Beim Feilen einer Gel- oder Acrylmodellage entstehen große Mengen kleiner Materialpartikel. Während gröbere Partikel auf den Nageltisch fallen, können feinere Partikel in die Umgebung gelangen. Eine professionelle Staubabsaugung soll den Feilstaub deshalb möglichst dort erfassen, wo er entsteht: unmittelbar unter den Händen beim Feilen.

Doch was unterscheidet eine leistungsfähige Staubabsaugung von einem einfachen Lüfter? Wie wichtig sind Luftvolumenstrom, Unterdruck und Filterfläche? Und warum sagt die elektrische Wattzahl auch bei einer Staubabsaugung nur wenig über die tatsächliche Absaugleistung aus?

emmi®NAIL erklärt die Technik hinter professionellen Staubabsaugungen im Nagelstudio.

Warum entsteht beim Feilen so viel Staub?

Beim Abtragen von Gel, Acryl, Acrylgel oder anderen Modellagematerialien lösen Feile oder Nagelfräser Material von der Oberfläche. Dabei entstehen Partikel unterschiedlicher Größe.

Insbesondere bei der Arbeit mit einem elektrischen Nagelfräser können sehr feine Partikel entstehen. Ohne Absaugung verteilen sie sich auf dem Arbeitsplatz und können in die Umgebungsluft gelangen.

Das technische Ziel einer Staubabsaugung besteht deshalb darin, einen kontrollierten Luftstrom zu erzeugen, der möglichst viel des entstehenden Staubs unmittelbar in Richtung des Absaugbereichs transportiert.

Wie funktioniert eine Staubabsaugung im Nagelstudio?

Im Inneren einer professionellen Staubabsaugung erzeugt ein Gebläse einen Luftstrom. Dadurch wird Luft am Absaugbereich des Nageltisches angesaugt.

Befinden sich die Hände beim Feilen unmittelbar über diesem Bereich, werden freigesetzte Partikel vom Luftstrom erfasst und in das Gerät transportiert.

Dort muss der Staub anschließend wieder aus der angesaugten Luft abgeschieden werden. Hier kommen je nach Gerätekonstruktion Filter und weitere Verfahren zur Staubabscheidung zum Einsatz.

Vereinfacht besteht der technische Prozess damit aus drei Schritten:

Staub erfassen → Staub transportieren → Staub aus dem Luftstrom abscheiden.

Wie effektiv dieser Prozess funktioniert, hängt vom Zusammenspiel verschiedener technischer Faktoren ab.

Fachwissen: Was bedeutet Luftvolumenstrom?

Eine wichtige Kenngröße von Staubabsaugungen ist der Luftvolumenstrom. Er gibt an, welches Luftvolumen innerhalb einer bestimmten Zeit bewegt werden kann und wird beispielsweise in Kubikmetern pro Stunde (m³/h) angegeben.

Ein hoher Wert ermöglicht grundsätzlich die Bewegung einer größeren Luftmenge.

Die TAIFUN 1 GreenTech erreicht beispielsweise einen angegebenen Luftvolumenstrom von 320 m³/h. Bei der TAIFUN 2 Premium GreenTech liegt der maximale Luftvolumenstrom laut Hersteller bei über 530 m³/h.

Der Luftvolumenstrom allein beschreibt die Qualität einer Staubabsaugung jedoch noch nicht vollständig.

Was bedeutet Unterdruck?

Eine zweite wichtige Größe ist der erzeugte Unterdruck.

Er beschreibt vereinfacht die Druckdifferenz, mit der das System Luft ansaugen kann. Bei Absaugsystemen müssen Luftvolumenstrom und Unterdruck deshalb gemeinsam betrachtet werden.

Die TAIFUN 1 GreenTech erreicht beispielsweise einen maximalen Unterdruck von 400 Pa, während die leistungsstärkere TAIFUN 1 Premium GreenTech mit 600 Pa ausgestattet ist.

Ein professionelles Absaugsystem muss also nicht einfach nur „viel Luft bewegen“. Entscheidend ist, dass am tatsächlichen Arbeitsbereich ein geeigneter Luftstrom entsteht, der den Feilstaub zuverlässig erfasst.

Bedeutet mehr Watt automatisch eine bessere Staubabsaugung?

Nein. Die elektrische Leistungsaufnahme allein ist kein zuverlässiger Maßstab für die tatsächliche Absaugleistung.

Entscheidend ist das Gesamtsystem aus Gebläsetechnik, Luftführung, Unterdruck, Luftvolumenstrom, Filter, Gehäusekonstruktion und Position des Absaugbereichs.

Moderne EC-Motoren ermöglichen beispielsweise eine effizientere Umwandlung elektrischer Energie in die benötigte Gebläseleistung.

