• Restrukturierung macht Fortschritte: Die Kostensenkungen in allen Bereichen sowie die Working-Capital-Optimierungen laufen erfolgreich.
  • Anstieg des Geschäfts im zweiten Halbjahr 2023 durch saisonale Faktoren und anlaufende Kundenprojekte erwartet.
  • Die anhaltend schwierige gesamtwirtschaftliche Lage hat sich in den vergangenen Monaten allerdings weiter negativ auf produzierende Unternehmen, wie VARTA ausgewirkt.
  • Geschäftsentwicklung der VARTA AG im ersten Halbjahr: Umsatz € 339 Mio. (H1 2022: € 376,8 Mio.), bereinigtes EBITDA € -6,8 Mio. (H1 2022: € 68,9 Mio.)
  • Prognose für das laufende Geschäftsjahr wurde am 26. Juli 2023 angepasst: Der Umsatz soll bei rund € 820 Mio., das bereinigte EBITDA zwischen € 40 Mio. und € 60 Mio. liegen.
  • Ausblick: Steigende Nachfrage insbesondere aus dem Segment Energy Storage Systems sowie nach Lithium-Ionen-Produkten sollen im kommenden Jahr für Umsätze in Höhe von mindestens € 900 Mio. sorgen und daher deutlich über dem Ergebnis von 2023 liegen.

Die VARTA AG blickt trotz einer weiter herausfordernden gesamtwirtschaftlichen Lage optimistisch auf die kommenden Monate. Gründe sind die weiter positive Entwicklung des Geschäfts mit den Energiespeichern, anlaufende Kundenprojekte sowie die traditionell saisonal steigende Nachfrage im zweiten Halbjahr. Zudem macht das Unternehmen Fortschritte bei der laufenden Restrukturierung: Aktuell liegt die VARTA AG bei der Erfüllung der Vorgaben der Kosteneinsparungen im Plan oder übererfüllt sie in manchen Bereichen sogar. Im Plan ist auch der notwendige weltweite Stellenabbau. So wird das Freiwilligenpro-gramm am Standort Ellwangen im August abgeschlossen. Weltweit will VARTA rund 800 Stellen streichen.

Wie alle produzierenden Unternehmen bewegt sich auch die VARTA AG in einem Umfeld, das von den Folgen des Kriegs gegen die Ukraine und den Auswirkungen auf die globale Wirtschaft geprägt ist. Preisanstiege bei Rohstoffen sowie eine Konsumzurückhaltung bei den Endkunden haben die Ergebnisse vieler Unternehmen gerade in Europa in den vergangenen Monaten belastet. VARTA hatte daher bereits im Herbst 2022 einen strikten Sparkurs eingeschlagen und sich mit seinen finanzierenden Banken und dem Mehrheitseigentümer auf ein Restrukturierungsprogramm geeinigt, das derzeit umgesetzt wird. Die Stellenstreichungen sind dabei eine Maßnahme neben Programmen zur Umsatzsteigerung, zur Optimierung der Lieferketten, der Prozesse, der Auslandsverlagerung und des Working Capitals.

Auch in den vergangenen beiden Quartalen des laufenden Jahres waren die Herausforderungen infolge der weltweiten Krisen weiter spürbar. So lag der Konzernumsatz im ersten Halbjahr 2023 bei € 339 Mio. (H1 2022: € 376,8 Mio.). Das bereinigte EBITDA lag im selben Zeitraum bei € -6,8 Mio. (H1 2022: € 68,9 Mio.).

Die weitere Entwicklung bewertet die VARTA AG positiv: Durch die Belebung des Geschäfts in wichtigen Bereichen sowie die erfolgreich verlaufenden Restrukturierungsmaßnahmen erwartet die Unternehmensleitung im kommenden Jahr bereits wieder einen Umsatz von deutlich mehr als 900 Millionen Euro.

