Auch wenn die winzigen Mikro- und Nanosysteme oft mit bloßem Auge nicht zu sehen sind, bestimmen sie doch auf vielfältige Weise unseren Alltag: So findet beispielsweise das Smartphone Dank des Navis und eingebauten Kompasses jeden Weg, Intertialsensoren in der Drohne sorgen für Stabilität beim Flug, ein Beschleunigungssensor löst den Airbag im Auto aus, „Lab on a Chip“-Systeme dienen zur Blutuntersuchung auf einem winzigen Chip und Nanopartikel werden in der Krebstherapie eingesetzt.

Nicht zuletzt wegen dieser vielfältigen und zunehmenden Anwendungsmöglichkeiten wird die Mikro- und Nanotechnologie auch als eine der wichtigsten Schlüsseltechnologien bezeichnet. Absolventen eines entsprechenden Studienganges, wie er am Campus Zweibrücken der Hochschule (HS) Kaiserslautern angeboten wird, sind auf dem Arbeitsmarkt deshalb natürlich sehr gefragt.

Der interdisziplinäre Studiengang Mikrosystem- und Nanotechnologie in Zweibrücken ist auf sieben Semester ausgelegt und schließt mit dem Bachelor of Engineering ab: Inhaltlich werden in den Anfangssemestern die notwendigen Grundlagen in den typischen MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) und in den Ingenieurwissenschaften (Elektrotechnik und Technische Mechanik) vermittelt. Ausgestattet mit diesem interdisziplinären Grundwissen lernen die Studierenden, Mikrosysteme vom Design, über die Fertigung bis hin zur Automatisierung und Analytik zu entwickeln und zu testen.


Von Anfang an steht die praxisnahe Ausbildung in überschaubaren und damit hervorragend betreuten Kleingruppen im Vordergrund. Bereits im 5. Semester entwickeln und fertigen die Studierenden eigene Mikrosysteme. Ein besonderes Highlight in Zweibrücken und fast ein bundesweites Alleinstellungsmerkmal in der Lehre ist der dafür zur Verfügung stehende Reinraum: Mit einer Reinraumfläche von 300 m² und weiteren 1500 m² Laborfläche mit moderner Ausstattung können die in den Vorlesungen vermittelten Inhalte unmittelbar in praktische Arbeiten umgesetzt werden.

Im sechsten Semester entscheiden sich die Studierenden für alternative Vertiefungsrichtungen. Je nach Interesse können dann Schwerpunkte entweder im Bereich der Signale und Systeme, der Materialien und Fertigung, der Konstruktion oder auch der biomedizinischen Anwendungen gesetzt werden.

Das siebte Semester schließlich besteht aus einer 3-monatigen Praxis- und einer 3-monatigen Bachelorphase. Die Studierenden führen hierbei eine Forschungs- und Entwicklungsarbeit in einem Unternehmen, an einem Forschungsinstitut oder an einer Hochschule im In- und Ausland durch. Die Hochschule verfügt über zahlreiche Kontakte und unterstützt die Studierenden bei der Suche nach einem geeigneten Thema bzw. einer entsprechenden Einrichtung.

Im Studienverlauf bestehen darüber hinaus vielfältige Möglichkeiten, das Fachstudium um einen Auslandsaufenthalt anzureichern. Ein Studiensemester in Finnland, der Besuch einer Summerschool in Belgien oder die Praxisphase und Bachelorarbeit in Portugal, sind nur einige Beispiele von Auslandsaufenthalten Zweibrücker Studierender in der jüngeren Vergangenheit.

Nach Abschluss des Studiums eröffnen sich den Expertinnen und Experten auf dem Gebiet der Mikro- und Nanotechnologie vielfältige hochqualifizierte Berufsbilder: Einsatzmöglichkeiten ergeben sich nicht nur in der Mikrosystemtechnikindustrie, also z.B. der Sensorindustrie, sondern auch in der klassischen Makroindustrie, wie beispielsweise bei Herstellern von Fertigungsanlagen und Analysegeräten, der Automobilindustrie, dem Maschinenbau, Umwelt-und Medizintechnik sowie der Biotechnologie. Als mögliche Arbeitgeber kommen sowohl Unternehmen aus der Großindustrie als auch mittelständische Unternehmen und Forschungseinrichtungen in Betracht. Dank der stark interdisziplinären Ausbildung sind Ingenieure der Mikrosystem- und Nanotechnologie auch in der Lage, klassische Aufgaben von Ingenieuren der Elektrotechnik, des Maschinenbaus und der Mechatronik zu übernehmen. Natürlich ist bereits nach dem Bachelorabschluss ein unmittelbarer Einstieg in das Berufsleben möglich. Um sich nach dem Bachelorstudium konsekutiv weiter zu qualifizieren, entscheidet sich eine Reihe von Studierenden allerdings regelmäßig für den Master-Studiengang Micro Systems and Nano Technologies, der ebenfalls am Campus Zweibrücken angeboten wird.

Der Studiengang ist vor allem für Studieninteressierte interessant, die sich für die klassischen MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) oder Ingenieurwissenschaften interessieren, die gerne Theorie mit Praxis verknüpfen und dabei kreativ eigene Ideen umsetzen möchten. Wer das Ziel hat, sich für bestimmte Anwendungsgebiete der Mikrosystem- und Nanotechnologie, wie z.B. der Medizin- und Biotechnologie, zu spezialisieren und dabei interdisziplinär studieren und arbeiten möchte, findet in Zweibrücken einen individuell betreuten und praxisnahen Studiengang. Vorpraktika oder ein außerordentlich guter Notenschnitt sind für die Studienaufnahme nicht erforderlich. Zur Auffrischung der Mathematikkenntnisse wird vor Studienbeginn ein entsprechender Vorkurs angeboten.

Bewerbungen zum kommenden Wintersemester sind via www.hs-kl.de bis auf Weiteres Online möglich. Die Leiterin des Studiengangs Mikrosystem- und Nanotechnologie, Prof. Dr. Hildegard Möbius, bietet am 20. August 2019 von 10 bis 12 Uhr eine „Last-Minute-Infoveranstaltung“ am Campus Zweibrücken an, bei der sich Interessierte vor Ort ausführlich informieren und beraten lassen können. Hierzu wird um E-Mail-Anmeldung via hildegard.moebius@hs-kl.de gebeten.

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