Am 4. Februar hat die US-Regierung ein Konzept zur Umgestaltung des Weltmarkts für Kritische Rohstoffe vorgestellt, um diesen aus ihrer Sicht fairer und stabiler zu gestalten. Dazu waren Vertreter aus 54 Ländern und der Europäischen Union nach Washington D.C. geladen worden. Zentraler Bestandteil der US-Pläne ist der Aufbau einer bevorzugten Handelszone, die durch Mindestpreise für Kritische Mineralien vor „unfairem“ Wettbewerb geschützt werden soll, wie Vizepräsident J.D. Vance erklärte.

Abhängigkeit reduzieren durch Mindestpreise, Kritik aus China

Dafür sollen für alle Produktionsstufen Referenzpreise gelten, die den tatsächlichen Marktwert widerspiegeln. Diese Preise dienen den teilnehmenden Ländern als Untergrenze und können bei Bedarf durch Zölle angepasst werden. Heimische Produzenten sollen so vor billigen Importen geschützt werden, die sie sonst wirtschaftlich unter Druck setzen könnten.

Welche Staaten sich der Initiative anschließen, ist bisher nicht offiziell bekannt, einige hätten jedoch bereits Interesse signalisiert, so Vance weiter.

Die Maßnahmen dürften vor allem auf eine Reduzierung der Importabhängigkeit von China abzielen, das große Teile der Lieferketten für Kritische Mineralien wie Seltene Erden oder Gallium dominiert. Entsprechend nahm das Land nicht an dem Treffen teil. Bereits vor der Konferenz hatte die staatsnahe Global Times Kritik geäußert und davor gewarnt, dass durch den Ausschluss des wichtigsten Produzenten die Risiken für Versorgungslücken zunehmen könnten. Ein pragmatischer Umgang mit China bleibe für die globale Rohstoffsicherung unverzichtbar, heißt es weiter.

Rohstoffabkommen und eine Absichtserklärung runden Strategie ab

Parallel unterzeichneten die USA am Mittwoch Rohstoffabkommen mit mehreren ressourcenreichen Ländern, darunter Argentinien und Peru. Darüber hinaus haben die USA und die EU vereinbart, innerhalb von 30 Tagen eine Absichtserklärung im Bereich Kritischer Rohstoffe abzuschließen. Ziele sind die Stärkung der Nachfrage, die Diversifizierung der Lieferquellen und gemeinsame Projekte in Bergbau, Verarbeitung, Recycling sowie Forschung. Auch ein engerer Austausch über strategische Vorräte ist geplant. In diese Zusammenarbeit soll auch Japan eingebunden werden. Laut dem gemeinsamen Statement könnten Kooperationen mit weiteren „gleichgesinnten Partnern“ folgen.

Die konkreten Auswirkungen der genannten Maßnahmen auf die globalen Rohstoffmärkte sind derzeit noch nicht absehbar. Abzuwarten bleibt auch, ob und wie China reagieren wird. 

Matthias Rüth, Geschäftsführer von TRADIUM, ordnet die aktuellen Geschehnisse ein:

„Die USA versuchen zusammen mit anderen Staaten ein Gegengewicht zur Rohstoffmacht China aufzubauen. Ob sich eine sichere Versorgung mit Kritischen Rohstoffen ohne das Land erreichen lässt, ist aus meiner Sicht sehr fraglich. Das über Jahrzehnte aufgebaute Knowhow muss im Westen erst mühsam aufgebaut werden, es fehlt nicht nur an Bergwerken, sondern auch an der nachgelagerten Industrie bzw. den entsprechenden Produktionsanlagen. Europa hat in den letzten Jahren Kapazitäten zur Weiterverarbeitung verloren, ob diese wieder aufgebaut werden können, ist fraglich, wie jüngst der Rechnungshof der Europäischen Union zu bedenken gab. Ich sehe also viele Fragezeichen, ein Signal, dass die Politik die Zeichen der Zeit erkannt hat, sind die angekündigten Maßnahmen jedoch in jedem Fall. Nichtsdestotrotz wäre aus meiner Sicht die Suche nach einer gemeinsamen diplomatischen Lösung mit China die richtige Strategie. “

Über die TRADIUM GmbH

Als inhabergeführtes Unternehmen ist die TRADIUM GmbH in Frankfurt am Main seit 1999 erfolgreich für Kunden aus Industrie und Handel tätig. Wir beliefern eine Bandbreite innovativer Industriezweige, die Technologiemetalle, Seltene Erden und Edelmetalle einsetzen. Dazu gehören unter anderem die Elektronikindustrie, die Automobilindustrie, die Glas- und Keramikindustrie sowie die Dentaltechnik. TRADIUM arbeitet als weltweit agierendes Unternehmen mit einer Vielzahl an internationalen Produzenten. Langjährige Kooperationen gewährleisten Zuverlässigkeit, Marktnähe sowie Aktualität für die jeweiligen Produkte. Im Hochsicherheits- und Zollfreilager des Partnerunternehmens METLOCK können Unternehmen ohne Lagermöglichkeiten ihre Rohstoffe verwahren.

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