Dr. Markus Hackstein, Sprecher des Vorstands der VARTA AG: „Hinter uns liegt eine herausfordernde Zeit und wir haben noch viel Arbeit vor uns. Aber wir sehen, dass unser entschiedenes Handeln und die Maßnahmen unseres Restrukturierungsprogramms Wirkung zeigen. Unsere Kunden vertrauen weiter auf die starke Marke VARTA. Wir haben neue Projekte in Arbeit, die uns davon überzeugen, dass wir im kommenden Jahr wieder zurück auf den Erfolgskurs kommen können.“

Segment „Micro Batteries“

Das Segment umfasst das Geschäft mit den Mikro- und Hörgerätebatterien. Der Umsatz liegt zum ersten Halbjahr 2023 bei rund € 70 Mio., was einem Rückgang von 15,8% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht.

Innerhalb der ersten sechs Monate des Geschäftsjahres 2023 ist das bereinigte EBITDA im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von € 13 Mio. auf rund € 10 Mio. gesunken. Die bereinigte EBITDA-Marge liegt bei 14,3%, was einem Rückgang um 1,4 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Neben einem Nachfragerückgang, insbesondere bei Zink-Luft Batterien, resultiert dieser Ergebnisrückgang aus der Steigerung der Herstellungskosten, insbesondere aufgrund der für VARTA negativen Entwicklung von Rohstoffpreisen im Vergleich zum ersten Halbjahr des Vorjahres.

Segment „Lithium-Ion CoinPower“

Das Segment umfasst die kleinformatigen Lithium-Ionen-Rundzellen für die OEM-Anwendungen. Der Umsatz liegt zum ersten Halbjahr 2023 bei rund € 19,2 Mio., was einem Rückgang von rund 75,9% entspricht.

Innerhalb der ersten sechs Monate des Geschäftsjahres 2023 ist das bereinigte EBITDA im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von rund € 38,4 Mio. auf rund € -29,4 Mio. gesunken, was einem überproportionalen Rückgang im Vergleich zur Umsatzentwicklung entspricht. Aufgrund der reduzierten erwarteten Verkaufszahlen für 2023 wurde eine nicht-zahlungswirksame außerplanmäßige Wertminderung auf das Sachanlagevermögen in Höhe von 25,9 Mio. € in der CGU Lithium-Ion CoinPower vorgenommen.

Der Haupttreiber für diese Entwicklung ist, dass der Hauptkunde für das Segment auch aufgrund einer signifikanten Eintrübung der Endkundennachfrage sowie eine kundenseitige Diversifizierung der Lieferkette, eine Reduktion der Absatzmengen vorgenommen hat. Zusätzlich führten vereinbarte Preisreduktionen zu einem zusätzlichen leichten Umsatzrückgang. Darüber hinaus haben Lagerreduktionsmaßnahmen mancher Kunden zu geringeren CoinPower-Verkaufszahlen im ersten Halbjahr geführt. Personelle Maßnahmen, wie Kurzarbeit am Standort Nördlingen sowie die Nicht-Verlängerung von befristeten Arbeitsverträgen, wurden bereits umgesetzt, um der Absatzmengen- sowie Nachfrageentwicklung Rechnung zu tragen. Die Kurzarbeit wird aufgrund der sich zuletzt wieder positiv entwickelnden Auftragslage in den kommenden Monaten schrittweise zurückgefahren.

Segment „Consumer Batteries“

Das Segment bildet das Geschäft mit Haushaltsbatterien, Akkus, Ladegeräten, Portable Power (Power Banks) und Leuchten ab. Der Umsatz ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von € 146,5 Mio. auf € 142,5 Mio. gesunken, was einem leichten Rückgang von 2,8% entspricht. Im Vergleich hierzu ist das bereinigte EBITDA um 42,9% gesunken. Die bereinigte EBITDA-Marge liegt bei 5,3%, was einem Rückgang um 3,7 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Die der allgemeinen Kaufzurückhaltung geschuldete verringerte Nachfrage nach Haushaltsbatterien führt zu einer negativen Umsatzentwicklung. Zeitgleich wurden bereits Maßnahmen, wie die Neugewinnung von Kunden, eingeleitet, um diesen Effekt im zweiten Halbjahr zu kompensieren. Negativ auf die Marge hat sich darüber hinaus der sehr deutliche Anstieg der Rohstoffpreise im Vergleich zum ersten Halbjahr des Vorjahres ausgewirkt.

