AURA-Award Sachsen-Anhalt geht 2026 an GWW-Sonnenhaus in Wernigerode
Sachsen-Anhalts Umweltminister Prof. Dr. Armin Willingmann zur Preisverleihung: „Projekte wie Sonnenhaus verleihen Energie- und Wärmewende Schub im ganzen Land“
GWW-Geschäftsführer Christian Zeigermann: „Es gelang Architektur und innovative Energie-Technik zur Nebenkostensenkung formschön zu verbinden“
Der AURA-Award, Sachsen-Anhalts höchste Auszeichnung für nachhaltiges Unternehmertum, geht 2026 an das energiealternative Sonnenhaus der kommunalen Gebäude- und Wohnungsbaugesellschaft Wernigerode mbH, GWW. Prof. Dr. Armin Willingmann, Minister für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt überreichte die Ehrung am 13. Juli 2026 im Rahmen einer Festveranstaltung an GWW-Geschäftsführer Christian Zeigermann und sein Team.
Das erste GWW-Mehrfamilienhaus mit 100 Prozent nachhaltigem Energie-Konzept in der Wernigeröder Pappelallee wurde am 3. April 2025 an die Öffentlichkeit übergeben und ist inzwischen fast vollständig vermietet. Aufsehen erregt es durch seine futuristische Architektur, die der maximalen Energieausnutzung der Sonne folgt. Mit dem Sonnenhaus beschreibt die GWW die Zukunft des städtischen Bauens und ist dabei Pionier in Wernigerode und darüber hinaus.
Herzstück des modernen GWW-Mehrfamilienhauses ist seine neuartige Energieversorgung, deren Ausgangspunkt die Sonne ist. Auf dem Dach finden sich nicht nur flächendeckend Photovoltaik- Platten zur Stromerzeugung, sondern auch eine Solarthermie-Anlage zur Speisung der Fußbodenheizung.
Insgesamt kann in den Monaten April bis Oktober allein durch die Sonne eine komplett autarke Gebäudebeheizung erreicht werden. Im Winter hilft bei Minusgraden eine CO2-neutrale Holzpellet-Heizung. Die Dreifachverglasung sorgt dafür, dass Wärme im Gebäude gehalten wird, und ein großer, isolierter Pufferspeicher im Keller speichert überschüssige Wärme bis zu zwei Wochen.
Im Inneren entstanden 15 hochwertige Wohneinheiten mit zwei bis vier Räumen, darunter auch Maisonette-Wohnungen, für unterschiedliche Mieter-Zielgruppen. Über allem stand ein Mehrgenerationen-Konzept. Eine gesunde Durchmischung, bei der die Jungen für die Alten mitsorgen können und die Alten die Jungen unterstützen. Barrierefreiheit und offene Küchen, dazu Terrassen, Balkone oder Loggien an jeder Wohnung, sowie Parkplätze mit E-Ladestruktur runden die Ausstattung ab.
Prof. Dr. Armin Willingmann, Minister für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt würdigte das Sonnenhaus-Projekt in seinem Award-Statement als mustergültig für die Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes.
„Nachhaltigkeit entsteht dort, wo gute Ideen in die Praxis umgesetzt werden. Genau solche Projekte zeichnet der AURA-Award aus. Das Wernigeröder ‚Sonnenhaus‘ zeigt beispielhaft auf, wie Treibhausgas-Emissionen reduziert werden können. Mit Blick auf die gesteckten Klimaziele haben wir gerade im Gebäudesektor noch eine ordentliche Wegstrecke zurückzulegen. Umso wichtiger ist es, erfolgreiche Projekte wie hier in Wernigerode bekannt zu machen. Sie verleihen Schub für die Energie- und Wärmewende, weil sie aufzeigen, welche neuen Wege bei Energieversorgung und Ressourcennutzung möglich sind. Sie bringen den Klimaschutz voran und machen die Chancen innovativer Technologien im Alltag sichtbar.“, so der Minister.
GWW-Geschäftsführer Christian Zeigermann bedankte sich im Namen des gesamten Bau- und Projekt-Teams für die Auszeichnung und bezeichnete sie als weiteren Ansporn: „Im Pappelweg stand ein konventionelles Haus aus den 1950er-Jahren mit Kohleheizung. Wir verdrängten den ‚Umweltsünder‘ durch das ‚Sonnenhaus‘, das die Zukunft des Bauens auch in Wernigerode beschreibt. Fachwerkhäuser, Fünfzigerjahre-Bauten, Plattenbau zusammen mit den neuen Energiearchitekturhäusern werden in naher Zukunft das Stadtbild der Harzmetropole prägen“, ist der GWW-Geschäftsführer überzeugt.
„Mit dem Sonnenhaus wollen wir als Stadt-Tochter Vorreiter in Wernigerode sein, aber wir sind es sogar auch für Deutschland“, so Zeigermann weiter. „Unser Sonnenhaus ist in vielerlei Hinsicht etwas Besonderes und Einzigartiges.