Bei der aktuellen TAIFUN 1 GreenTech kommt eine solche GreenTech-EC-Technologie zum Einsatz. Laut Hersteller wurde damit gegenüber dem Vorgängermodell eine Leistungssteigerung von rund 20 Prozent bei gleichzeitig bis zu 30 Prozent geringerem Energieverbrauch erreicht.

Für den Vergleich professioneller Staubabsaugungen sind konkrete Leistungsparameter daher aussagekräftiger als eine isolierte Wattangabe.

Was passiert mit dem Staub im Gerät?

Eine technisch interessante Herausforderung beginnt erst, nachdem der Feilstaub angesaugt wurde: Er muss möglichst effizient aus dem Luftstrom entfernt werden.

Bei klassischen Systemen übernimmt diese Aufgabe hauptsächlich ein Filter.

Die bei emmi®NAIL angebotenen TAIFUN- und Hurricane-Systeme kombinieren die Filterung bei aktuellen Modellen mit einer zusätzlichen Staubtrennung.

Dabei kommt die sogenannte ZF-Technik zum Einsatz.

Fachwissen: Staubtrennung durch Zentrifugalkraft

Bei der ZF-Technik wird ein Teil des Staubs bereits vor dem Filter mithilfe von Zentrifugal- beziehungsweise Fliehkräften vom Luftstrom getrennt.

Das Prinzip ist aus vielen technischen Anwendungen bekannt: Werden mitgeführte Partikel in eine entsprechend geführte Strömung versetzt, reagieren Partikel aufgrund ihrer Masse anders als die Luft und können dadurch abgeschieden werden.

Der Filter muss anschließend weniger Staub aufnehmen.

Bei den aktuellen TAIFUN-Modellen gibt der Hersteller dadurch bei üblicher Nutzung eine Reinigung von etwa drei- bis viermal monatlich an; der Filterwechsel ist laut Herstellerangaben etwa einmal jährlich vorgesehen. Die tatsächlichen Intervalle hängen vom Einsatz und Kundenaufkommen ab.

Warum ist der Filter trotzdem wichtig?

Auch bei einer vorgeschalteten Staubtrennung bleibt der Filter ein entscheidender Bestandteil des Systems.

Er soll insbesondere feinere Partikel aus dem Luftstrom zurückhalten, bevor die Luft das Gerät wieder verlässt.

Damit die Absaugleistung dauerhaft erhalten bleibt, muss der Filter entsprechend den Herstellerangaben gereinigt beziehungsweise gewechselt werden.

Wir bei emmi®NAIL empfehlen bei den TAIFUN-Feinstaubfiltern bei einem normalen Kundenaufkommen von vier bis sieben Kunden täglich einen Wechsel spätestens nach etwa einem Jahr.

Ein stark zugesetzter Filter kann den Luftstrom beeinträchtigen. Die Filterwartung ist deshalb nicht nur eine Frage der Sauberkeit, sondern Bestandteil der technischen Funktionsfähigkeit einer Staubabsaugung.

Ein Motor oder zwei Motoren – was ist der Unterschied?

Professionelle Systeme können mit einem oder mehreren Gebläsen arbeiten.

Mehr Motoren bedeuten dabei nicht einfach nur „doppelt so viel Leistung“. Durch die Konstruktion kann eine größere Luftmenge bewegt und gleichzeitig das Verhältnis zwischen Absaugleistung und Geräuschentwicklung beeinflusst werden.

Die TAIFUN 2 Premium GreenTech arbeitet beispielsweise mit zwei Flachgebläsen und erreicht einen maximalen Luftvolumenstrom von mehr als 530 m³/h. Laut Hersteller ermöglicht die Kombination der beiden Gebläse eine hohe Luftleistung bei vergleichsweise geringer Geräuschentwicklung.

Auch die kompaktere Hurricane II GreenTech arbeitet mit zwei EC-Flachgebläsen.

Gerade in Studios mit mehreren Kundinnen und Kunden pro Tag spielen neben der reinen Absaugleistung deshalb auch Dauerbetrieb, Geräuschentwicklung und Wartungsaufwand eine wichtige Rolle.

Einbau- oder Auftisch-Staubabsaugung?

Grundsätzlich lassen sich professionelle Lösungen in Einbau- und Auftischsysteme unterscheiden.

Bei einer Einbau-Staubabsaugung befindet sich das Gerät unterhalb der Tischplatte. Lediglich der Absaugbereich ist am Arbeitsplatz sichtbar. Dadurch bleibt die Arbeitsfläche weitgehend frei.

Eine Auftisch-Staubabsaugung steht dagegen auf dem Nageltisch. Sie eignet sich unter anderem dann, wenn der vorhandene Tisch nicht umgebaut werden kann oder das Gerät mobil eingesetzt werden soll.

