Gen- und Zelltherapeutika ermöglichen die Behandlung bislang schwer therapierbarer Krankheiten, wie bestimmter Krebsarten oder Erbkrankheiten. Noch steht diese Therapieform nur wenigen Patientinnen und Patienten zur Verfügung – ein wesentlicher Grund sind die komplexen und bislang noch unzureichenden Produktionsprozesse. Dort setzt das Forschungsprojekt MATTIE der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) an.

Unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. habil. Denise Salzig und Prof. Dr. Michael Wolff (Kompetenzzentrum für Biotechnologie und Biomedizinische Physik, Institut für Bioverfahrenstechnik und Pharmazeutische Technologie) arbeitet das Projektteam daran, die industrielle Herstellung von Zell- und Gentherapeutika zu verbessern. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert das Vorhaben über vier Jahre mit rund 2,6 Millionen Euro. Das Projekt wird als Einzelvorhaben umgesetzt.

„Unser Ziel ist es, die Produktionsprozesse der Therapeutika zu verbessern, sodass alle Patienten profitieren“, fasst Prof. Salzig zusammen. Der offizielle Titel des Projekts lautet „Herstellung und Qualität von Therapeutika der nächsten Generation: Therapeutische Viren und extrazelluläre Vesikel“. Im Fokus steht unter anderem der Aufbau eines Forschungsraums für die Entwicklung und Herstellung von nanopartikulären Therapeutika – also winzigen, natürlichen Wirkstoffen wie Viren – sowie die Entwicklung neuer Produktionsplattformen, die den strengen pharmazeutischen Qualitätsanforderungen entsprechen. Darüber hinaus sollen möglichst viele Fachkräfte ausgebildet und der wissenschaftliche Nachwuchs gefördert werden.  

Das Projekt gliedert sich in insgesamt drei Bereiche: Ein Drittel des Geldes wird investiert, um einen geeigneten Forschungsraum aufzubauen und Labore so auszustatten, dass das Team mit Hilfe von Spezialgeräten kleinste Partikel analysieren kann.

Darauf aufbauend beschäftigt sich das Team damit, die Prozessschritte gezielt zu optimieren – von der Kultivierung geeigneter Zellen und Viren bis zur Ausbeutenmaximierung und somit die effiziente, skalierbare und qualitativ kontrollierte Herstellung dieser Therapeutika. Dabei sollen innovative Produktionsverfahren entwickelt werden, um die Herstellung im industriellen Maßstab sichern zu können. Untersucht werden zwei Nanotherapeutika: das Modified-Vaccinia-Ankara-Virus, das als sicherer viraler Vektor in der Gentherapie eingesetzt wird, sowie extrazelluläre Vesikel – kleine Bläschen, die von Zellen abgegeben werden und Stoffe zwischen Zellen transportieren – die großes medizinisches Potenzial besitzen. Die Professorin veranschaulicht die Komplexität des Vorhabens: „Die Herstellung von Aspirin ist wie Radfahren, die Produktion von Antikörpern wie Autofahren, die Produktion von Viren kann mit Flugzeugfliegen verglichen werden – und Zellen herzustellen, gleicht dem Fliegen einer Rakete. Jedes Detail muss exakt passen.“

Der dritte Schwerpunkt des Projekts liegt auf der Qualifizierung und dem Wissenstransfer: „Ziel ist es, nicht nur Studierende und Promovierende zu qualifizieren, sondern Weiterbildungsangebote aufzubauen“, betont sie. Sowohl innerhalb der THM als auch extern – um die Forschungserkenntnisse bestmöglich zu nutzen und weiterzugeben. Ergänzend soll die Öffentlichkeit stärker für die Möglichkeiten und Herausforderungen der Zell- und Gentherapie sensibilisiert werden.

Über Technische Hochschule Mittelhessen

Die Technische Hochschule Mittelhessen (THM) ist eine der größten Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) in Deutschland und bietet über mehr als 80 Studiengänge an 12 Fachbereichen und das duale Studienangebot von „StudiumPlus“ an. Die Hauptstandorte Friedberg, Gießen und Wetzlar liegen verkehrsgünstig in der hessischen Rhein-Main-Region. Die derzeit mehr als 15.600 Studierenden der THM profitieren von bewährten Studienbedingungen und kleinen Lerngruppen sowie von der Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen. Unter den HAWen zeichnet sich die THM durch ihre anwendungsbezogene Forschungsstärke aus. Neben acht eigenen, interdisziplinären Kompetenzzentren besteht eine Zusammenarbeit mit den Universitäten in Gießen und Marburg, über die auch kooperative Promotionen in den Ingenieurwissenschaften möglich sind. Als erste HAW eröffnete die THM 2016 zudem ein eigenständiges Promotionszentrum und besitzt seither das Promotionsrecht für den Doktoringenieur.

Firmenkontakt und Herausgeber der Meldung:

Technische Hochschule Mittelhessen
Wiesenstr. 14
35390 Gießen
Telefon: +49 (641) 309-1040
Telefax: +49 (641) 309-2901
http://www.thm.de

Ansprechpartner:
Pressestelle
Telefon: 06413091040
E-Mail: pressestelle@thm.de
Für die oben stehende Story ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmenkontakt oben) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber des Pressetextes, sowie der angehängten Bild-, Ton-, Video-, Medien- und Informationsmaterialien. Die United News Network GmbH übernimmt keine Haftung für die Korrektheit oder Vollständigkeit der dargestellten Meldung. Auch bei Übertragungsfehlern oder anderen Störungen haftet sie nur im Fall von Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit. Die Nutzung von hier archivierten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Eine systematische Speicherung dieser Daten sowie die Verwendung auch von Teilen dieses Datenbankwerks sind nur mit schriftlicher Genehmigung durch die United News Network GmbH gestattet.

counterpixel