Welcher Vermieter kann schon von sich sagen, dass er seinen Mietern den am Tag erzeugten Strom aus dem PV-Anlagen auf dem Dach schenkt. Wir tun es. Indem wir die 16 einzelnen PV-Anlagen vom Dach jeweils den einzelnen Wohnungen zugeordnet haben. Eine PV-Anlage mit Speicher speist den Allgemeinstrom wie zum Beispiel das Treppenhauslicht. Jeder Mieter kann so über seinen eigenen Wechselrichter entscheiden, ob er zum Beispiel seine Waschmaschine am Tag anstellt und damit zum Sonnen-Nulltarif arbeiten lässt. So bestimmt jeder selbst, wie hoch seine Nebenkosten ausfallen. Die Sonne hilft ihm bis zu 50 Prozent Nebenkosten zu sparen, wenn er mitdenkt. Damit schaffen wir ein ganz neues Energiebewusstsein in der Mieterschaft, das zudem dem Klimaschutz dient.“
„Alle reden über Balkon-Kraftwerke. Wir haben es beim Sonnenhaus geschafft, sie gleich mit aufs Dach zu bringen und damit Architektur und innovative Technik zur Nebenkostensenkung formschön zu verbinden. Neu dabei auch für viele Bauplaner: Unser Sonnenhaus haben wir in eine angestammte Mehrfamilienhaussiedlung gebaut. Die Sonneneinstrahlung war hier vom Winkel nicht ideal. Unsere Antwort: die Architektur des Hauses so zu gestalten, dass sie einen maximalen Sonneneffekt bringt (Südwest) – über fünf sogenannte Sheddächer. Entstanden ist ein Mehrfamilienhaus mit einer teils futuristischen Architektur, aber auch vielen traditionellen Elementen, womit sich das Haus gut in die Gemeinschaft einfügen kann. Das ist übertragbar auf Projekte in ganz Deutschland.“
„Nicht das rein wirtschaftlich optimierte Arbeiten, sondern das Schaffen nachhaltigen Wohnraums, der langfristig lebenswert bleibt: eine dringend nötige Veränderung im kommunalen Wohnungsbau, der wir uns verpflichtet fühlen. Nichts verkörpert diesen Ansatz besser als unser Sonnenhaus, das jährlich ca. 36 Tonnen CO₂ einspart und zugleich langfristig die Nebenkosten senkt“, so Christian Zeigermann weiter. „Wir sehen eine mögliche Zukunft, in der nicht der Mietpreis, sondern die Nebenkosten ausschlaggebender Faktor für eine Anmietung werden. Hier haben wir deswegen mit einem Konzept angesetzt, das deutschlandweit einmalig ist.“ Noch seien die Energiehäuser ja in der Experimentierphase. Christian Zeigermann erlebt, dass die GWW mit dem Sonnenhaus die aktuelle Diskussion mitbestimmt.
GWW in Kürze
Die Gebäude- und Wohnungsbaugesellschaft Wernigerode mbH, Tochter der Stadt Wernigerode, verwaltet in der Harzmetropole über 3.000 Wohneinheiten mit einer Gesamtwohnfläche von 176.000 Quadratmetern. Die Wohnungen befinden sich unter anderem in den Wohngebieten Altstadt, Burgbreite, Stadtfeld, Harzblick und im Ortsteil Benzingerode. Etwa 7.500 der ca. 34.000 Wernigeröder wohnen bei der GWW.
Die GWW verwaltet zudem 28 Gewerbeeinheiten, darunter ein Café, das Wernigeröder Kino Volkslichtspiele, der Fürstliche Marstall, das Krummelsche Haus und ein Kreativloft mit Co-Working-Arbeitsplätzen. Zugleich ist sie Bauherr der August-Hermann-Francke-Grundschule in Wernigerode und des 100-Prozent energiealternativen „Sonnenhauses“.
2024 wurde die GWW mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis für die Sanierung das Gebäude-Karrees mit Klimagarten rund um den Wernigeröder Walther-Grosse-Ring ausgezeichnet.
Für das „Sonnenhaus“ wurde die GWW 2026 als erster Mehrfamilienhaus-Neubau Sachsen-Anhalts mit der „Grünen Hausnummer Plus“ geehrt.
AURA-Award in Kürze
Den Unternehmenspreis „AURA-Award“, ausgelobt vom Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt gibt es seit 2013. Er wurde 2024 mit dem Fokus auf Nachhaltigkeit neu aufgelegt. Ausgezeichnet werden Unternehmen aus Sachsen-Anhalt, die nachhaltige Produkte und Dienstleistungen entwickeln, ihre Produktion energieeffizient aufstellen oder kostbare Rohstoffe recyceln. Mit dem Preis verbunden ist der AURA-Award aus nachhaltig produziertem heimischen Holz, ein hochwertiger Imagefilm im Wert von rund 3.000 Euro sowie eine Urkunde.
Juli 2026
Bildtext:
Sachsen-Anhalts Umweltminister Prof. Dr. Armin Willingmann mit GWW-Geschäftsführer Christian Zeigermann mit dem AURA-Award vor dem GWW-Sonnenhaus
Copyright: GWW
Die Gebäude- und Wohnungsbaugesellschaft Wernigerode mbH, Tochter der Stadt Wernigerode, verwaltet in der Harzmetropole über 3.000 Wohneinheiten mit einer Gesamtwohnfläche von 176.000 Quadratmetern. Die Wohnungen befinden sich unter anderem in den Wohngebieten Altstadt, Burgbreite, Stadtfeld, Harzblick und im Ortsteil Benzingerode. Etwa 7.500 der ca. 34.000 Wernigeröder wohnen bei der GWW.
Die GWW verwaltet zudem 28 Gewerbeeinheiten, darunter ein Café, das Wernigeröder Kino Volkslichtspiele, der Fürstliche Marstall, das Krummelsche Haus und das Ärztehaus am Platz des Friedens. Neu hinzugekommen ist ein Kreativloft mit Co-Working-Arbeitsplätzen. Zugleich ist sie Bauherr der neuen August-Hermann-Francke-Grundschule in Wernigerode.
Gebäude- und Wohnungsbaugesellschaft Wernigerode mbH
Platz des Friedens 6
38855 Wernigerode
Telefon: +49 (3943) 210-02
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