Die Abriebtrommel ermöglicht es, das Abriebverhalten und die mechanische Beständigkeit flexibler Materialien unter realitätsnahen Bedingungen zu analysieren. In der rotierenden Trommel wirken Wasser und Basaltsplitt auf die Prüfproben ein. Durch eine definierte Anzahl an Umdrehungen wird eine reproduzierbare mechanische Beanspruchung erzeugt, mit der sich Materialveränderungen zuverlässig bewerten lassen. Die anschließende Analyse erfolgt beispielsweise über den Vergleich mechanischer Kennwerte oder funktionaler Eigenschaften vor und nach der Prüfung.
Während das Prüfverfahren ursprünglich vor allem im Bereich von Geotextilien eingesetzt wurde, eröffnet die eingesetzte Prüftechnik zahlreiche weitere Einsatzmöglichkeiten. Aufgrund der relativ schonenden, aber gleichzeitig praxisnahen Belastung eignet sich die Abriebtrommel besonders für flexible und textile Materialien, deren Langzeithaltbarkeit gegenüber Reibung und mechanischer Beanspruchung bewertet werden muss.
Breites Anwendungsspektrum in verschiedenen Branchen
Mit der vorhandenen Prüfinfrastruktur kann das SKZ künftig eine Vielzahl weiterer Industriezweige unterstützen. Dazu zählen unter anderem technische Textilien wie Schutzkleidung, Planen, Zelte oder Filtergewebe sowie Anwendungen in Verpackung und Logistik, etwa flexible Verpackungen, Folien, Verbundmaterialien oder Big Bags. Darüber hinaus lassen sich auch Sport- und Outdoorprodukte – beispielsweise Materialien für Rucksäcke, Zelte oder Bootsabdeckungen – sowie textile und flexible Materialien der Medizintechnik wie Verbände oder Kompressionsprodukte prüfen.
Auch die Automobilindustrie kann profitieren, etwa im Bereich von Innenraummaterialien oder Kofferraumauskleidungen. In der Filtrations- und Membrantechnik können zudem Filtergewebe und Membranen unter abrasiven Bedingungen untersucht werden. Für Marineanwendungen eignet sich die Abriebtrommel insbesondere zur Prüfung von Netzen, Seilen und Schutzmaterialien für maritime Einsatzbereiche.
Ebenso lassen sich faserverstärkte Verbundwerkstoffe – insbesondere Gewebeverstärkungen in Kunststoff-Matrix-Systemen – zuverlässig prüfen. Abgerundet wird das Anwendungsspektrum durch den Einsatz im Architektur- und Bauwesen, etwa für Fassadentextilien, Sonnensegel oder Dichtungsbahnen.
Flexibles Prüfverfahren für Forschung und Industrie
Ein besonderer Vorteil der Abriebtrommel liegt in ihrer Anpassungsfähigkeit: Prüfparameter wie Prüfdauer, Belastungsintensität oder Bewegungszyklen können an unterschiedliche Materialien und Einsatzbedingungen angepasst werden. Dadurch eignet sich das Prüfgerät sowohl für industrielle Qualitätsprüfungen als auch für Forschungs- und Entwicklungsprojekte.
Das SKZ ist ein Klimaschutzunternehmen und Mitglied der Zuse-Gemeinschaft. Diese ist ein Verbund unabhängiger, industrienaher Forschungseinrichtungen, die das Ziel verfolgen, die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit der Industrie, insbesondere des Mittelstandes, durch Innovation und Vernetzung zu verbessern.
SKZ – Das Kunststoff-Zentrum
Friedrich-Bergius-Ring 22
97076 Würzburg
Telefon: +49 931 4104-0
https://www.skz.de
Bereichsleiter Prüflabor
Telefon: +49 (931) 4104-146
E-Mail: m.heindl@skz.de
![]()