Europas Gewicht bei den Bergbauinvestitionen in Kanada ist in den letzten Jahren deutlich geschrumpft. Dies könnte sich ändern, wenn die Bande zwischen Ottawa und Brüssel im aktuellen geopolitischen Umfeld enger werden.

Der Metallexplorer Visionary Copper and Gold (ISIN: CA9279521012, WKN: A41FV3) exploriert die Gold-Kupfer-Zink-Silber-Lagerstätte Point Leamington im kanadischen Neufundland. Anfang September wurde ein 20.000 Meter umfassendes Phase-2-Bohrprogramm angekündigt. Die Geologen des Explorers wollen die Mineralressourcenschätzung des Projekts erweitern und Ressourcen in höhere Kategorien umwandeln. Außerdem soll die neu entdeckte, kupferreiche Zone Kraken genauer untersucht werden.

Noch bevor die Bohrer neue Löcher ins Erdreich schlagen, soll jedoch ein Blick zurück in die 1970er und 1980er Jahre weitere Rückschlüsse auf das Potenzial des Projekts gestatten. Jahrzehntealte Bohrkerne wurden nun mit modernen Methoden untersucht. Sie wurden mit Infrarot-Sensoren gescannt, die mit dem bloßen Auge nicht sichtbare Hinweise auf bestimmte Minerale erkennen. Hochauflösende Kernfotografie machte selbst haarfeine Äderchen, Texturen und Brüche am Computer millimetergenau kartierbar.

Visionary Copper and Gold sieht wachsendes Potenzial bei Point Leamington

In 48 der historischen Bohrlöcher konnte eine weitverbreitete hydrothermale Alteration identifiziert werden. An solchen Stellen strömten einst metallhaltige Flüssigkeiten durchs Gestein, die die ursprünglichen Minerale chemisch umwandelten. Diese Umwandlungszonen gelten unter Geologen als Wegweiser dorthin, wo sich Metalle abgesetzt haben könnten. So auch hier: Die Alteration steht mit bislang nicht beprobten Sulfidadern in Verbindung, die eine Kupfermineralisierung beherbergen könnten. Und: Mehrere historische Bohrlöcher verlaufen unmittelbar neben breiten, kupferreichen Abschnitten, die in der neu entdeckten Kraken-Kupferzone gebohrt wurden. Die historischen Bohrkerne werden deshalb nun erneut durch Probenahmen untersucht.

Visionary Copper and Gold CEO Max Porterfield sagt: “Die ursprünglichen Betreiber identifizierten eine hervorragende massive Sulfidlagerstätte, aber ausgedehnte Kupferzufuhrsysteme waren damals nicht das Ziel. Wir beproben nun bis zu 2.000 Meter historischer Bohrkerne erneut.”

Fortschritte bei der Exploration kanadischer Rohstoffprojekte werden auch diesseits des Atlantiks immer häufiger wahrgenommen. Europa benötigt kritische Mineralien aus sicheren Lieferketten – und Kanada ist als enger Verbündeter mit großem geologischem Potenzial geradezu prädestiniert als Lieferant.

Assoziierte Mitgliedschaft: EU und Kanada bewegen sich aufeinander zu

Im derzeitigen geopolitischen Umfeld scheinen die Bande zwischen Ottawa und Brüssel enger zu werden. Der kanadische Premierminister Mark Carney beschleunigt nach dem Scheitern der Handelsgespräche mit den USA eine strategische Neuausrichtung hin zu Europa. Wie das Wall Street Journal berichtet, führte Carney private Gespräche mit fast allen wichtigen europäischen Staats- und Regierungschefs.

Der Premier hat demnach seinen Sondergesandten für Europa beauftragt, die ambitioniertesten Optionen unterhalb einer Vollmitgliedschaft in der EU oder ihrem Binnenmarkt auszuloten. Seinen Beratern gegenüber äußerte er, dass es sich um eine Neuausrichtung von Wirtschaft und Gesellschaft handle, die ein halbes Jahrhundert lang von den USA dominiert worden sei.

