Ein Weltkulturerbe mit großer Geschichte.
Notre-Dame – deren vollständiger Name „Notre-Dame de Paris“ lautet – ist wohl die bekannteste Kathedrale Frankreichs und war eines der ersten religiösen Gebäude, die ab 1163 im gotischen Stil erbaut wurden. Fast 200 Jahre nach Beginn der von König Ludwig VII. veranlassten Arbeiten wurde Notre-Dame 1345 fertiggestellt und prägt seitdem das historische Zentrum von Paris mit seiner charakteristischen Silhouette. Die beiden Türme über den drei Eingangsportalen sind 69 Meter hoch, wohingegen die Höhe des Vierungsturms, der sich in der Mitte über dem Dach erhebt, rund 96 Meter beträgt. Im Laufe der Jahrhunderte wurden zahlreiche Umbauten, Modernisierungen und Erweiterungen an diesem monumentalen Gebäude vorgenommen, das innen eine Deckenhöhe von 25 Metern aufweist und bis zu 10.000 Personen aufnehmen kann. Während der Französischen Revolution wurde die Kathedrale von den Aufständischen angegriffen und zahlreiche Bildwerke wurden zerstört. 1804 ließ sich Napoleon in Notre-Dame zum Kaiser krönen, und spätestens mit dem Erscheinen des Literaturklassikers „Der Glöckner von Notre-Dame“ (Victor Hugo) erlangte das religiöse Bauwerk Weltruhm. In der Folgezeit wurden mehrfach Renovierungsmaßnahmen durchgeführt.
Während der Restaurierungsarbeiten am Vierungsturm brach im April 2019 ein Brand aus, der nicht nur den Vierungsturm, sondern auch den mittelalterlichen Dachstuhl und die Bleischindeln zerstörte. Dadurch hatte sich Bleistaub auf dem historischen Natursteinmauerwerk im Innenbereich abgesetzt.
Restaurierung von Dachkonstruktion und Innenbereich
Kurz nach dem Brand hatte der französische Präsident Emmanuel Macron angekündigt, dass der Schaden schnell repariert und Notre-Dame in nur fünf Jahren wiederhergestellt werden würde. Die umfangreichen Restaurierungsarbeiten wurden vom Etablissement public Rebâtir Notre-Dame de Paris (EP-RNDP)*, dem Bauherrn, und den Chefarchitekten für historische Gebäude Philippe Villeneuve, Pascal Prunet und Rémi Fromont als Bauleitern geleitet. Nachdem zunächst die Sicherungs- und Stabilisierungsarbeiten an Notre-Dame durchgeführt wurden, erfolgte anschließend im Vorfeld der Restaurierung des Kirchendachs eine gründliche Reinigung der rund 70.000 Quadratmeter Innenwände der Kathedrale.
Da Remmers bereits bei zahlreichen renommierten Restaurierungs-projekten in Frankreich – zum Beispiel beim Louvre und bei der Kathedrale von Chartres – erfolgreich mit der französischen Institution für Denkmalschutz zusammengearbeitet hatte, war auch bei diesem Projekt von Weltrang die Expertise aus Löningen gefragt. In Zusammenarbeit mit den auf die Restaurierung historischer Gebäude spezialisierten Verarbeiter-Unternehmen H. Chevalier, Tollis und Bouvier, dem Planer und dem EP-RNDP entwickelten die Experten von Remmers BV France ein Renovierungskonzept, das perfekt auf das Schadensbild abgestimmt war. „Es ging um die Reinigung der Wände und insbesondere um die Entfernung der Bleipartikel“, erklärt Jens Engel, Abteilungsleiter Produktmanagement Bautenschutz bei Remmers in Löningen. Nach verschiedenen Tests auf Musterflächen erwies sich die Spezialpaste Arte Mundit als ideale Lösung. Das selbstvulkanisierende Produkt auf Naturkautschukbasis wurde speziell für Wandflächen im Innenbereich entwickelt und ermöglichte daher eine schonende Reinigung des Natursteinmauerwerks von giftigen Bleirückständen, Ruß, Löschwasser und anderen Schadstoffen.
Arte Mundit entfernt giftige Bleirückstande
Zunächst wurden die verschmutzten Mauerwerksflächen abgesaugt und von Schmutzpartikeln befreit. Anschließend trugen die Spezialisten unter der Leitung von H. Chevalier Arte Mundit je nach Untergrund und Verschmutzungsart mit einem Pinsel oder einer Spritzpistole auf. Das lösemittelfreie Produkt funktioniert wie eine Peel-Off-Maske. Nicolas Dolé von H. Chevalier erklärt, was das bedeutet: „Während des Trocknungsprozesses verdampft das Wasser und das dispergierte Polymer vernetzt sich zu einem festen und extrem elastischen Film. Dieser lässt sich nach 24 Stunden in Form einer Latexhaut zusammen mit den darin eingeschlossenen Schmutzpartikeln, vor allem den giftigen Blei- oder Schwermetalleinträgen und Ruß, sehr leicht entfernen.“ Zum Schluss wurden die restlichen Schmutzablagerungen, die gelöst, aber nicht von dem Latexfilm aufgenommen wurden, mit einem leicht feuchten Schwamm abgewischt. Im Vergleich zu herkömmlichen Reinigungs-verfahren hat der Einsatz von Arte Mundit klare Vorteile, wie Jens Engel erklärt: „Die gesamte Reinigung konnte abschnittsweise ohne große Lärmbelästigung durchgeführt werden. Außerdem wurden weder Staub noch Wasser freigesetzt, wodurch die historische Substanz des Gebäudes erhalten blieb. Es gibt auch keine späteren chemischen Effekte oder unerwünschte Verunreinigungen.
Insgesamt wurden rund 70 Tonnen Arte Mundit für die Reinigung der Innenwände von Notre-Dame nach Paris geliefert – und Remmers konnte damit einen wichtigen Beitrag zur originalgetreuen Restaurierung dieses weltberühmten Wahrzeichens leisten.
Weitere Informationen: www.remmers.com
Bautafel
Auftraggeber: Etablissement public Rebâtir Notre-Dame de Paris (https://rebatirnotredamedeparis.fr/)
Planer/Architekt: Philippe Villeneuve, Pascal Prunet, Rémi Fromont
Restauratoren: H. Chevalier (Puteaux), Tollis (Chevilly Larue), Bouvier (Les Angles)
Produktspezifische
Beratung: Remmers Fachplanung (Jens Engel, Stefan Haustein), Remmers Frankreich (Cédric Villion)
* Facebook: @rebatirnotredamedeparis/Instagram: @rebatirnotredamedeparis/
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