Diese Kostensteigerungen konnten nur teilweise an die Kunden weitergegeben werden. VARTA sieht dem aktuellen Trend der sinkenden Energie- und Rohstoffkosten zuversichtlich entgegen und ist zudem bestrebt, mittelfristig die gestiegenen Kosten weitergeben zu können. Demzufolge ist die Erwartung des Managements, dass das materialintensive Segment „Consumer Batteries“ mittelfristig wieder auf das Margenniveau aus den Jahren 2020 und 2021 zurückkehren kann.

Segment „Energy Storage Systems“

Der Umsatz im Segment „Energy Storage Systems“ ist in 2023 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von € 42,6 Mio. auf € 81,5 Mio. gestiegen. Dies entspricht einem Umsatzwachstum von 91,5%. Das bereinigte EBITDA ist um € 8,8 Mio. von € 2,7 Mio. auf € 11,5 Mio. gestiegen. Die bereinigte EBITDA-Marge liegt bei 14,1% im Verhältnis zum Umsatz, was einem Anstieg um 7,8 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Das erfreuliche Umsatzwachstum ist einerseits auf den hohen Auftragsbestand aus dem Jahr 2022 und andererseits auf die weiterhin hohe Nachfrage an Heimspeicherlösungen zurückzuführen. VARTA konnte die im Jahr 2022 gestiegenen Herstellungskosten bereits zum Anfang des Geschäftsjahres 2023 vollumfänglich weitergeben und erfuhr unter anderem dadurch erwartungsgemäß eine deutliche Verbesserung der EBITDA-Marge.

Darüber hinaus hat VARTA den Startschuss zum Aufbau einer Gigawattfabrik für Energiespeicher getätigt. Ende 2023 sollen in Neunheim, Ellwangen, bereits erste Module gefertigt werden. In einer ersten Ausbaustufe sollen über 500 MWh an Energiespeichern pro Jahr produziert werden können, was einer jährlichen Ausbringungsmenge von rund 50.000 Systemen entspricht.
Aufgrund einer leichten Anpassung der Produktpreise wegen gesunkener Rohstoffkosten sowie der Anlaufkosten im Zusammenhang mit der VARTA.wall Produktion wird die Marge im zweiten Halbjahr leicht rückläufig erwartet.

Segment „Sonstige“

Das Segment „Sonstige“ umfasst in der neuen Segmentierung die Geschäftsbereiche „Lithium-Ion Battery Packs“ sowie „Lithium-Ion Large Cells“ (V4Drive und RoundPower). Darüber hinaus fallen mögliche Sondereffekte des Konzerns in dieses Segment.

Zum ersten Halbjahr 2023 liegt der Umsatz im Segment bei rund € 25,9 Mio., was einem Umsatzwachstum von 3,5% entspricht. Das bereinigte EBITDA ist im Vergleich zum Vorjahr auf € -6,4 Mio. gesunken, was insbesondere auf geringere Fördererträge sowie Anlaufkosten im Geschäftsbereich „Lithium-Ion Large Cells“ zurückzuführen ist. Diese Anlaufkosten sollen im dritten Quartal allerdings erstattet werden. Die bereinigte EBITDA-Marge liegt bei -24,7% im Verhältnis zum Umsatz, was einem Rückgang von 31,4 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Der Betrieb der ersten Serienfertigungsanlage für die großformatigen Lithium-Ionen-Rundzellen für den ersten Premium-Automobilhersteller läuft weiter wie geplant.