Den Titel „Assoziiertes Mitglied der Europäischen Union“ hat Carney, der in Europa studierte, seine Frau in Großbritannien kennenlernte und sieben Jahre lang die Bank von England leitete, selbst ins Gespräch gebracht. Die Bezeichnung wird mittlerweile durch die EU auf höchster Ebene verwendet. Doch was der Titel bedeutet, ist in weiten Teilen unklar.

Klar ist, dass es sich nicht um eine Vollmitgliedschaft handelt. Auch eine Vereinbarung nach EWU-Vorbild (mit speziellen Rechten für Norwegen, Island und Liechtenstein) steht nicht zur Debatte. Mögliche Ziele der Konstruktion könnten in einem umfassenderen Handelsabkommen, der Integration einiger kanadischer Exporteure in die EU-Lieferkette und der Schaffung eines effektiven Binnenmarktzugangs für kanadische Unternehmen in zukunftsweisenden Sektoren wie Künstlicher Intelligenz, Verteidigung und der Halbleiter- oder Magnetproduktion bestehen.

Es geht um die Verlegung von Unterseekabeln zur Verbindung von Europa und Kanada und den Bau der Pipelines, die Kanada benötigt, um Erdgas ohne Umweg über die US-Grenze zu Abnehmern nach Europa umzuleiten. Auch finden Gespräche mit europäischen Beamten über eine Form der gegenseitigen Freizügigkeit für Arbeitnehmer zwischen Kanada und der EU statt.

Klar ist auch, dass es Hindernisse gibt. Zu diesen zählen schlechte Vorzeichen bei der bisherigen Annäherung: Obwohl das Handelsabkommen zwischen der EU und Kanada seit 2017 in Kraft ist und den Handel deutlich gestärkt hat, haben 10 EU-Mitgliedstaaten es noch nicht vollständig ratifiziert.

Die EU muss zudem sicherstellen, dass Vereinbarungen aus kanadischer Sicht nicht vor allem dazu dienen, US-Präsident Trump zu verärgern und auch nach dessen Amtszeit weiter Bestand haben. Die Angebote an Kanada dürfen nicht besser sein als jene an Vollmitglieder oder Länder mit EWR-Status, da diese sonst die Verpflichtungen des Binnenmarktes hinterfragen könnten.

Mehr europäische Direktinvestitionen in Kanadas Bergbau?

An dieser Stelle soll eine andere Frage erörtert werden: Was könnte eine assoziierte Mitgliedschaft für den kanadischen Bergbau bedeuten?

Eine engere Bindung könnte insbesondere geeignet sein, europäische Direktinvestitionen in Kanadas Bergbau zu steigern und die durch Kanada exportierten Mengen an bestimmten kritischen Rohstoffen in die EU zu erhöhen.

Laut einer IW-Studie lag der Anteil kanadischer Lieferungen in die EU 2024 bei Erdöl, Kupfer, Graphit, Feldspat und Seltenen Erden deutlich niedriger als der kanadische Anteil an den weltweiten Exporten. So kamen etwa 4,5 der in die EU importierten Kupfererze aus Kanada, während das Land 6,6 % der weltweiten Exporte ausmachte.

Zu den Gründen für die bei vielen Rohstoffen geringen kanadischen Exporte in die EU zählen tarifäre Hemmnisse nur in begrenztem Umfang. Laut IW ist vielmehr ursächlich, „dass bei den meisten Rohstoffen ein Monopson besteht, also ein Hauptabnehmerland den Handel mit Rohstoffen dominiert.“

Dies seien in den meisten Fällen die USA, aber auch China, das etwa 99 % der kanadischen Seltenerdexporte empfange. China ist laut IW an den größten kanadischen Minenkonzernen mehrheitlich beteiligt und kontrolliert ebenso die Weiterverarbeitung, im Land, sodass die vollständige Kontrolle über die Lieferkette und den Rohstoffpreis bei China liegt.