Ein Beispiel dafür ist die TAIFUN 3 GreenTech. Sie ist als mobile Auftischlösung ausgelegt und kann beispielsweise auch bei Glas- oder Granittischen eingesetzt werden, bei denen keine entsprechende Öffnung in die Tischplatte eingebracht werden soll.

Welche Bauform besser geeignet ist, hängt deshalb weniger von einem pauschalen „besser oder schlechter“ ab als vom Arbeitsplatz und Einsatzzweck.

Warum ist die Position der Hände so wichtig?

Auch die leistungsfähigste Staubabsaugung kann nur Partikel erfassen, die in ihren wirksamen Luftstrom gelangen.

Die Hände sollten beim Feilen deshalb möglichst über dem vorgesehenen Absaugbereich positioniert werden. Je weiter die Staubentstehung davon entfernt ist, desto schwieriger wird es, Partikel unmittelbar zu erfassen.

Das macht die Arbeitsweise zu einem Bestandteil des Absaugsystems. Gerät, Arbeitsplatzgestaltung und Anwendung müssen zusammenspielen.

Wie stark sollte eine Staubabsaugung im Nagelstudio sein?

Eine universelle Leistungsangabe für jedes Studio gibt es nicht.

Entscheidend sind unter anderem Kundenaufkommen, verwendete Modellagematerialien, Dauer und Häufigkeit der Feilarbeiten sowie die Konstruktion des Arbeitsplatzes.

Wir bei emmi®NAIL unterscheiden deshalb beispielsweise zwischen Geräten für Studios mit einem durchschnittlichen Aufkommen von bis zu etwa vier Kunden täglich und leistungsstärkeren Modellen für höhere Kundenfrequenzen.

Ein Studio mit wenigen Modellagen pro Tag stellt andere Anforderungen an eine Absaugung als ein Arbeitsplatz, an dem täglich viele Gel- oder Acrylmodellagen bearbeitet werden.

Staubabsaugung ist ein technisches Gesamtsystem

Eine professionelle Staubabsaugung lässt sich deshalb nicht anhand eines einzelnen technischen Wertes beurteilen.

Luftvolumenstrom, Unterdruck, Gebläsetechnik, Luftführung, Filterfläche, Staubabscheidung, Geräuschentwicklung und Wartung wirken als System zusammen.

Hinzu kommt die Gestaltung des Arbeitsplatzes: Der Feilstaub sollte möglichst unmittelbar dort erfasst werden, wo er entsteht.

Gerade deshalb lohnt sich beim Vergleich verschiedener Geräte ein Blick auf die technischen Daten statt ausschließlich auf Wattzahl oder Baugröße.

Fazit: Feilstaub möglichst dort erfassen, wo er entsteht

Beim Feilen von Gel- und Acrylmodellagen lässt sich die Entstehung von Staub nicht vermeiden. Entscheidend ist deshalb, seine Ausbreitung möglichst früh zu begrenzen.

Eine professionelle Staubabsaugung erzeugt einen gezielten Luftstrom am Arbeitsplatz, transportiert Feilstaub in das Gerät und trennt die Partikel anschließend aus der angesaugten Luft. Entscheidend für die Leistungsfähigkeit sind dabei nicht allein Watt oder Motorenzahl, sondern das Zusammenspiel aus Luftvolumenstrom, Unterdruck, Luftführung und Filtertechnik.

Moderne Systeme ergänzen die klassische Filterung durch zusätzliche technische Verfahren. Bei den TAIFUN- und Hurricane-Modellen wird beispielsweise ein Teil des Staubs mithilfe von Zentrifugalkraft bereits vor dem Filter abgeschieden.

Damit wird die Staubabsaugung zu einem wichtigen technischen Bestandteil eines professionell eingerichteten Nagelarbeitsplatzes.

Über die emmi EMAG AG

Die emmi EMAG AG mit Sitz in Mörfelden-Walldorf entwickelt und vertreibt seit über 20 Jahren innovative Produkte in den Bereichen Beauty, Ultraschalltechnik, Dental und Tierpflege. Unter der Marke emmi®NAIL bietet das Unternehmen ein umfassendes Sortiment für professionelles Nageldesign, Nagelmodellage, Maniküre, Fußpflege und Studioausstattung.

Zum Portfolio von emmi®NAIL gehören UV- und LED-Gele, Shellac-Systeme, Nagelfräser, Lichthärtungsgeräte, Ultraschallreiniger, Staubabsaugungen und weiteres professionelles Studiozubehör. Langjährige Erfahrung im Nageldesign und technische Produktkompetenz bilden dabei die Grundlage für Lösungen für professionelle Nagelstudios und anspruchsvolle Anwender

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