Der Sportartikelhersteller Adidas hat im Geschäftsjahr 2018 einen Gewinn von 1,7 Milliarden Euro gemacht – auf Kosten der Näherinnen in seinen weltweiten Produktionsstätten, die nach wie vor für Hungerlöhne arbeiten müssen. Mit der sogenannten Pyramiden-Challenge möchte die gemeinnützige Gesellschaft cum ratione aus Paderborn anlässlich der diesjährigen Fußballweltmeisterschaft der Frauen nun darauf aufmerksam machen, dass internationale Sportmarken unsere Kleidung weiterhin unter unmenschlichen Bedingungen produzieren lassen. Adidas und Co. sollen dabei öffentlich dazu aufgefordert werden, endlich faire Löhne entlang ihrer globalen Lieferketten zu zahlen.

Bei der Pyramiden-Challenge fordert cum ratione Sportmannschaften auf, menschliche Pyramiden bestehend aus mindestens drei Personen zu bilden und mit einer Botschaft an die Sportartikelhersteller zu verbinden. Die Aktion soll dann wie bei der Ice Bucket Challenge gefilmt und auf Facebook hochgeladen werden, um die Unternehmen öffentlich in die Pflicht zu nehmen. Durch die Nominierung weiterer Teams hofft cum ratione, die Aktion möglichst weit zu verbreiten. Obwohl sich die Kampagne in erster Linie an Sportmannschaften richtet, dürfen auch andere Gruppen oder Vereine daran teilnehmen. Unter allen Teams verlost cum ratione später drei Sätze fair produzierter T-Shirts mit Wunschbeflockung.

„Die Pyramide soll dabei symbolhaft für die Textilindustrie stehen. Die unterste Ebene verkörpert die Näherinnen, die maßgeblich zur Wertschöpfung beitragen, sich selbst und ihre Familie aber trotz Vollzeitstelle und exzessiver Überstunden nicht ausreichend ernähren können“, erklärt Lara Schröder von cum ratione, die Initiatorin der Kampagne. „Es darf nicht sein, dass die großen Sportartikelhersteller Milliarden für das Sponsoring einzelner Athleten und ganzer Sportmannschaften ausgeben, den Arbeiterinnen an der Basis ihrer Produktionskette aber immer noch Hungerlöhne bezahlen.“


Alleine die drei Champions-League-Teilnehmer FC Barcelona (Nike), Real Madrid und Manchester United (Adidas) erhalten von Sportartikelherstellern insgesamt über 350 Millionen Euro pro Jahr. Zusammen genommen kann man damit den monatlichen Existenzlohn aller 700.000 Textilarbeiter*innen in Kambodscha problemlos decken.

„Diese Unverhältnismäßigkeit muss endlich ein Ende haben“, fordert Schröder. „Play Fair – Pay Fair, denn was wäre eine Pyramide ohne ihre Basis?“

Weitere Infos zur Challenge und ein Link zur dazugehörigen Petition unter: https://www.cum-ratione.org/pyramidenchallenge/

cum ratione gemeinnützige Gesellschaft für Aufklärung und Technik

Die gemeinnützige cum ratione gGmbH – Gesellschaft für Aufklärung und Technik – mit Sitz in Paderborn führt Projekte in den Bereichen Faire Textilien, Gesellschaft und Umwelttechnik durch, die eine nachhaltige Veränderung in der Gesellschaft bewirken sollen. So vergibt cum ratione den bundesweit einmaligen Aktionspreis SPITZE NADEL für mehr Gerechtigkeit in der globalen Textilindustrie. Weiterhin kritisiert sie den Einfluss von Religion auf Staat und Gesellschaft und widmet sich Projekten zur effizienten Speicherung von erneuerbaren Energien. Näheres dazu auf: www.cum-ratione.org

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