Ausblick
Der VARTA AG Konzern hält eine sehr gute Position in seinen Kernmärkten und ist vielversprechend positioniert, um von langfristigen Wachstumstrends, etwa bei Lithium-Ionen-Batterien mit ihren vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten oder bei Energiespeicherlösungen, zu profitieren. Der schnelle Bedeutungszuwachs regenerativer Energien und der Wunsch vieler Kunden nach energieautarken Lösungen treibt die Nachfrage im Bereich „Energy Storage Systems“ stark an. Der weiterhin hohe Auftragsbestand in diesem Segment spricht für eine Fortsetzung der operativ erfreulichen Entwicklung. Die geplante Eröffnung der neuen Energiespeicherfabrik in Neunheim, Ellwangen, bietet zusätzliche Möglichkeiten für VARTA, an der dynamischen Marktentwicklung bei Energiespeichern teilzuhaben. Der Konzern erwartet, dass der seit Ende 2022 zu beobachtende anhaltende Trend zum Rückgang der Energie- und Rohstoffpreise sowie die schrittweise Anpassung von Produktpreisen in den kommenden Quartalen für eine Verbesserung des Margenbildes sorgen werden. Die eingeleiteten Kostensenkungsmaßnahmen im Rahmen des Restrukturierungsprogramms sollten nach Einschätzung des Managements diese Entwicklung sukzessive verstärken. Die Prognose für das Geschäftsjahr 2023 wurde am 26. Juli 2023 auf Basis der vorläufigen Geschäftszahlen für das 2. Quartal 2023 angepasst. Der Vorstand der VARTA AG erwartet nunmehr einen Umsatz von rund € 820 Mio. für 2023. Die Prognose liegt unverändert leicht über dem Vorjahresumsatz von € 806,9 Mio. Das bereinigte operative Ergebnis (bereinigte EBITDA) wird nunmehr zwischen € 40 Mio. und € 60 Mio. € erwartet. Die ursprüngliche Prognose für das Geschäftsjahr 2023 lautete, mindestens den Vorjahreswert von € 69,5 Mio. zu erreichen.

Über die VARTA AG

Die VARTA AG produziert und vermarktet ein umfassendes Batterie-Portfolio von Mikrobatterien, Haushaltsbatterien, Energiespeichersystemen bis zu kundenspezifischen Batterielösungen für eine Vielzahl von Anwendungen, und setzt als Technologieführer in wichtigen Bereichen die Industriestandards. Als Muttergesellschaft der Gruppe ist sie in die Segmente „Micro Batteries“, „Lithium-Ion CoinPower“, „Consumer Batteries“, „Energy Storage Systems“ und „Sonstige“ unterteilt.

Das Segment „Micro Batteries“ umfasst Mikro- und Hörgerätebatterien, „Lithium-Ion CoinPower“ kleinformatige Lithium-Ionen-Rundzellen für OEM-Anwendungen. „Consumer Batteries“ bildet das Geschäft mit Haushaltsbatterien, Akkus, Ladegeräten, Portable Power (Power Banks) und Leuchten ab. Unter „Energy Storage Systems“ fallen Energiespeicher-Lösungen für vorrangig private, aber auch für kommerzielle Anwendungsbereiche. Das Segment „Sonstige“ umfasst die Geschäftsbereiche „Lithium-Ion Battery Packs“ sowie „Lithium-Ion Large Cells“ (hochleistungsfähige Lithium-Ionen-Rundzellen für industrielle Anwendungen im Automotive- und Non-Automotive-Bereich).

Durch intensive Forschung und Entwicklung setzt VARTA in vielen Bereichen der Lithium-Ionen-Technologie und bei Mikrobatterien weltweite Maßstäbe und ist so anerkannter Innovationsführer in den wichtigen Wachstumsmärkten der Lithium-Ionen-Technologie sowie bei primären Hörgerätebatterien. Der VARTA AG Konzern beschäftigt derzeit nahezu 4.700 Mitarbeiter. Mit fünf Produktions- und Fertigungsstätten in Europa und Asien sowie Vertriebszentren in Asien, Europa und den USA sind die operativen Tochtergesellschaften der VARTA AG derzeit in über 100 Ländern weltweit tätig.

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