mieter vor zu hohen Wärmekosten schützen.

Wie Haushalte ihre Heizkosten in der Heizsaison 2026/2027 einordnen

Wer die eigene Abrechnung für 2025 prüfen will, legt die Wohnfläche, den Energieträger und den Rechnungsbetrag nebeneinander und vergleicht sie mit den Werten des Heizspiegels. Das kostenlose Onlinewerkzeug HeizCheck von co2online vergleicht die eigenen Verbrauchs- und Kostendaten mit ähnlichen Gebäuden und liefert eine Prognose für die kommenden Jahre. Für Haushalte mit Heizöl oder Pellets lohnt der Blick auf den Vorrat: Die Prognose für 2026 lässt die Kosten dieser Brennstoffe deutlich steigen.

„Eine Heizkostenabrechnung wird erst verständlich, wenn man sie mit einem vergleichbaren Gebäude nebeneinanderlegt. Zwischen Wärmepumpe und Heizöl liegen im Einfamilienhaus inzwischen Beträge, die in jede Haushaltsplanung gehören. Wer vor einer Entscheidung über die Heizung steht, sollte die laufenden Kosten mindestens so genau ansehen wie den Kaufpreis“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.

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