Aufgrund der aktuell günstigen Wasserstände kann die Elbe wieder als Transportweg durch die Verlader in Mitteldeutschland und Tschechien genutzt werden. In den vergangenen Wochen gelang es, den durch das langanhaltende Niedrigwasser im vergangenen Jahr entstandenen Ladungsstau bei Anlagen abzubauen.

Seit Anfang letzter Woche konnte nach zwei Lieferungen aus Lovosice nun auch ein dritter Schiffsneubau von der tschechischen Werft Decin-Kresice ausgeliefert werden. Dabei handelt es sich um ein so genanntes Kasko, also einen Rohbau, der noch mit Maschinen und anderen Ausrüstungen ausgestattet werden muss. Aufgrund der Abmessungen des Schiffes mit einer Länge von 110 Meter erfolgt der Transport über die Elbe. Am Samstag, den 28. März, war der Verband aus dem Kasko und zwei Schubschiffen in Hamburg. Anschließend ging es weiter über See zu einer holländischen Werft.


Parallel laufen Projektladungen, also Güter, die für die Straße und Schiene zu schwer oder groß sind, ebenfalls auf der Elbe aus den Häfen Dresden, Aken und Magdeburg. Vor dem Hintergrund der Einschränkungen durch die Corona-Krise werden aber auch wieder verstärkt Massengüter von tschechischen Produzenten per Schiff in sächsische und Sachsen-Anhalter Häfen transportiert. Damit können die langen Grenzwartezeiten von Lkw kompensiert werden.

„Für unsere tschechischen Kunden ist die Elbe ein wichtiger Verkehrsweg“, betont Vladimir Dobos, Repräsentant von Hafen Hamburg Marketing e.V. in Prag, und merkt an, dass die Elbe der einzige Wasserweg der Tschechischen Republik zu Seehäfen sei und daher dringend ertüchtigt werden müsse: „Es kann nicht sein, dass unsere Anlagenhersteller große Teile des Jahres auf Wasser hoffen müssen, um ihren Lieferverpflichtungen nachzukommen.“ Stefan Kunze, Vorsitzender des Elbe Allianz e.V., ergänzt, dass das bereits 2017 beschlossene Gesamtkonzept Elbe dringend umgesetzt werden müsse. „Mit Sorge sehen wir allerdings, dass gegen nahezu alle Wasserbauprojekte sofort aus so genannten ökologischen Gründen Einspruch erhoben wird, ohne Vor- und Nachteile gründlich abzuwägen. Ein Beispiel dafür ist ein gemeinsames Schreiben von Umweltorganisationen an die Europäische Union, in dem die Einstellung von Projektstudien zum Elbe-Oder-Donau-Kanal gefordert wird“, unterstreicht Kunze.

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