Das SKZ erweitert sein Weiterbildungsangebot um einen dreitägigen, praxisnahen Lehrgang zur Artikelgestaltung und Werkzeugtechnologie für Spritzgießteile. Vermittelt werden zentrale Konstruktionsrichtlinien für Spritzgussteile sowie deren direkte Auswirkungen auf die Werkzeugauslegung. Der Kurs richtet sich an Konstrukteure, Prozessverantwortliche und technische Entscheider, die den gesamten Entwicklungsprozess – vom Bauteilkonzept bis zum serienreifen Spritzgießwerkzeug – verstehen und gezielt optimieren möchten.
Im Fokus des Kurses stehen die für den Konstrukteur relevanten Werkstoffeigenschaften und Materialkennwerte thermoplastischer Kunststoffe. Die Teilnehmenden erwerben fundiertes Wissen zur systematischen Materialauswahl und lernen, wie sich diese auf Bauteilfunktion, Verarbeitbarkeit und Wirtschaftlichkeit auswirkt.
„Die Potenziale einer durchdachten Projektierung von Bauteil und Werkzeug werden in der Praxis häufig unterschätzt. Dabei lassen sich hier erhebliche Effizienzsteigerungen und Kosteneinsparungen realisieren“, erklärt Robert Held, Gruppenleiter Bildung Spritzgießen und Additive Fertigung am SKZ. „Die steigenden Anforderungen an eine optimale Artikel- und Werkzeuggestaltung waren für uns der Anlass, einen neuen Lehrgang zu entwickeln, der beide Disziplinen gezielt zusammenführt.“
Artikelgestaltung: Funktion trifft Wirtschaftlichkeit
Die Artikelgestaltung definiert die funktionalen, ästhetischen und technischen Eigenschaften eines Kunststoffbauteils. Materialwahl, Wandstärken, Fließweglängen, Steifigkeit und Belastungsszenarien zählen zu den entscheidenden Parametern. Konstruktive Fehler führen häufig zu Qualitätsmängeln, eingeschränkter Funktionalität, erhöhtem Ausschuss oder im Extremfall zum Versagen des Produkts.
Ein zentraler Bestandteil des Lehrgangs ist die fertigungsgerechte Konstruktion von Spritzgießteilen. Behandelt werden grundlegende Gestaltungsregeln wie Wandstärken, Entformungskonizitäten, der konstruktive Umgang mit Hinterschneidungen sowie geeignete Verbindungstechniken in der Bauteilentwicklung.
Werkzeugtechnologie als Erfolgsfaktor
Entscheidend für den Fertigungserfolg ist ebenso die Werkzeugtechnologie. Sie beeinflusst nicht nur die Formgebung, sondern auch Prozessstabilität, Bauteilqualität und Wirtschaftlichkeit. Die optimale Anspritzpunktpositionierung, die Auslegung der Werkzeugtemperierung, das Einhalten geforderter Toleranzen sowie die angestrebte Zykluszeit wirken sich unmittelbar auf Fertigungseffizienz und Werkzeugkosten aus. Eine präzise Abstimmung zwischen Artikel- und Werkzeugkonzept ist daher Voraussetzung für eine stabile und wirtschaftliche Serienfertigung.
Die Teilnehmenden lernen die Grundfunktionen von Spritzgießwerkzeugen kennen und erhalten einen Überblick über unterschiedliche Angusssysteme. Weitere Inhalte sind verschiedene Temperierkonzepte, Grundlagen und besondere Konzepte der Entformung sowie der Einsatz von Simulationen für Spritzgießteile und Werkzeuge in der Entwicklungsphase. Abgerundet wird der Lehrgang durch Themen wie recyclinggerechtes Konstruieren, Maßgenauigkeit und Toleranzen sowie die Laserbeschriftung von Kunststoffbauteilen.
Die Präsenzschulung findet für die optimale Erreichbarkeit für die Teilnehmenden am SKZ-Hauptsitz in Würzburg sowie an den SKZ-Standorten in Horb am Neckar, Halle (Saale) sowie Peine statt.
Weitere Informationen zum Kurs
Das SKZ ist ein Klimaschutzunternehmen und Mitglied der Zuse-Gemeinschaft. Diese ist ein Verbund unabhängiger, industrienaher Forschungseinrichtungen, die das Ziel verfolgen, die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit der Industrie, insbesondere des Mittelstandes, durch Innovation und Vernetzung zu verbessern.
SKZ – Das Kunststoff-Zentrum
Friedrich-Bergius-Ring 22
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Telefon: +49 931 4104-0
https://www.skz.de
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