Kanada benötigt ausländische Direktinvestitionen, um seinen Rohstoffreichtum zu heben. 40-45 % der Investitionen im Bergbau in Kanada stammen laut IW aus dem Ausland. „China investiert seit der Corona-Pandemie deutlich stärker als zuvor in den kanadischen Bergbau und ist seit 2021 mit Abstand der größte Investor. Nahe 50 % aller neuen FDI-(Foreign Direct Investments) Aktivitäten im kanadischen Bergbau stammten 2024 aus China, dahinter liegen die USA mit 30 %“, schreiben die Studienautoren Simon Gerards Iglesiaa und Michael Hüther.

Auf Europa entfielen nur noch 13 %. Bemerkenswert: Zwischen 2014 und 2019 war Europa der größte ausländische Investor im kanadischen Bergbau. Eine deutliche Erhöhung der europäischen Investitionen könnte die Lücke füllen, die entsteht, wenn Kanada nach der Einführung strengerer Vorschriften für chinesische Investoren auch den Abstand zu den USA vergrößern sollte.

CETA-Abkommen wegen Schiedsgerichten in der Kritik

Doch gerade hier lauern die größten diplomatischen Fallstricke, wie in Blick auf das noch immer nicht vollständig ratifizierte CETA-Abkommen zeigt. Der Widerstand diesseits des Atlantiks geht zu weiten Teilen auf die vorgesehenen Schiedsgerichte zurück. Diese hält das IW jedoch für internationale Investitionen als zentral an, „zumal im hochrisikoreichen Bergbau.“

Explorer wie Visionary Copper and Gold blicken gelassen auf die weitere Annäherung zwischen Kanada und der EU: Abnehmer für die begehrten Rohstoffe finden sich in den angespannten Metallmärkten ohnehin. Mit dem 20.000 Meter umfassenden Bohrprogramm, das sich an die Beprobung der historischen Bohrkerne anschließt, soll insbesondere die kupferreiche Kraken-Zone genauer definiert werden.

„Die genauere Bestimmung von Ausmaß und Geometrie von Kraken ermöglicht es uns, die Zone in unsere nächste Mineralressourcenschätzung für Point Leamington einzubeziehen und die 5,0 Millionen Tonnen angezeigten und 15,4 Millionen Tonnen vermuteten Ressourcen unserer Schätzung für 2021 zu ergänzen“, sagt Vizepräsident Jason Flight.

Die Geologen sind vom Potenzial des Projekts überzeugt. Ende September wurde das Landpaket um 3.575 Hektar, verteilt auf sechs Mineralienlizenzen mit 143 Mineralien-Claims auf nunmehr 33.000 Hektar erweitert. Zum einen wurde entlang der prognostizierten Tiefenrichtung zusätzliches Land erworben, um die Lagerstätte in der Tiefe erweitern zu können. „Große VMS-Lagerstätten erstrecken sich üblicherweise weit unter ihre ursprüngliche Entdeckungsfläche“, heißt es dazu in der Begründung.

Auf südlich des Projekts zugekauften Flächen hatten elektromagnetische Untersuchungen zudem fünf isolierte Leiter identifiziert. „Zwei dieser Leiter weisen massive Sulfidblöcke in der Nähe auf. Genau so wurde auch Point Leamington selbst entdeckt“, erläutert CEO Porterfield. Weitere Explorationserfolge sollten potenziell auch dem Aktienkurs des Unternehmens neuen Schwung verleihen. Auf Jahressicht hat sich der Kurs zwar fast verdoppelt, von den langfristigen Hochs ist das Papier jedoch immer noch weit entfernt.

Weitere Informationen zu Visionary Copper & Gold finden Sie im Unternehmensprofil auf Miningscout.de:
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Unternehmen: Visionary Copper & Gold
TSXV: VCG
ISIN: CA9279521012
WKN: A41FV3
Webseite: https://visionarycoppergold.com/

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